Freya Blösl "Das Leben der Dinge"
17. Juli bis 16. August 2026
Die Werke von Freya Blösl entstehen aus ehemals Beiseitegelegtem, Gesammeltem und Gefundenem. Jedes einzelne Teil für sich ist unscheinbar und kaum der Rede wert. Miteinander kombiniert und neu arrangiert wird die inhärente Schönheit des Einzelnen erkennbar. Viele der plastischen Arbeiten sind nach dem Tod ihrer Mutter entstanden. Dies ergab sich schon allein daraus, dass sie ihr viele „Dinge“ hinter-
lassen hat, die sie im Grunde nicht gebrauchen konnte, aber auch nicht einfach weg-werfen wollte. So ließen sich die beiden Akkordeons aus dem Nachlass ihrer Mutter nicht mehr reparieren, waren aber auseinandergeschraubt als Arbeitsmaterial für ihr künstlerisches Schaffen besonders geeignet. Das Zerstören und neu Zusammen fügen, einen Vorgang, den sie mit „Dekonstruktion“ bezeichnet, führte zu einer spannungsreichen Serie.
Auch die große Zahl an Fotografien in Schwarz-Weiß und bunt, verwackelt und mit seltsamen Farbwerten bot ihr Anregung und Material zur künstlerischen Arbeit. Bei diesen Arbeiten setzte sie sich mit dem Tod und dem Leben ihrer Mutter auseinander; die eigene Vergangenheit und die der Mutter wurden erneut lebendig. Bei den flächigen Arbeiten passiert im Grunde genommen das Gleiche. Collagenartig geschichtet, übermalt und überklebt, wachsen die Bilder langsam und organisch. Als Material verwendet sie außer Leinwand gerne Pack- aber auch Seidenpapier. Durch die Verwendung von Pigmenten, die der verwendeten Acrylfarbe je nach Gusto beigemischt werden, entstehen starke Farbwerte.
Über die Künstlerin
Freya Blösl wurde 1957 in Frankfurt am Main geboren und wuchs in Bad Camberg sowie Wiesbaden auf. Nach ihrem Studium Kunst und Deutsch für das Lehramt an Haupt- und Realschulen absolvierte sie eine Umschulung zur Organisationsprogrammiererin, aus der sich später ihre Karriere als SAP-Organisatorin entwickelte. Bis zu ihrem dreiundsechzigsten Lebensjahr arbeitete sie in diesem Beruf für verschiedene Unternehmen. Die Kunst begleitete sie stets, wenn auch bis zu ihrem fünfzigsten Lebensjahr eher im Hintergrund. Heute lebt sie in der Nähe von Ulm und ist Mitglied im BBK Ulm. Ihre künstlerischen Arbeiten finden zunehmend Beachtung, mit Ausstellungen wie „Was bleibt“ in der Petruskirche Neu-Ulm und „Drucksachen und Sperrgut“ im Rathaus Senden, beide im Jahr 2024. Ihre bisherigen Ausstellungen umfassen auch ein Künstlerportrait im Bayerischen Schulmuseum Ichenhausen (2022) sowie „Fragmente und Dekonstruktionen“ im Kabinett Museum Oberfahlheim (2021).
Begleitend zur Ausstellung findet am Samstag, 1. August um 14 Uhr eine barrierefreie Führung durch die Ausstellung mit der Künstlerin und einem Gebärdendolmetscher statt.
Die Führung ist kostenfrei!




