Frankenthal
Sebastian Weindel, © Sebastian Weindel

Auf Frankenthals Straßen bewegt sich was: 20 Radverkehrsfurten werden rot markiert

Die erste Stufe umfasst u.a. Bereiche entlang der Benderstraße, Am Kanal, Mörscher Straße und Wormser Straße. Die Markierungsarbeiten sollen Mitte Oktober beginnen. Viele der ausgewählten Stellen liegen im Umfeld des Karolinen-Gymnasiums, des Albert-Einstein-Gymnasiums, des Pfalzinstituts für Hören und Kommunikation, der Robert-Schuman-IGS, der Friedrich-Schiller-Realschule plus, der Andreas-Albert-Schule, der Friedrich-Ebert-Realschule plus, der Freien Waldorfschule und der Pestalozzi-Grundschule.

Je nach Situation werden zusätzlich Fahrradpiktogramme und Richtungspfeile angebracht. Die rote Einfärbung soll die Aufmerksamkeit an Stellen erhöhen, an denen sich Verkehrswege kreuzen. Die Auswahl erfolgte bewusst nach der Situation vor Ort: Beispielsweise queren an der Mörscher Straße täglich viele Schülerinnen und Schüler auf dem Schulweg, weshalb hier besondere Aufmerksamkeit erforderlich ist. An der Mahlastraße/Albrecht-Dürer-Ring bestehen ungünstige Sichtbeziehungen, weshalb eine Roteinfärbung an dieser Stelle auf mögliche Konflikte hinweisen soll.

„Verkehrssicherheit muss dort ankommen, wo die Menschen sie jeden Tag erleben – auf dem Schulweg, an der Kreuzung oder an einer unübersichtlichen Einmündung“, erklärt Oberbürgermeister und Verkehrsdezernent Dr. Nicolas Meyer. „Deshalb gehen wir jetzt zunächst 20 konkrete Stellen an. Weitere müssen und werden folgen.“

Was bereits passiert: Markierungen, Schlaglöcher, Deckschichten und „Wackelplatten“

Die neuen roten Furten sind Teil einer ganzen Reihe von Maßnahmen, die derzeit auf Frankenthals Straßen umgesetzt werden. Bereits zuvor wurden an insgesamt 15 zentralen Knotenpunkten bestehende Fahrbahnmarkierungen erneuert beziehungsweise nachgezogen, unter anderem am Neumayerring, an der Mahlastraße und am Europaring. Ein neuer Rahmenvertrag für Markierungsarbeiten ermöglicht es der Stadt, solche Arbeiten künftig schneller und gebündelt abzurufen.

Auch bei Schlaglöchern wird inzwischen mit einem Rahmenvertrag gearbeitet. Innerhalb weniger Wochen wurden nach dem zuletzt veröffentlichten Stand mehr als 15 Tonnen Reparaturmaterial verarbeitet.

Hinzu kommen größere Arbeiten. In der Gartenstraße, Georg-Metz-Straße und Flomersheimer Straße wurden Deckschichten saniert beziehungsweise umfangreichere Ausbesserungen vorgenommen.

Und auch ein Problem, das viele Frankenthaler seit Jahren kennen, wird derzeit angegangen: die sogenannten „Wackelplatten“ in der Innenstadt. An fünf Kreuzungs- und Einmündungsbereichen werden instabile Platten erneuert und dauerhaft befestigt. Das verbessert die Situation insbesondere für Menschen, die zu Fuß, mit dem Fahrrad, Rollator, Rollstuhl oder Kinderwagen unterwegs sind.

„Mir ist wichtig, dass die Menschen nicht nur von Konzepten hören, sondern Veränderungen auch auf der Straße sehen“, sagt Meyer. „Manches lässt sich vergleichsweise schnell lösen, anderes braucht Planung, Geld und Personal. Deshalb arbeiten wir gleichzeitig kurzfristig, mittel- und langfristig.“

Rund 20 Millionen Euro für Frankenthals Straßen bis 2029

Denn der Handlungsbedarf bleibt groß. Bei Straßen und Verkehrsinfrastruktur hat sich über viele Jahre ein erheblicher Sanierungs- und Nachholbedarf aufgebaut. Mit dem Straßensanierungs- und Straßenausbauprogramm 2025 bis 2030 hat die Stadt deshalb erstmals eine längerfristige Roadmap für die kommenden Jahre aufgestellt.

