Außenansicht Kunsthaus Frankenthal

Kunsthaus

Perron-Kunstpreis Porzellan

Perron-Kunstpreis in der Sparte Porzellan

Zum neunten Mal wird der Frankenthaler Perron-Kunstpreis in der Sparte Porzellan verliehen.

Die Jury hat sich bei der Hauptjurierung entschieden in diesem Jahr drei Förderpreise zu vergeben.

Entgegennehmen dürfen der diesjährige Gewinner sowie die Gewinnerrinnen ihre Haupt- und Förderpreise im Rahmen einer Feierstunde und Ausstellungseröffnung im Kunsthaus am Freitag 11. September. Ab Samstag, 12. September, sind alle in der Vorjurierung ausgewählten Werke in einer Ausstellung zu sehen.

Seit 1981 vergibt die Stadt Frankenthal in Abständen von zwei bzw. drei Jahren den Perron-Kunstpreis, der nach der Frankenthaler Künstlerfamilie Perron benannt ist. Der Perron-Kunstpreis hat das Ziel, Künstler aktiv zu fördern und möchte dem kulturellen Leben neue Impulse geben. Der Kunstpreis wird abwechselnd in den Sparten Grafik, Malerei, Plastik und Porzellan verliehen.

Der letzte Perron-Kunstpreis in der Sparte Porzellan wurde im Jahr 2023 ausgeschrieben.

Um den Perron-Kunstpreis hatten sich 40 Künstlerinnen und Künstler mit 55 Werken beworben. Der Bewerberkreis rekrutierte sich aus dem gesamten Bundesgebiet.


Hauptpreis an Petra Benndorf

In der Hauptjurierung am 2.9.26 haben sich die Juroren nach mehreren Durchgängen entschieden, den mit 4.500 Euro dotierten Kunstpreis an Petra Benndorf aus Fresendorf zu verleihen. Sie überzeugte die Jury mit ihrer Arbeit „Lichthauch".

Hauptpreisgewinnerin Petra Benndorf  

Petra Benndorf sagt über ihre Arbeit "Lichthauch": Im Bereich der Keramik gilt mein besonderes Interesse dem Porzellan. Mit diesem Material arbeite ich seit ca. 18 Jahren. Ich verwende es teilweise oder ganz unglasiert, um auch die haptische Schönheit des Bisquitporzellans zur Geltung zu bringen. 

Eine Eigenschaft des Porzellans die mich besonders fasziniert ist seine Lichtdurchlässigkeit. Um diese hervorzuheben habe ich mich auf das Drehen hauchdünner Wandungen spezialisiert. Ich strebe bei meiner Arbeit eine naturbezogene Ästhetik an - bezogen auf Haptik, Form und Oberfläche. Teilweise verarbeite ich natürliche Materialien und es entsteht ein Objekt, das ein natürliches Lebewesen sein könnte - nicht hergestellt sondern gewachsen.


"Lichthauch"

Kunstwerk Lichthauch

Über Petra Benndorf

Portrait Petra Benndorf in ihrem Atelier in Fresendorf

Petra Benndorf wurde 1967 in Wismar geboren. Nach ihrer Gesellenprüfung zur Töpferin im Jahr 1988 legte sie 1997 die Meisterprüfung im Keramikerhandwerk ab. Von 1998 bis 2001 studierte sie „Freie Kunst Keramik“ am Institut für Künstlerische Keramik und Glas in Höhr-Grenzhausen, einem Fachbereich der Fachhochschule Koblenz. Seit 2002 arbeitet Petra Benndorf als freischaffende Keramikerin in ihrer eigenen Werkstatt in Rostock. Seit 2006 ist sie Mitglied im Künstlerbund Mecklenburg und Vorpommern.

Ihre Arbeiten wurden international auf zahlreichen Ausstellungen und Wettbewerben präsentiert und mehrfach ausgezeichnet. 2005 erhielt sie bei der 4th International Craft Competition in Cheongju, Korea, den Bronze Prize in Ceramic. Im selben Jahr wurde sie bei der III Biennal de Ceramica in El Vendrell, Spanien, als Selected Artist ausgewählt. Bei der 4th World Ceramic Biennale in Icheon, Korea, erhielt sie 2007 eine Honorable Mention. 2008 wurde ihre Arbeit bei der IV Biennal de Ceramica in El Vendrell mit dem 3rd Prize ausgezeichnet.

Arbeiten von Petra Benndorf befinden sich unter anderem in der Sammlung des Museums für Angewandte Kunst Köln, in der Sammlung A. und W. Crueger, der Sammlung G. Freudenberg, der Collection of World Ceramic Exposition Foundation in Icheon, Korea, sowie in der Sammlung H. Seiffert.

