Verwaltungsmodernisierung ist kein Selbstzweck
Die Herausforderungen für Kommunalverwaltungen wachsen stetig: Digitalisierung, Fachkräftemangel, angespannte Haushaltslagen, steigende Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger sowie immer komplexere gesetzliche Anforderungen verlangen neue Formen der Zusammenarbeit und Steuerung.
„Eine moderne Verwaltung entsteht nicht zufällig. Sie braucht eine gemeinsame Vorstellung davon, wofür sie steht, wohin sie sich entwickeln will und welche Prioritäten sie setzt. Genau darum geht es bei F!T“, erläutert Oberbürgermeister Dr. Nicolas Meyer.
Der Strategieprozess schafft erstmals einen gemeinsamen Orientierungsrahmen für die gesamte Stadtverwaltung. Er bildet die Grundlage dafür, die zahlreichen Zukunftsaufgaben der Stadt künftig noch stärker projektorientiert, bereichsübergreifend und mit klaren Verantwortlichkeiten umzusetzen.
„Eine Vision ist kein Selbstzweck. Sie beantwortet zunächst die wichtigste Führungsfrage einer Organisation: Wofür stehen wir und wohin wollen wir uns entwickeln? Erst wenn diese Richtung gemeinsam feststeht, können daraus konkrete Projekte, klare Verantwortlichkeiten, verbindliche Zeitpläne und messbare Ergebnisse entstehen. Genau deshalb endet F!T nicht mit einer Strategie – dort beginnt die eigentliche Arbeit.“
Neun Handlungsfelder für die Zukunft Frankenthals
Im Rahmen des Prozesses wurde neun strategische Handlungsfelder definiert. Sie reichen von einer nachhaltigen Haushaltskonsolidierung über einen modernen Verwaltungsservice, Digitalisierung und moderne Führung bis hin zum Sanierungs- und Modernisierungsjahrzehnt, der Weiterentwicklung des Stadtkonzerns, der Stärkung des Wirtschaftsstandortes sowie der Stadtentwicklung „Frankenthal 2035“.
Die gemeinsame Vision beschreibt dabei das Selbstverständnis der Stadtverwaltung: eine Verwaltung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt, Beteiligung und Dialog stärkt, einen modernen Verwaltungsservice bietet und Verantwortung für eine lebenswerte, solidarische und zukunftsfähige Stadt übernimmt.
Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies langfristig einfachere und schnellere Verwaltungsverfahren, eine konsequente Digitalisierung, klarere Zuständigkeiten und eine Verwaltung, die ihre Ressourcen dort einsetzt, wo sie den größten Nutzen für die Stadt entfalten. Gleichzeitig profitieren Unternehmen von einer leistungsfähigen Verwaltung als verlässlicher Partner.
Der entscheidende Erfolgsfaktor: die Mitarbeitenden
Ein besonderes Merkmal des Frankenthaler Weges ist die breite Beteiligung der Beschäftigten. Über mehrere Monate hinweg haben Mitarbeitende aus unterschiedlichsten Bereichen, Führungskräfte, Personalvertretung, Stadtvorstand und eine bereichsübergreifend besetzte Strategiegruppe gemeinsam an der Zukunft der Stadtverwaltung gearbeitet. Die externe Begleitung strukturierte und moderierte den Prozess – die Inhalte selbst wurden gemeinsam innerhalb der Verwaltung entwickelt.
„Mein besonderer Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich mit Offenheit, Mut und großem persönlichem Engagement auf diesen Veränderungsprozess eingelassen haben. Einen solchen Organisationsentwicklungsprozess zusätzlich zum anspruchsvollen Tagesgeschäft zu tragen, ist alles andere als selbstverständlich. Gerade die Bereitschaft, Gewohntes zu hinterfragen und gemeinsam neue Lösungen zu entwickeln, macht unsere Verwaltung zukunftsfähig. Darauf bin ich stolz.“
Meyer betont zugleich, dass sich der eingeschlagene Weg bereits heute positiv auswirke: „Wir erleben in Gesprächen mit anderen Kommunen, auf Fachveranstaltungen und nicht zuletzt in Bewerbungs- und Vorstellungsgesprächen, dass Frankenthal als Verwaltung wahrgenommen wird, die Veränderung aktiv gestaltet. Gerade im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte ist das ein wichtiger Standortvorteil.“
Von der Strategie zur Umsetzung
Mit der abschließenden Beratung im Ausschuss für Finanzen am 21. Juli soll die Strategieentwicklungsphase beendet werden. Anschließend wird die Verwaltung – vorbehaltlich der politischen Beschlussfassung – die strategischen Ziele schrittweise in konkrete Projekte, Verantwortlichkeiten, Zeitpläne und Kennzahlen überführen.
Bereits während der sitzungsfreien Zeit werden die Vorbereitungen für diese Umsetzungsphase fortgeführt, damit nach der politischen Entscheidung keine Zeit verloren geht. Geplant ist insbesondere der weitere Aufbau eines strategischen Projekt- und Umsetzungsmanagements, das bereichsübergreifende Zukunftsprojekte steuert, Fortschritte transparent macht und die Umsetzung konsequent begleitet.
„Verwaltungsmodernisierung entscheidet sich nicht auf dem Papier, sondern in der Umsetzung. Unser Anspruch ist es deshalb, nicht nur Ziele zu formulieren, sondern sie Schritt für Schritt gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie in enger Abstimmung mit den politischen Gremien in konkrete Verbesserungen für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und unsere Beschäftigten zu übersetzen. Daran werden wir uns messen lassen.“
Die Stadtverwaltung wird die politischen Gremien regelmäßig über den Fortgang des Projektes informieren und den begonnenen Modernisierungsprozess transparent fortführen.
Mehr Informationen zum Prozess, zur Vision und den Handlungsfeldern sind unter www.frankenthal.de/fit zu finden.