Das Programm sieht ein Investitionsvolumen von rund 20 Millionen Euro bis 2029 vor. Auf der Projektliste stehen Fahrbahndeckensanierungen und punktuelle Straßenerneuerungen ebenso wie größere Vorhaben, darunter der Vollausbau der Carl-Theodor-Straße und der Elisabethstraße sowie der Ausbau von Bushaltestellen. Darüber hinaus hat die Stadt für die folgende Dekade einen weiteren Bedarf von rund 35 Millionen Euro ermittelt.

Die Finanzierung erfolgt je nach Projekt über kommunale Eigenmittel, Fördermittel von Bund und Land sowie wiederkehrende Ausbaubeiträge.

Dabei bleibt die personelle Umsetzung eine Herausforderung. Deshalb soll insbesondere der Tiefbau weiter personell gestärkt werden. Entsprechende Stellenbesetzungsverfahren laufen.

„20 Millionen Euro sind eine erhebliche Investition. Gleichzeitig zeigt der zusätzliche Bedarf, welche Aufgabe vor uns liegt“, so Meyer. „Wir wissen, dass es im Stadtgebiet noch viele Straßen, Wege und Stellen gibt, an denen sich Bürgerinnen und Bürger Verbesserungen wünschen – und vielfach auch zu Recht. Wir können angesichts unserer finanziellen und personellen Möglichkeiten nicht alles gleichzeitig erledigen. Deshalb priorisieren wir und arbeiten die Projekte nach einer klaren Roadmap Schritt für Schritt ab.“

Nicht nur planen: Frankenthal probiert neue Lösungen aus

Dabei setzt die Stadt nicht ausschließlich auf klassische Baumaßnahmen. An verschiedenen Stellen werden neue Lösungen zunächst im Alltag ausprobiert und anschließend ausgewertet.

Ein Beispiel sind die Temposchwellen im Bereich Wormser Straße/August-Bebel-Straße. Weiterhin wird aktuell der Einsatz von Berliner Kissen im Nachtweideweg im Rahmen eines Pilotprojektes getestet. Auch bei ausgewählten Ampelanlagen wird eine veränderte nächtliche Schaltung zunächst getestet und anschließend insbesondere mit Blick auf die Verkehrssicherheit ausgewertet.

Ein weiteres Beispiel ist der geplante City-Radring. In ausgewählten Straßen rund um die Fußgängerzone sollen Fahrradstraßen eingerichtet werden. Der Verkehrsversuch soll nach aktueller Planung mit Beginn der Fahrradsaison im kommenden Frühjahr starten und zwölf Monate dauern. Während dieser Zeit werden Verkehrsdaten erhoben und Erfahrungen von Anwohnern, Schulen, Gewerbetreibenden und weiteren Betroffenen ausgewertet. Danach wird über Beibehaltung, Anpassung, Erweiterung oder Rücknahme entschieden.

„Wir gehen bewusst auch neue und mutige Wege“, sagt Meyer. „Wir probieren etwas aus, schauen uns an, wie es im täglichen Verkehr funktioniert, hören den Menschen zu und steuern nach, wenn es notwendig ist. Nicht jede gute Lösung entsteht am Schreibtisch. Manche muss man im echten Stadtverkehr ausprobieren.“

Der City-Radring soll dabei zugleich eine konkrete Alternative zur Durchfahrt mit dem Fahrrad durch die Fußgängerzone schaffen.

Mehr kontrollieren – und gleichzeitig bessere Angebote schaffen

Denn zur Verkehrssicherheit gehören für die Stadt auch klare Regeln. Seit Juli verfügt der Verkehrsüberwachungsdienst nach Übertragung der entsprechenden Zuständigkeit durch das Land über die Möglichkeit, selbst den fließenden Rad- und E-Scooter-Verkehr zu kontrollieren. Damit kann die Stadt beispielsweise auf unerlaubtes Rad- und E-Scooter-Fahren in der Fußgängerzone unmittelbar reagieren.

