HeimatLaden ist als weiterer Baustein der umfassenden Frankenthaler Innenstadtstrategie geplant. Das Förderprogramm ergänzt die bestehenden Investitionen in den öffentlichen Raum, das Stadtmarketing, die aktive Ansiedlungsarbeit und den kontinuierlichen Austausch mit Handel, Gastronomie und Immobilieneigentümern.
„Unsere Innenstadt hat viel zu bieten: einen gewachsenen Einzelhandel, engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer, einen beliebten Wochenmarkt und vielfältige Veranstaltungen. Wir wollen diese Stärken weiterentwickeln, zusätzliche Angebote gewinnen und Menschen mit guten Geschäftsideen für Frankenthal begeistern. Dabei möchten wir möglichst frühzeitig handeln, damit leerstehende Ladenlokale schnell wieder eine Perspektive erhalten und neue Leerstände nach Möglichkeit gar nicht erst entstehen“, erklärt Oberbürgermeister und Wirtschaftsdezernent Dr. Nicolas Meyer.
Bis zu 12.000 Euro Förderung – Stadt und Eigentümer leisten gemeinsam einen Beitrag
Das Förderprogramm ist zunächst als zwölfmonatiges Modellvorhaben mit einem Gesamtbudget von bis zu 150.000 Euro vorgesehen. Davon sollen zunächst 100.000 Euro freigegeben werden. Weitere 50.000 Euro können nach einer Zwischenbilanz über die Nachfrage, bereits bewilligte Vorhaben und erste Ergebnisse hinzukommen.
Geplant ist eine gestaffelte Mietförderung: In den ersten sechs Monaten sollen bis zu 40 Prozent und in den folgenden sechs Monaten bis zu 20 Prozent der anerkannten Nettokaltmiete übernommen werden können. Insgesamt soll der städtische Zuschuss auf maximal 12.000 Euro je Vorhaben begrenzt sein.
Auch die Eigentümer der betreffenden Immobilien sollen einen verbindlichen Beitrag leisten. Vorgesehen ist eine Reduzierung der Nettokaltmiete um 20 Prozent gegenüber der bisherigen Miete. Die Einzelheiten werden in der noch zu beschließenden Förderrichtlinie festgelegt.
Die städtische Förderung soll auf maximal zwölf Monate begrenzt sein. Für das Mietverhältnis ist grundsätzlich eine gesicherte Nutzungsperspektive von mindestens 18 Monaten vorgesehen. Damit möchte die Stadt insbesondere auch Existenzgründern entgegenkommen, für die langfristige Mietbindungen in der Anfangsphase eine erhebliche Hürde darstellen können.
„Wer ein Geschäft eröffnet, muss häufig zunächst erheblich investieren. Einrichtung, Warenbestand und die Gestaltung der Geschäftsräume verursachen Kosten, während sich der Kundenstamm erst entwickelt. Genau in dieser Phase möchten wir Unterstützung ermöglichen. Gleichzeitig wollen wir die Immobilieneigentümer einbeziehen. Denn erfolgreiche Neuansiedlungen, attraktive Geschäftsräume und langfristig vermietete Immobilien liegen in unserem gemeinsamen Interesse“, erläutert Meyer.
Frankenthal bietet Potenzial für neue Geschäftsideen
Die Frankenthaler Innenstadt ist ein gewachsener Einkaufs-, Versorgungs- und Begegnungsort mit kurzen Wegen und einer guten regionalen Erreichbarkeit. Der zweimal wöchentlich stattfindende Wochenmarkt, die Kunst- und Einkaufsnacht, der First Saturday und zahlreiche weitere Veranstaltungen schaffen unterschiedliche Anlässe für einen Innenstadtbesuch. Allein das Strohhutfest verzeichnete 2026 rund 200.000 Besuche an vier Veranstaltungstagen.
Die städtische Wirtschaftsförderung arbeitet bereits intensiv daran, zusätzliche Angebote für Frankenthal zu gewinnen. In den Jahren 2024 bis 2026 wurden zahlreiche Gespräche mit potenziellen Ansiedlungsinteressenten geführt. Darüber hinaus richtete die Wirtschaftsförderung gezielte Standortanfragen an mehr als 60 Expansionsverantwortliche größerer Handelsunternehmen.
Dabei zeigt sich, dass größere Filialunternehmen häufig besondere Anforderungen an Einwohnerzahl, Einzugsgebiet, Verkaufsflächen und bereits vorhandene Standorte stellen. Nicht jedes Geschäftskonzept lässt sich deshalb mit den verfügbaren Immobilien in Einklang bringen.
