Die Überprüfung der nächtlichen Ampelschaltungen war in der Vergangenheit wiederholt Thema bei Bürgerbeteiligungen, Bürgersprechstunden und weiteren Dialogformaten der Stadt. Viele Frankenthalerinnen und Frankenthaler hatten angeregt, unnötige Wartezeiten an roten Ampeln während der verkehrsarmen Nachtstunden zu reduzieren.
Die Stadt hat diese Rückmeldungen aufgegriffen und gemeinsam mit der Straßenverkehrsbehörde, der Polizei und dem Straßenbaulastträger sämtliche Ampelanlagen im Stadtgebiet überprüft. Auf dieser Grundlage wurden zehn Standorte für eine zunächst einjährige Testphase ausgewählt. Die Umstellung der fünf größeren Kreuzungen erfolgt zudem in Abstimmung mit dem Landesbetrieb Mobilität.
Ziel ist es, den Verkehrsfluss während der verkehrsarmen Nachtstunden zu verbessern und unnötige Wartezeiten zu vermeiden. Gleichzeitig sollen Erfahrungen zu den Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit und das unmittelbare Wohnumfeld gesammelt werden.
„Die nächtlichen Ampelschaltungen waren ein wiederkehrendes Thema in unseren Bürgersprechstunden und Dialogformaten. Viele Bürgerinnen und Bürger haben uns darauf angesprochen, warum sie nachts an roten Ampeln warten müssen, obwohl kaum Verkehr unterwegs ist. Diese Anregungen haben wir aufgegriffen und gemeinsam mit Polizei und Fachbehörden geprüft. Mit der Testphase setzen wir nun eine konkrete Anregung aus der Bürgerschaft um. Dabei hat die Verkehrssicherheit für uns oberste Priorität“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Nicolas Meyer.
Diese zehn Standorte sind vorgesehen
An folgenden fünf Kreuzungen werden die Ampelanlagen während der Nachtstunden auf gelbes Blinklicht umgestellt:
- Wormser Straße, Höhe Möbel Ehrmann
- Berliner Straße/ Peter-Rosegger-Straße
- Westring/ Heßheimer Straße
- Neumayerring/ Erzbergerstraße
- Mahlastraße/ Albrecht-Dürer-Ring, Höhe Sparkasse
An fünf weiteren Standorten werden die Fußgängerampeln nachts vollständig abgeschaltet:
- Wormser Straße, Höhe Pestalozzischule
- Westring, Höhe Nelkenstraße
- Flomersheimer Straße/ Philipp-Rauch-Straße
- Neumayerring, Höhe Neumayerschule
- Mahlastraße, Höhe Mehrgenerationenhaus
Die Änderungen gelten ausschließlich zwischen 22.30 Uhr und 6 Uhr.
Verkehrssicherheit und Interessen der Anwohner im Blick
Die Stadt wird während der Testphase insbesondere die Entwicklung des Unfallgeschehens beobachten. Darüber hinaus sollen Rückmeldungen aus der Bürgerschaft zu möglichen Auswirkungen auf das Geschwindigkeitsverhalten, die nächtliche Lärmbelastung und die Sicherheit beim Überqueren der Straßen berücksichtigt werden.
„Wir wollen unnötige Wartezeiten reduzieren, ohne neue Probleme zu schaffen. Deshalb haben wir die Standorte sorgfältig mit den zuständigen Fachbehörden abgestimmt. Uns ist zugleich wichtig, die Erfahrungen der Anwohnerinnen und Anwohner einzubeziehen. Sollten sich konkrete Sicherheitsprobleme zeigen, werden wir die betreffenden Ampelschaltungen vorzeitig überprüfen“, betont Meyer.
Frühzeitige Information für blinde und sehbehinderte Menschen
Ein besonderes Augenmerk gilt den Belangen blinder und sehbehinderter Menschen. Die Stadt informiert deshalb bereits vor Beginn der Testphase über die bevorstehenden Änderungen.
An den fünf vollständig abgeschalteten Fußgängerampeln stehen während der Nachtstunden auch die gewohnten akustischen Signale zur Orientierung und zum Überqueren der Straße nicht zur Verfügung. Auch an den auf gelbes Blinklicht umgestellten Anlagen verändert sich die gewohnte Verkehrssituation.
Die frühzeitige Information soll insbesondere betroffenen Menschen ermöglichen, sich rechtzeitig auf die Veränderungen einzustellen. Die Auswirkungen auf die Barrierefreiheit werden bei der Bewertung der Testphase berücksichtigt.
Die Stadt bittet alle Verkehrsteilnehmenden, sich auf die veränderte Situation einzustellen und insbesondere nachts aufmerksam und rücksichtsvoll zu fahren.
Nach einem Jahr wird Bilanz gezogen
Nach Abschluss der Testphase wird entschieden, ob die nächtliche Abschaltung beziehungsweise die Umstellung auf gelbes Blinklicht dauerhaft fortgeführt werden kann. Bei entsprechenden Ergebnissen können perspektivisch auch weitere geeignete Standorte im Stadtgebiet geprüft werden. Bei einer dauerhaften Fortführung ist eine weitere Auswertung nach drei Jahren vorgesehen.