„Kontrolle und gute Angebote gehören zusammen“, betont Meyer. „Die Fußgängerzone soll ein sicherer Einkaufs-, Begegnungs- und Aufenthaltsort sein. Gleichzeitig wollen wir Radfahrerinnen und Radfahrern mit dem City-Radring eine gute und attraktive Alternative anbieten.“

Auch beim Autoverkehr werden die Kontrollmöglichkeiten erweitert. Gemeinsam mit dem Rhein-Pfalz-Kreis bereitet die Stadt die interkommunale Geschwindigkeitsüberwachung vor. Messstellen sollen insbesondere dort vorgesehen werden, wo Unfall- oder Gefahrenpotenziale bestehen oder besonders schutzwürdige Bereiche betroffen sind. Nach aktuellem Stand sind 59 Messpunkte bereits identifiziert, perspektivisch sind ca. 70 Standorte vorgesehen. Sobald die Genehmigung seitens des Landes vorliegt, kann gemeinsam mit dem Rhein-Pfalz-Kreis entsprechend mit den Arbeiten begonnen werden.

Damit erhält Frankenthal künftig ein weiteres eigenes Instrument, um gegen überhöhte Geschwindigkeit vorzugehen und die Verkehrssicherheit insbesondere an sensiblen Stellen zu erhöhen.

Auch neue Angebote gehören dazu. Mit VRNnextbike in Flomersheim wurde erstmals ein Frankenthaler Vorort an das Fahrradverleihsystem angebunden. Weitere Standorte sollen folgen. Mit dem neuen regionalen Verleihsystem VRNrad ab 2027 wird das Angebot weiterentwickelt. Unter anderem ist geplant, 30 Pedelecs (E-Bikes) an den jeweiligen Standorten zur Verfügung zu stellen.

Was langfristig besser werden soll: Verkehrsmodell und Radverkehrskonzept

Neben den Maßnahmen, die heute schon auf der Straße sichtbar sind, arbeitet die Stadt an den Grundlagen für die kommenden Jahre.

Dazu gehört ein neues Frankenthaler Verkehrsmodell. Es soll eine bessere Datengrundlage schaffen, um Verkehrsströme zu verstehen und die Auswirkungen künftiger Veränderungen fundierter beurteilen zu können.

Parallel entsteht das neue Radverkehrskonzept 2035. Dabei wird das bestehende Radverkehrsnetz untersucht, ein künftiges Zielnetz entwickelt und anschließend ein priorisierter Maßnahmenkatalog erstellt. Ziel ist ein durchgängigeres, sichereres und attraktiveres Radverkehrsnetz.

Dabei können die Frankenthalerinnen und Frankenthaler unmittelbar mitmachen: Unter www.frankenthal.de/radverkehrskonzept können sie noch bis zum 12. Oktober auf einer interaktiven Karte problematische Stellen, fehlende Verbindungen und eigene Verbesserungsvorschläge eintragen.

„Die Menschen, die jeden Tag mit dem Fahrrad durch Frankenthal fahren, kennen viele Problemstellen am besten“, sagt Meyer. „Deshalb wollen wir dieses Wissen nutzen. Aus den Hinweisen soll gemeinsam mit der fachlichen Untersuchung ein konkreter Maßnahmenkatalog entstehen. Und auch dort wird anschließend wieder priorisiert: Was ist besonders wichtig? Was lässt sich schnell verbessern? Was braucht größere Investitionen?“

Mit dem Mobilitätsteam wurden hierfür Anfang 2026 zwei neue Stellen für die konzeptionelle Verkehrsplanung besetzt. Weitere personelle Kapazitäten in Planung und Tiefbau sollen helfen, aus Konzepten anschließend konkrete Projekte zu machen.

