Daten zum Objekt
Bierflasche der Brauerei Otto Metzner, Frankenthal //
Bierflasche des Flaschenbierhändlers Heinrich Klein, Frankenthal
1900 – 1919 // ca. 1900 - 1930
H: 30 cm, Dm: 8 cm // H: 26 cm, Dm: 8 cm
Inv. Nr. 002.253 // 002.255
OBJEKT DES mONATS
Bierflasche der Brauerei Otto Metzner, Frankenthal //
Bierflasche des Flaschenbierhändlers Heinrich Klein, Frankenthal
1900 – 1919 // ca. 1900 - 1930
H: 30 cm, Dm: 8 cm // H: 26 cm, Dm: 8 cm
Inv. Nr. 002.253 // 002.255

Die beiden Flaschen aus grünem Glas stammen aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, als Flaschenbier noch eine vergleichsweise neue Errungenschaft war. Die Voraussetzung dafür waren mehrere technische Entwicklungen: So wurden um die Mitte des 19. Jahrhunderts kostengünstigere Verfahren zur Flaschenherstellung entwickelt. Unabdingbar war auch der Porzellandeckel, der 1878 patentiert wurde sowie die Erfindung des Bügelverschlusses ein Jahr zuvor. Auch wenn der Verkauf von Bier in Fässern für die Gastronomie bis heute Bestand hat, verbreitete sich das Flaschenbier rasant. Schnell wurden sowohl die Flaschen selbst wie auch die Deckel als Werbeflächen für Hersteller und Vertrieb entdeckt.
Anfang des 19. Jahrhunderts gab es in Frankenthal noch 15 Brauer, deren Zahl in den folgenden Jahrzehnten jedoch stetig abnahm. Unter anderem durch Übernahmen von Konkurrenzbetrieben waren um 1900 das Brauhaus Frankenthal (vor 1889 Brauerei Gebr. Gerhard) sowie die Brauerei Metzner als zwei mittelständische, industriell produzierende Unternehmen übrig geblieben. Der kleinere der beiden Betriebe, die Brauerei Metzner, wurde 1864 als "Aktienbrauerei" gegründet. Metzner belieferte um 1900 in Frankenthal acht Schankstätten und hatte den eigenen Ausschank "Aktienbrauerei" (genannt "Ax") in der Speyerer Straße. 1919 wurde der Braubetrieb eingestellt, das Brauhaus kaufte die Braurechte.
Anders als bei der Flasche der Brauerei Metzner, steht die Beschriftung der anderen Flasche nicht für die Brauerei, sondern für den Händler. Der in der Carl-Theodor-Straße ansässige Flaschenbierhändler Heinrich Klein zog Bier des Brauhauses auf Flaschen, die seinen Namen trugen.
Das „Objekt des Monats“ ist ein gemeinsames Projekt des Erkenbert-Museums und der Stadtbücherei, bei dem im Wechsel besondere Objekte des Museums in einer Vitrine im Eingangsbereich der Stadtbücherei ausgestellt werden. Hintergrund ist die derzeitige Schließung des Museums aufgrund anstehender Sanierungsarbeiten. Das Museum wird in dieser Zeit mit einer Reihe von Aktionen und Ausstellungen unter dem Motto „Das Museum in der Stadt“ für die Öffentlichkeit sichtbar bleiben.