Die kleinteilige Immobilien- und Eigentümerstruktur der Frankenthaler Innenstadt eröffnet zugleich besondere Möglichkeiten für inhabergeführte Fachgeschäfte, regionale Anbieter, Manufakturen und individuelle Geschäftskonzepte.
„Unsere Wirtschaftsförderung spricht Unternehmen aktiv an und steht mit Immobilieneigentümern und potenziellen Investoren im Austausch. Mit HeimatLaden möchten wir diese Arbeit um ein zusätzliches Instrument ergänzen. Wir wollen nicht ausschließlich auf die Ansiedlung großer Handelsketten setzen, sondern auch kleinere, individuelle Geschäftsideen gezielt unterstützen. Gerade diese Vielfalt macht eine attraktive Innenstadt aus“, so Meyer.
Leerstände frühzeitig vermeiden und gezielt wiederbeleben
Die Wirtschaftsförderung hat die Leerstandssituation in der Frankenthaler Innenstadt näher untersucht. Zum Stichtag 24. September 2026 waren insgesamt 157 Ladenlokale erfasst. Davon standen 20 Einheiten leer. Bei 15 dieser Ladenlokale bestand der Leerstand bereits seit mehr als sechs Monaten. Nach derzeitigem Kenntnisstand standen etwa neun der leerstehenden Flächen tatsächlich für eine Vermietung zur Verfügung.
Die verfügbaren Ladenlokale weisen überwiegend Größen zwischen 50 und 150 Quadratmetern auf. Eine stärkere Konzentration der Leerstände ist insbesondere im nördlichen Bereich der Wormser Straße festzustellen.
Gleichzeitig zeigen zahlreiche Beispiele, dass Ladenlokale erfolgreich wieder- oder neu belegt werden können. Seit 2024 haben unter anderem das Café Lebenswert, das Sanitätshaus Leuker, Witt Weiden, Café Floris und das Stadtrestaurant XOXO neue Standorte beziehungsweise zuvor anderweitig genutzte Ladenlokale bezogen. Mit der im September 2026 vorgestellten Stadtwerkstatt in der Bahnhofstraße 8 hat zudem eine neue städtische Nutzung in der ehemaligen Filiale der Deutschen Bank ihren Platz gefunden.
HeimatLaden soll dazu beitragen, diese Entwicklung gezielt fortzusetzen. Dabei sollen nicht nur bereits bestehende Leerstände berücksichtigt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen soll eine Förderung auch möglich sein, wenn ein Ladenlokal absehbar frei wird. So können frühzeitig Gespräche mit möglichen Nachnutzern geführt und längere Leerstandszeiten möglichst vermieden werden.
Mehr Angebotsvielfalt und zusätzliche Besuchsanlässe
Im Mittelpunkt des Förderprogramms stehen Geschäftskonzepte, die das bestehende Angebot sinnvoll ergänzen und einen erkennbaren Mehrwert für die Innenstadt schaffen.
Besonders angesprochen werden sollen inhabergeführte Fachgeschäfte, beispielsweise in den Bereichen Bekleidung, Schuhe, Kinder- und Familienbedarf, Bücher, Schreib- und Spielwaren, Wohn- und Geschenkartikel sowie Sport- und Freizeitbedarf. Auch regionale Erzeugnisse, Manufakturprodukte und innovative Mischkonzepte aus Handel, Herstellung und Beratung kommen infrage.
Eine wichtige Grundlage für die Bewertung bildet das städtische Einzelhandelskonzept. Es zeigt auf, in welchen Warengruppen Entwicklungspotenziale bestehen und wie das vorhandene Angebot ergänzt werden kann.
Eine Förderung soll nicht automatisch für jede Neuvermietung gewährt werden. In bereits ausreichend vertretenen Branchen sollen zusätzliche Betriebe grundsätzlich nur dann berücksichtigt werden, wenn ihr Konzept einen besonderen Mehrwert für die Innenstadt bietet. Gastronomische Vorhaben können in begründeten Einzelfällen gefördert werden, wenn sie eine konkrete Angebotslücke schließen oder das bestehende Angebot besonders ergänzen. Bestimmte Nutzungen, darunter Spielhallen und Wettbüros, sollen ausdrücklich ausgeschlossen bleiben.
„Wir wollen mit öffentlichen Mitteln gezielt dort unterstützen, wo neue Angebote entstehen, die unsere Innenstadt bereichern. Zusätzliche attraktive Geschäfte können neue Kunden gewinnen und weitere Anlässe für einen Besuch schaffen. Davon sollen auch unsere bereits ansässigen Händlerinnen und Händler profitieren. Entscheidend ist deshalb nicht allein, dass ein Ladenlokal wieder vermietet wird, sondern auch, welches Angebot dort entsteht“, betont Meyer.