Mobilität für alle – vom Fahrrad bis zum Auto

Für die Stadt geht es dabei nicht darum, eine Verkehrsart gegen eine andere auszuspielen. Fußverkehr, Fahrrad, Bus und Bahn sowie der motorisierte Individualverkehr müssen gemeinsam betrachtet werden.

„Wer morgens sein Kind zu Fuß zur Schule bringt, mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, den Bus nimmt oder auf sein Auto angewiesen ist, erwartet zu Recht, sicher und verlässlich ans Ziel zu kommen“, so Meyer. „Deshalb betrachten wir Mobilität aus unterschiedlichen Blickwinkeln: Wir reparieren und sanieren Straßen, verbessern Schulwege und Radverbindungen, probieren neue Verkehrsführungen aus, schaffen Angebote und kontrollieren dort konsequenter, wo Regeln nicht eingehalten werden.“

Der Oberbürgermeister sieht die Stadt dabei auf einem längeren Weg: „Seit 2024 ist viel angestoßen worden und inzwischen wird an immer mehr Stellen konkret umgesetzt. Gleichzeitig wissen wir sehr genau, dass noch längst nicht überall alles so ist, wie wir es uns wünschen. Der über viele Jahre entstandene Nachholbedarf wird uns weiter beschäftigen. Aber wir investieren, bauen Personal auf, beteiligen die Bürgerinnen und Bürger und arbeiten die Projekte mit klaren Prioritäten ab. Die 20 neuen roten Furten sind ein weiterer konkreter Schritt – und weitere werden folgen.“

Hilfe zur Barrierefreiheit

  • Allgemein

    Wir sind bemüht, unsere Webseiten barrierefrei zugänglich zu gestalten. Details hierzu finden Sie in unserer Erklärung zur Barrierefreiheit. Verbesserungsvorschläge können Sie uns über unser Feedback-Formular Barriere melden zukommen lassen.

  • Schriftgröße

    Um die Schriftgröße anzupassen, verwenden Sie bitte folgende Tastenkombinationen:

    Größer

    ⌘command
    +

    Kleiner

    ⌘command
    –

    Größer

    Strg
    +

    Kleiner

    Strg
    –
  • Tastaturnavigation

    Verwenden Sie TAB und SHIFT + TAB, um durch nächste / vorherige Links, Formularelemente und Schaltflächen zu navigieren.

    Verwenden Sie ENTER, um Links zu öffnen und mit Elementen zu interagieren.

  • Kontrastmodus

    Drücken Sie die folgende Tastenkombination, um den Kontrast zu verringern bzw. zu vergrößern:

    Vergrößern

    ⌃control
    ⌥option
    ⌘command
    .

    Verringern

    ⌃control
    ⌥option
    ⌘command
    ,
    Hinweis: Die Kurzbefehle müssen in den Systemeinstellungen des Betriebssystems aktiviert sein.

    Drücken Sie die linke ALT-TASTE + linke UMSCHALTTASTE + DRUCK, um den Modus für hohen Kontrast schnell ein- oder auszuschalten.

  • Farben umkehren

    Drücken Sie folgende Tastenkombination, um die Farbumkehrung ein- und auszuschalten:

    ⌃control
    ⌥option
    ⌘command
    8
    Hinweis: Die Kurzbefehle müssen in den Systemeinstellungen des Betriebssystems aktiviert sein.

    Aktivieren Sie zuerst die Bildschirmlupe und schalten Sie dann die Farbumkehrung mit folgenden Tastenkombinationen ein und aus:

    1. Bildschirmlupe

    +

    2. Farben umkehren

    Strg
    Alt
    I
  • Bildschirmlupe

    Drücken sie folgende Tastenkombinationen, um die Bildschirmlupe zu verwenden:

    Ein-/ausschalten

    ⌥option
    ⌘command
    8

    Ansicht vergrößern

    ⌥option
    ⌘command
    =

    Ansicht verkleinern

    ⌥option
    ⌘command
    –
    Hinweis: Die Kurzbefehle müssen in den Systemeinstellungen des Betriebssystems aktiviert sein.

    Einschalten / Ansicht vergrößern

    +

    Ansicht verkleinern

    –

Sprache wählen