Förderpreis

Die drei mit jeweils 1.000 Euro dotierten Förderpreise für Künstler, die bei Einreichung der Werke nicht älter als 30 Jahre sind, gehen an                   

Paulin Fritsch, Anna-Lena Juner und Katharina Wilhelm.

Paulin Fritsch

Im Zentrum der Arbeit von Paulin Fritsch steht die Auseinandersetzung mit innerem und äußerem Kitsch, der sich in einem Spannungsfeld zwischen aufrichtiger Emotionalität und bewusster Inszenierung bewegt.

Sie erschafft Szenen fragiler, oft schwebender Momente zwischen Leben und Tod und öffne dabei einen Raum für eigene Narrationen.

"Death with flower"

Zu sehen ist eine Porzellanfigut die ein Skelett darstellt mit Blumen verziert.

Über Paulin Fritsch

Foto Paulin Fritsch

Paulin Fritsch, geboren 2000 in Köln, lebt und arbeitet in Halle (Saale). Nach ihrer Ausbildung an der Staatlichen Glasfachschule Rheinbach (2018–2020) absolvierte sie von 2021 bis 2024 die Keramikschule Landshut, die sie mit einem Abschluss beendete. Seit 2024 studiert sie an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle im Bereich Plastik mit der Studienrichtung Keramik.

Praktische Erfahrungen sammelte Fritsch unter anderem 2020 in der Keramikwerkstatt „Feinerton“ sowie 2023 im Rahmen eines Erasmuspraktikums in der Keramikwerkstatt „Keramion“ auf Kreta.

Ihre Arbeiten waren unter anderem 2018 und 2024 in den Gemeinschaftsausstellungen „CHEAP-ART“ im Kult41 in Bonn zu sehen.

Förderpreisgewinnerin Anna-Lena Juner

Anna-Lena Juner überzeugte die Jury mit Ihrer Arbeit                                     "Papierlilien"

Die Werkgruppe „Papierlilien" entstand aus gefalteten Papiermodellen, deren Form dem Kinderspiel Himmel und Hölle" entnommen wurde. Diese ursprünglich spielerische und vergängliche Papierform wurde dünn mit Papier-Porzellan überzogen und dadurch in ein dauerhaftes keramisches Objekt überführt. Durch die geöffneten, spitz zulaufenden Faltungen entsteht eine Nähe zu Blütenformen, insbesondere zu Lilien: Die einzelnen Flächen wirken wie Blütenblätter, die sich aus einer Mitte heraus entfalten. Bewusst wurde auf Glasur und Farbkörper verzichtet. Die rohe, weiße Oberfläche lässt das Material selbst sprechen und unterstreicht die Assoziation von Unschuld, Reinheit und Verletzlichkeit. Gleichzeitig bleibt die Oberfläche nicht makellos: Die unregelmäßigen Kanten, rauen Strukturen und sichtbaren Spuren des Auftrags verweisen auf den Herstellungsprozess und geben der Arbeit eine körperliche, beinahe organische Qualität. Der Titel ,Papierlilien" verbindet die Herkunft der Form und des Materials mit ihrer floralen Erscheinung. Die Arbeit bewegt sich zwischen gefaltetem Papier, keramischer Haut und abstrahierter Blüte. Im Kontext von„Flowerpower" steht sie nicht für eine explosive, farbige Kraft, sondern für eine leise Form von Stärke: zart, roh und dennoch beständig.



"Papierlilien"

Kunstwerk Papierlilien


Über Anna-Lena Juner

Portrait Anna-Lena Juner

Anna-Lena Juner wurde 1996 in Rheinland-Pfalz, Deutschland, geboren und befindet sich im Abschlusssemester ihres Masterstudiums für Kunst und Philosophie auf Lehramt an der RPTU Kaiserslautern-Landau. Innerhalb ihres Kunststudiums legt sie einen besonderen Schwerpunkt auf die keramische Arbeiten und experimentelle Materialprozesse, insbesondere auf die Arbeit mit Porzellan und Papier-Porzellan. In ihren künstlerischen Arbeiten beschäftigt sie sich wiederholt mit inneren Zuständen, Erinnerungen und gedanklichen Bewegungen, die durch fragile, organische oder serielle Formen sichtbar werden. Das Material Papier-Porzellan eröffnet ihr dabei die Möglichkeit, Leichtigkeit, Verletzlichkeit und Form zugleich zu verbinden. Am 20. und 21. Juli 2025 wurde Die Künstlerin mit ihrem Porzellanwerk ,Gedankenkreise" über die Teilnahme am Wettbewerb YOUNG TALENTS 2025 in Iznang zur Ausstellung eingeladen.

