Die Stadt Frankenthal macht das Gebiet „Pilgerpfad“ fit für die Zukunft. Gebäude, Wegeverbindungen und Plätze sind in die Jahre gekommen - Anlass für Politik und Verwaltung, hier aktiv zu werden.
Das zu entwickelnde Quartier liegt zwischen der Mahlastraße und innerhalb des Albrecht-Dürer-Rings.
Das Quartiersmanagement Pilgerpfad wurde ursprünglich als begleitende Maßnahme zum geplanten ISEK‑Prozess im Rahmen des Städtebauförderprogramms Sozialer Zusammenhalt konzipiert. Es sollte vor allem sicherstellen, dass die Bewohnerschaft bei den zahlreichen geplanten Entwicklungen im Quartier gut informiert ist und aktiv am ISEK‑Prozess teilnehmen kann. Gleichzeitig war es ein wichtiges Instrument, um das Quartier sozial zu stabilisieren – durch die Förderung des sozialen Zusammenhalts, den Aufbau belastbarer Netzwerke und die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen lokalen Akteuren.
Nachdem die Stadt den Programmeinstieg aus strategischen Gründen verschoben hat, wird das Quartiersmanagement nun eigenständig eingerichtet – mit einem klaren Fokus auf die aktuellen Bedürfnisse des Quartiers und seiner Bewohnerschaft. Damit schaffen wir eine gute Grundlage, um sich später erneut unter den dann geltenden Voraussetzungen für das Programm bewerben zu können.
Unsere Aufgaben heute
Zentrale Anlaufstelle zwischen Verwaltung und Bürgerschaft, insbesondere zur verständlichen und transparenten Information über laufende Planungen und Projekte
Anlaufstelle für Fragen, Ideen und Anliegen der Bewohnerschaft
Begleitung und Unterstützung von Bürgerprojekten
Aufbau und Stärkung von Netzwerken, lokaler Initiativen und Gruppen im Quartier
Koordination von Aktionen und kurzfristigen Maßnahmen zur Verbesserung des öffentlichen Raumes und Wohnumfelds
Quartiersbüro Pilgerpfad
Im Gebäude des Jugendcafés wird das Quartiersbüro Pilgerpfad eingerichtet – anstelle des ehemaligen Fitnessraums. Der Standort bietet viele Vorteile: Durch die zentrale Lage am Jakobsplatz ist das Büro gut erreichbar, gut sichtbar und mitten im Geschehen. Das Jugendcafé ist ein wichtiger Identifikationsort im Quartier; im selben Gebäude befinden sich auch der Jugendtreff, der Seniorentreff und der Kindertreff. Dadurch entsteht ein natürlicher Anlaufpunkt für Menschen jeden Alters.
Das Quartiersbüro ist bürgernah und barrierefrei zugänglich. Der Raum wurde bereits teilweise möbliert und wird derzeit weiter ausgestattet, damit er künftig als offener Treffpunkt und Kontaktstelle für Anliegen aus dem Quartier genutzt werden kann.
Seit Ende des zweiten Quartals 2026 ist das Quartiersbüro während der Einrichtungsphase zu wechselnden Zeiten für interessierte Bürgerinnen und Bürger geöffnet. Mit dem Abschluss der Einrichtungsphase und der offiziellen Eröffnung werden feste Öffnungszeiten eingeführt und kommuniziert. Eine offizielle Eröffnungsveranstaltung ist nach den Sommerferien geplant – gemeinsam mit der Bürgerschaft und dem Oberbürgermeister, um möglichst viele Zielgruppen zu erreichen. Der genaue Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.
Bereits vor der offiziellen Eröffnung war das Quartiersmanagement aktiv:
Begleitung der Netzwerke „Pilgerpfadkonferenz“ und der „Interessengruppe Pilgerpfad“
Mitarbeit am Gartenprojekt Jakobsplatz in Zusammenarbeit mit der Grünplanung und den lokalen Akteuren
Koordinierung und Unterstützung der kurzfristigen Maßnahmen im Quartier
Fördermittelbeantragung und Öffentlichkeitsarbeit
Damit ist das Quartiersmanagement bereits heute ein fester Bestandteil der Quartiersentwicklung im Pilgerpfad.