Ein weiterer Baustein der Frankenthaler Innenstadtstrategie
Mit HeimatLaden ergänzt die Stadt ihr inzwischen auf 50 Punkte weiterentwickeltes Maßnahmenprogramm zur Attraktivierung der Innenstadt. Dieses verbindet Maßnahmen für mehr Aufenthaltsqualität, Begrünung und Stadtmöblierung mit Sauberkeit, Veranstaltungen, Stadtmarketing, Leerstandsmanagement und der strategischen Weiterentwicklung von Immobilien.
Hinzu kommen Investitionen aus verschiedenen Förderprogrammen. Für die Jahre 2023 bis 2025 wurden Frankenthal aus dem Landesprogramm „Innenstadt-Impulse“ insgesamt knapp 830.000 Euro bewilligt. Zuletzt kamen weitere Fördermittel in Höhe von 380.000 Euro hinzu. Damit werden unter anderem Maßnahmen zur Begrünung und zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität unterstützt.
Den langfristigen städtebaulichen Rahmen bildet das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept Innenstadt. Im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms „Lebendige Zentren“ werden weitere Maßnahmen zur Entwicklung des Stadtzentrums vorbereitet und umgesetzt.
Neben finanziellen und städtebaulichen Instrumenten setzt die Stadt auf den direkten Austausch mit den Innenstadtakteuren. Die Innenstadtwerkstatt wurde als Weiterentwicklung der bisherigen Dialogforen eingerichtet und bringt Verwaltung, Einzelhandel, Immobilieneigentümer, Gastronomie, Kultur und weitere Beteiligte zusammen.
Aus diesem Austausch sind bereits konkrete Maßnahmen hervorgegangen. So entstand beispielsweise die Idee für den First Saturday in der gemeinsamen Arbeit mit den Innenstadtakteuren. Mit der Stadtwerkstatt in der Bahnhofstraße 8 entsteht zudem ein neuer Ort für Begegnung, Bürgerbeteiligung, Workshops und kreative Projekte unmittelbar in der Innenstadt.
„Eine attraktive Innenstadt entsteht nicht durch eine einzelne Maßnahme. Wir investieren in den öffentlichen Raum, verbessern die Aufenthaltsqualität, stärken Veranstaltungen und Stadtmarketing und entwickeln gemeinsam mit den Innenstadtakteuren neue Ideen. Mit dem HeimatLaden wollen wir nun auch bei konkreten Ansiedlungsentscheidungen zusätzliche Unterstützung ermöglichen. Entscheidend ist das Zusammenspiel dieser Maßnahmen“, erklärt Meyer.
Einladung an Gründer, Unternehmen und Immobilieneigentümer
Das geplante Förderprogramm soll ausdrücklich auch Interessenten außerhalb Frankenthals erreichen. Angesprochen sind insbesondere Existenzgründer, inhabergeführte Fachgeschäfte, regionale Anbieter und innovative Handelskonzepte aus der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar und darüber hinaus.
Auch Eigentümer leerstehender oder absehbar frei werdender Ladenlokale sind eingeladen, mit der städtischen Wirtschaftsförderung Kontakt aufzunehmen.
„Meine Einladung gilt allen, die eine gute Geschäftsidee haben und einen passenden Standort suchen: Schauen Sie sich Frankenthal an und kommen Sie mit unserer Wirtschaftsförderung ins Gespräch. Vielleicht findet Ihre Idee genau hier ihren Platz. Wir möchten gemeinsam mit Unternehmern und Eigentümern neue Perspektiven schaffen und unsere Innenstadt weiterentwickeln“, so Oberbürgermeister und Wirtschaftsdezernent Dr. Nicolas Meyer.
Der Start des HeimatLadens ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen. Voraussetzung sind die erforderlichen Beschlüsse und die Verabschiedung der konkreten Förderrichtlinie. Diese wird unter anderem das Fördergebiet, die Fördervoraussetzungen, das Antragsverfahren und den zulässigen Zeitpunkt des Vorhabenbeginns regeln.
Interessenten können sich bereits im Vorfeld unverbindlich an die städtische Wirtschaftsförderung wenden. Eine Antragstellung wird erst nach Veröffentlichung der endgültigen Förderbedingungen möglich sein. Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht.
Mehr Informationen, FAQ und Kontakt unter HeimatLaden | Stadt Frankenthal