Förderpreisgewinnerin Katharina Wilhelm

Katharina Wilhelm überzeugte die Jury mit ihrer Arbeit                    „Schichtung 7:35 pm"

Die Arbeit "Schichtung 7:32 pm" übersetzt eine flüchtige Tagesstimmung in die Materialität des Porzellans. Die gelb-grün-blaue Glasur - eine Schichtung aus Kupfercarbonat und der Grundglasur "grün glänzend" - evoziert die lebendige Farbpalette einer Landschaft, in der Licht und Schatten, Natur und Atmosphäre ineinander übergehen. Wie Blumen, die sich im Laufe des Tages dem Licht zuwenden, entfaltet sich hier die Farbe als organischer Prozess: Jede Schicht reagiert auf die andere, schafft Tiefe und Raum, lässt den Bildraum entstehen. Die Reihe "Schichtung" nimmt im immer gleichen Format von gegossenem Ton/Porzellan Tagessituationen abstrahiert auf. Anders als bei Wilhelms malerischer Praxis, die sich mit ähnlichen Farbsituationen, die ihren Ursprung aus der Landschaft haben, muss in der Keramik mit dem Konkreten gearbeitet werden und der Unvorhersehbarkeit. Die Glasur wird so zum Medium, das die Stimmung der "Flowerpower", als in eine dauerhafte, haptische Form übersetzt. 

"Schichtung 7:35 pm"

Porzellan Werk Schichtung 7:32 pm


Über Katharina Wilhelm

Portrait Katharine Wilhelm

Katharina Wilhelm wurde 1999 in Ochsenhausen geboren und ist Malerin und Keramikerin. Sie lebt und arbeitet in Dresden. Im Jahr 2019 begann sie ihr Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Bis 2024 war sie in der Klasse von Prof. Carl Emanuel Wolff, als sie dann ein DAAD-Stipendium (Deutscher Akademischer Austauschdienst) für ein Studiensemester an der Glasgow School of Arts in Großbritannien erhielt. Danach setzte sie ihr Studium in der Malereiklasse von Prof. Christian Macketanz fort, und ist nun nach bestandenem Diplom bei Prof. Macketanz Meisterschülerin.

Ihre erste institutionelle Einzelausstellung „Die Schatten der Gräser“ fand im Juli 2025 in der Stiftung BC pro Arte in Biberach a.d. Riss statt. Im selben Jahr wurde sie für den August-Macke-Förderpreis nominiert, erhielt ein sechswöchiges Residenzstipendium der Lavangsnes Wunderkammer in Norwegen sowie den Bruno-Frey-Kulturpreis für Bildende Kunst. Zu den weiteren Ausstellungen im Jahr 2026 gehören eine Doppelausstellung in der Galerie Hermann in Dresden, eine Gruppenausstellung im Kunstquartier Bethanien in Berlin sowie ein Residenzstipendium in Schottland, das von der Kings Foundation und der Royal Drawing School gefördert wurde.

Alle Künstler der Ausstellung

Zu sehen sind Werke von:

Abendroth Daniela, Arp Mendy, Bernauer Sophie, Benndorf Petra, Bohnacker Katrin, Antje Dietrich, Flurer-Brünger Karin, Fritsch Paulin, Graber-Reckziegel Bettina, Haberland Heinke, Heo Philsoo, Ihlenburg Julia, Jaenicke Ina, Jones Claudia, Juner Anna-Lena, Kithahara Atsushi, Lee Jungwoon, Lüpke-Dolny Gudrun, Pohlkremper Maria, Radtke Gitta, Weiß Cornelie, Wenz Dorothee, Wichmann-Hopp Heike, Wilhelm Katharina, Yoo Chungwoo.

Die Jury

Die fünfköpfige Jury war besetzt durch Beigeordneter Bernd Leidig, Karin Bille, ehem. Leiterin Beratungsstelle Formgebung Mainz, Gernot Frankhäuser, Landesmuseum Mainz, Sebastian Scheid, Keramiker und Perron-Preisträger Porzellan 2020, Dr. Maria Lucia Weigel, Leiterin Erkenbertmuseum Frankenthal.

Ausstellung

Die Ausstellung läuft bis zum 11. Oktober und kann im Kunsthaus mittwochs bis samstags von 14 bis 18 Uhr sowie sonntags von 12.30 bis 16.30 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist frei. Zu sehen sind alle Arbeiten, die die Jury in der Vorjurierung ausgewählt hat.

Auf einen Blick

Preisverleihung mit Feierstunde am 11.09.26 um 18 Uhr im Kunsthaus Frankenthal. Das Grußwort spricht Oberbürgermeister Dr. Nicolas Meyer. Die Laudatio von Jury Mitglied Karin Bille wird von Frau Dr. Maria Lucia Weigel vorgetragen. Musikalisch umrahmt wird die Feierstunde von Elke Wunderle.

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