Die Aufgaben des Quartiersbüros werden übergangsweise und teilweise von Frau Dr. Siba Said aus der Stabsstelle Strategie, Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung übernommen, bis eine geeignete Person für das Quartiersmanagement gefunden ist. Die Stelle wird zunächst ausgeschrieben.
Das Projekt Gemeinschaftsgarten am Jakobsplatz
Der Gemeinschaftsgarten soll nicht nur ein sichtbares Zeichen für Engagement und Nachhaltigkeit sein, sondern auch den sozialen Zusammenhalt im Quartier stärken. Durch gemeinsame Aktivitäten, Patenschaften und kreative Formate entsteht ein Ort, der Begegnung, Austausch und gemeinschaftliches Handeln fördert.
Was unser Gartenprojekt ausmacht
•Temporärer, mobiler Garten als kreatives und flexibel nutzbares Format
Der Garten besteht aus beweglichen Beeten und Sitzelementen. So kann er im Bedarfsfall umgestaltet werden und bietet immer wieder neue Möglichkeiten für Aktionen und gemeinsames Gärtnern.
• Stärkung der Aufenthaltsqualität und Belebung des Jakobsplatzes
Durch Pflanzen, Farben und gemeinsame Aktivitäten wird der Platz schöner, lebendiger und zu einem Ort, an dem man sich gern aufhält. Die Pflanzen bestehen aus essbaren Sorten – zum Beispiel als Naschobst verschiedene Beeren wie Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren u. Brombeeren sowie Kräutern wie Salbei, Rosmarin, Thymian und Schnittlauch. Es wurden Gemüsepflanzen gesetzt, die später gemeinsam geerntet und verarbeitet werden können.
• Einbindung der ansässigen Akteure und der Bürgerschaft in Gestaltung und Nutzung
Menschen, die im Quartier Pilgerpfad leben oder arbeiten, können mitgestalten, Ideen einbringen und den Garten aktiv nutzen. So entsteht ein Projekt aus dem Quartier für das Quartier.
• Gemeinschaftliches Kunstprojekt durch die Bemalung der Beete
Die Beete wurden gemeinsam bemalt. Besonders die Kinder aus dem Kindertreff, der Grundschule und der Graffiti‑AG sowie Teilnehmende aus dem ÖGZ haben an der Bemalung der Beete mitgewirkt und dem Projekt eine persönliche und kreative Note gegeben. Dadurch entsteht ein sichtbares Zeichen für Kreativität und Zusammenhalt im Quartier.
Der Garten bietet Raum für kleine Veranstaltungen, Lernangebote, Treffen und Aktionen. Er ist ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen und Neues ausprobieren können.
Wenn Sie den Garten für eigene Aktivitäten nutzen möchten – zum Beispiel für ein Lernprojekt mit Schülerinnen und Schülern oder für ein Treffen Ihrer Gruppe – melden Sie sich gerne beim Quartiersmanagement Pilgerpfad.
• Sichtbares Zeichen für Engagement und Gemeinschaft
Der Garten zeigt, wie viel im Quartier möglich ist, wenn Menschen sich engagieren. Er steht für ein nachhaltiges Miteinander und für eine starke Nachbarschaft.
• Beet‑Patenschaften für Bürgerinnen und Bürger
Bewohnerinnen und Bewohner können die Pflege einzelner Beete übernehmen. Das stärkt Verantwortungsgefühl, schafft Nähe und fördert ein persönliches Verhältnis zum Garten. Einige Beete wurden bereits an lokale Akteure vergeben, die sich als Patinnen und Paten gemeldet haben. Aktuell warten noch 13 Beete auf engagierte Personen aus der Bürgerschaft, die die Pflege übernehmen möchten.
Ein Wasserbehälter steht vor dem Nahversorgungszentrum, gegenüber dem Eingang des Kindertreffs im Jugendcafé. Eine Gießkanne soll dort dauerhaft angebracht werden, damit die Patinnen und Paten sie unkompliziert nutzen können. Die Idee ist, für jedes der 13 Beete mindestens eine Patin oder einen Paten zu gewinnen, sodass das Gießen und Pflege mit wenig Aufwand möglich ist.
