Frankenthal
Sebastian Weindel, © Sebastian Weindel

Stadt geht gegen invasive Götterbäume vor

Frankenthal setzt auf frühzeitige Erkennung, gezielte Bekämpfung und Nachkontrolle

Die Stadt Frankenthal geht deshalb gezielt gegen problematische Vorkommen auf städtischen Flächen vor. Im Mittelpunkt steht zunächst die Verhinderung einer weiteren Ausbreitung, insbesondere durch samentragende Bäume.

 

Ein Baum mit besonderen Fähigkeiten

Der Götterbaum wurde bereits im 18. Jahrhundert nach Europa eingeführt und wegen seines schnellen Wachstums und seiner Widerstandsfähigkeit angepflanzt. 2019 wurde er in die Unionsliste invasiver gebietsfremder Arten der Europäischen Union aufgenommen. Damit gelten unter anderem Beschränkungen für Einfuhr, Handel, Haltung und Vermehrung.

Der Götterbaum kann sich sowohl über große Mengen an Samen als auch über sein weitreichendes Wurzelsystem und Wurzelausläufer vermehren. Dadurch kann er sich insbesondere auf Brachflächen, an Straßenrändern und im Siedlungsbereich schnell ausbreiten. Mildere Winter begünstigen zusätzlich die Ausbreitung der wärmeliebenden Baumart.

Wo sich der Götterbaum stark etabliert, kann er heimische Pflanzenarten verdrängen. Dazu trägt unter anderem die sogenannte Allelopathie bei: Über Wurzeln und Laub können chemische Stoffe in die Umgebung gelangen, die die Keimung und das Wachstum anderer Pflanzen hemmen können.

Auch für den Unterhalt städtischer Flächen stellt die Baumart eine Herausforderung dar. Wird ein Götterbaum lediglich gefällt, kann er aus dem verbliebenen Wurzel- oder Stockbereich wieder kräftig austreiben. Auch in Mauerritzen, zwischen Pflastersteinen oder in unmittelbarer Nähe von Gebäuden kann sich die Baumart etablieren.

 

Stadt setzt auf verschiedene Bekämpfungsmethoden

Die Stadt Frankenthal beginnt aktuell damit, gezielt gegen samentragende Götterbäume auf städtischen Flächen vorzugehen. Eine wichtige Methode ist das sogenannte Ringeln. Dabei wird ein schmaler, ringförmiger Streifen der Rinde entfernt. Der Transport von Nährstoffen in Richtung Wurzeln wird dadurch unterbrochen. Der Baum wird schrittweise geschwächt und stirbt schließlich ab.

Entscheidend ist eine fachgerechte Durchführung und anschließende regelmäßige Kontrolle. Je nach Standort und Situation können daneben weitere, unter anderem biologische Bekämpfungsmethoden zum Einsatz kommen.

Eine einmalige Maßnahme reicht dabei häufig nicht aus. Aufgrund des ausgeprägten Wurzelsystems können nach einer Behandlung neue Triebe entstehen. Die Bekämpfung erfordert deshalb Geduld, regelmäßige Kontrollen und gegebenenfalls wiederholte Maßnahmen.

 

Was können Bürgerinnen und Bürger tun?

Auch Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer sowie aufmerksame Bürgerinnen und Bürger können dazu beitragen, problematische Vorkommen frühzeitig zu erkennen.

Insbesondere größere, samentragende Götterbäume sowie Exemplare an kritischen Standorten – beispielsweise in Mauerspalten, Schächten oder unmittelbar an Wegen und Gebäuden – können der Unteren Naturschutzbehörde unter naturschutz@frankenthal.de gemeldet werden. Die Behörde kann die Vorkommen erfassen und hinsichtlich geeigneter Bekämpfungsmaßnahmen bewerten.

Wer einen Götterbaum entdeckt, sollte insbesondere bei größeren Exemplaren nicht vorschnell selbst zur Säge greifen. Eine unsachgemäße Fällung kann aufgrund des anschließenden Wurzelaustriebs zu einer verstärkten Bildung neuer Triebe führen. Stattdessen sollte zunächst geprüft werden, welche Maßnahme am jeweiligen Standort geeignet und erforderlich ist.

 

Weitere Informationen sowie Antworten auf häufige Fragen zum Umgang mit dem Götterbaum und anderen Pflanzen finden Bürgerinnen und Bürger in einer FAQ-Liste unter www.frankenthal.de/pflanzen

 

Der Bürgerumweltservice der Unteren Naturschutzbehörde ist erreichbar über naturschutz@frankenthal.de und unter  06233 89-472.

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