Im Zentrum seiner Biographie „Kanakenkind“ steht die Begegnung von persönlicher und historischer Erinnerung: Seine eigene Lebensgeschichte trifft auf die von Anna Iwanowa aus Kiew, die 1943 als Kleinkind nach Auschwitz deportiert wurde. Ihre Suche nach Herkunft und Familie wird Ausgangspunkt für Fragen nach Identität, Verantwortung und Erinnerung in unserer Zeit.
Der Autor nimmt die Teilnehmenden mit auf seinen außergewöhnlichen Weg als Künstler in das Herz der deutschen Erinnerungskultur. Der Sohn sizilianischer Einwanderer wuchs in schwierigen Verhältnissen auf und erlebte früh Ausgrenzung, Gewalt und Vernachlässigung. In der Fotografie fand er einen Weg, diese Erfahrungen zu verarbeiten – und eine Stimme, um die Geschichten anderer sichtbar zu machen.
Nach dem Hauptschulabschluss arbeitete Luigi Toscano als Dachdecker, Türsteher und Fensterputzer, bevor er eine künstlerische Laufbahn einschlug. Mit seinem Projekt „Gegen das Vergessen“, bei dem er 600 Holocaust-Überlebende persönlich getroffen, porträtiert und die Bilder an öffentlichen Orten ausgestellt hat, erregte er weltweite Aufmerksamkeit. Als erster Fotograf überhaupt, wurde er 2021 von der UNESCO zum „Artist for Peace“ ernannt. Im selben Jahr wurde er mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet, die er 2025 aus Protest gegen die gemeinsame Abstimmung von CDU und AFD zur Migrationspolitik im Bundestag zurückgab. Der Fotograf und Filmemacher wurde 1972 in Mainz geboren und lebt heute in Mannheim.