Interessierte können sich direkt beim Quartiersmanagement Pilgerpfad melden, das die Patenschaften koordiniert. Außerdem können sich Patinnen und Paten als Ehrenamtliche registrieren – hierfür steht ein Formular zur Verfügung: Ehrenamtsvereinbarung Grünflächenpflege | Stadt Frankenthal
Die Stadt Frankenthal setzt sich intensiv mit der Entwicklung des Pilgerpfads auseinander. Bereits 2019 rückte das Quartier mit der Entwurfsvorstellung eines Neubaus am Jakobsplatz in den Mittelpunkt der Stadtentwicklung. In den folgenden Jahren zeigten umfangreiche Bürgerbeteiligungen, ein erstes Grobkonzept und eine Sozialverträglichkeitsanalyse, dass insbesondere in den Bereichen öffentliche Freiräume, soziale Infrastruktur und nachbarschaftlicher Zusammenhalt dringender Handlungsbedarf besteht.
Basierend auf diesen Erkenntnissen beschloss der Stadtrat am 17. April 2024, sich für das Städtebauförderungsprogram Sozialer Zusammenhalt zu bewerben. Nach einem intensiven Abstimmungsprozess mit dem Ministerium des Innern und für Sport sowie der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) wurde die Bewerbung im September 2024 eingereicht – mit Erfolg. Das Quartier wurde 2025 in das Städtebauförderprogramm Sozialer Zusammenhalt aufgenommen.
Im Jahr 2026 hat die Stadt entschieden, den Einstieg in das Förderprogramm zu verschieben. Hintergrund sind mehrere große Hoch- und Tiefbaumaßnahmen, die in den kommenden Jahren das Quartier – insbesondere das Zentrum – deutlich verändern werden. Diese Projekte greifen tief in die räumliche Struktur ein. Um die Gesamtentwicklung sinnvoll zu steuern, wurde der Programmstart daher strategisch zurückgestellt – mit dem Ziel, die Städtebauförderung zu einem späteren Zeitpunkt erneut zu beantragen.
Trotz der bevorstehenden Großprojekte möchte die Stadt den Pilgerpfad beleben, aufwerten und die Aufenthaltsqualität verbessern. Dafür sind mehrere kurzfristige Maßnahmen geplant und teilweise bereits umgesetzt.
Installation eines Trinkwasserbrunnens am Jakobsplatz
Pflanzmaßnahmen: 33 neue Bäume im gesamten Stadtteil Pilgerpfad; dauerhafte Neubepflanzung von vier Rundbeeten am Jakobsplatz; teilweise Neubepflanzung der Hochbeete als Ersatz für die frühere Rasenfläche
Das Projekt Gemeinschaftsgarten am Jakobsplatz zur Belebung des Platzes, zur Förderung kreativer Nutzungen und zur Aktivierung der Bürgerschaft: 23 Holzkisten in verschiedenen Größen und 10 Sitzelemente
Reaktivierung der Rankkonstruktionen mit Kletterpflanzen und Neuanstrich der Außenpfosten in den Stadtfarben
Gestaltung geeigneter Fassaden des teilweise leerstehenden Nahversorgungszentrums durch Folierung mit Informationsplakaten und kreativen Bildern
Optimierung der Platzmöblierung durch zusätzliche Sitzbänke und neue Abfallbehälter
Einrichtung des Quartiersmanagements Pilgerpfad (QMPF)und Eröffnung des zugehörigen Quartiersbüros im Gebäude des Jugendcafés – als zentrale Schnittstelle zwischen Verwaltung und Bürgerschaft zur Stärkung der Vernetzung, der Beteiligung und des sozialen Zusammenhalts
Einreichung des Förderantrags für das Modellvorhaben „Innenstadt‑Impulse“ im Pilgerpfad, um kurzfristige Verbesserungen anzustoßen, neue Impulse für die Aufenthaltsqualität zu setzen und erste Maßnahmen zur Belebung des zentralen Bereichs umzusetzen
Bürgerinformationsveranstaltung zu den aktuellen Entwicklungen im Pilgerpfad; der Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben