Unterzeichnet wurde die Vereinbarung von Oberbürgermeister Dr. Nicolas Meyer, dem Beigeordneten Bernd Leidig und Stadtwerke Geschäftsführer Volkmar Langefeld. Zu den potenziellen städtischen Anschlussobjekten zählen unter anderem Kindertagesstätten, Schulen, Verwaltungsgebäude und das Rathaus.
„Die Fernwärme bietet für Frankenthal eine große Chance. Wir wollen vorhandene Energiepotenziale in unserer Region besser nutzen, unsere Wärmeversorgung langfristig klimafreundlicher gestalten und gleichzeitig eine leistungsfähige Infrastruktur für die Zukunft schaffen. Als Stadt unterstützen wir dieses Vorhaben ausdrücklich und wollen mit unseren eigenen Gebäuden einen konkreten Beitrag zu seiner Weiterentwicklung leisten“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Nicolas Meyer, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Frankenthal.
Städtische Gebäude bieten erhebliches Potenzial
Im Rahmen der bisherigen Planungen hat die Stadt zahlreiche kommunale Verbrauchsstellen im vorgesehenen Fernwärmegebiet erfasst. Dazu gehören Schulen, Kindertagesstätten, Sporthallen, Verwaltungsgebäude und weitere öffentliche Einrichtungen. Zusammen weisen diese einen jährlichen Wärmebedarf von rund 9,75 Millionen Kilowattstunden auf. Dieses Nachfragepotenzial kann einen wichtigen Beitrag zur weiteren Entwicklung und wirtschaftlichen Planung des Fernwärmenetzes leisten.
Stadtverwaltung und Stadtwerke werden nun gemeinsam untersuchen, welche Gebäude sich technisch und wirtschaftlich für einen Anschluss eignen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf Liegenschaften, bei denen in den kommenden Jahren ohnehin eine Modernisierung der Heizungsanlagen erforderlich wird.
„Wir wollen als Stadt mit gutem Beispiel vorangehen. Wenn wir anstehende Investitionen in unsere öffentlichen Gebäude frühzeitig mit den Planungen für die Fernwärme verbinden, können wir Klimaschutz und wirtschaftliches Handeln sinnvoll miteinander verknüpfen. Gleichzeitig unterstützen wir unsere Stadtwerke dabei, eine verlässliche Grundlage für die weitere Projektentwicklung zu schaffen“, betont Meyer.
Innovative Wärmenutzung für die gesamte Region
Das geplante Fernwärmeprojekt ist Teil einer regionalen Zusammenarbeit der Stadtwerke Frankenthal mit den Technischen Werken Ludwigshafen (TWL) und BASF.
Ein zentraler Bestandteil ist die geplante Nutzung von Wärme aus dem gereinigten Abwasser der BASF-Kläranlage in Frankenthal. Mithilfe einer Großwärmepumpe soll diese bislang weitgehend ungenutzte Energiequelle für die Wärmeversorgung erschlossen werden.
„Die geplante Fernwärmeversorgung ist eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte in der jüngeren Geschichte der Stadtwerke Frankenthal. Sie wird die Wärmeversorgung unserer Stadt langfristig prägen. Ähnlich wie die Einführung der Gasversorgung in früheren Jahrzehnten steht auch die Wärmewende für einen tiefgreifenden Wandel. Solche Entwicklungen erfordern Mut, Weitsicht und Vertrauen. Die Interessensbekundung der Stadt Frankenthal ist deshalb ein starkes Signal und ein wichtiger Meilenstein für die weitere Entwicklung des Projekts.“ sagt Volkmar Langefeld.
Gemeinsam die Wärmeversorgung der Zukunft gestalten
Für Oberbürgermeister Meyer zeigt das Projekt beispielhaft, welche Chancen in der Zusammenarbeit von Kommunen, regionalen Energieversorgern und Industrie liegen.
„Frankenthal ist Teil einer wirtschaftsstarken und innovativen Region. Mit diesem Projekt haben wir die Chance, gemeinsam mit starken Partnern neue Wege in der Energieversorgung zu gehen. Das stärkt nicht nur den Klimaschutz, sondern auch die Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts. Ich bin überzeugt, dass wir dieses Potenzial konsequent weiterverfolgen sollten“, so Meyer.
Die finale Investitionsentscheidung für das Gesamtprojekt wird voraussichtlich bis Ende des Jahres angestrebt. Nach aktuellem Planungsstand sollen die Arbeiten an der Wärmequelle im Jahr 2027 beginnen. Parallel dazu startet die detaillierte Planung des Verteilnetzes. Ziel ist es, bis Ende 2029 erste Bereiche des Fernwärmenetzes mit Wärme zu versorgen.
Die frühzeitige Einbindung kommunaler Gebäude bietet Planungssicherheit für die weitere Projektentwicklung und unterstützt den schrittweisen Aufbau des geplanten Wärmenetzes. Mit der Unterzeichnung setzen Stadt und Stadtwerke gemeinsam ein sichtbares Zeichen für die zukünftige Entwicklung der Wärmeversorgung in Frankenthal.
Mehr Informationen zur Wärmewende sind auch unter www.waerme-frankenthal.de zu finden.



