Für die neuen Stadtgärten sind die Grundstücke Glockengasse 22 und Synagogengasse 1 zusammen mit den Spielplatz Glockengasse sowie das Grundstück Sterngasse 16 vorgesehen. Die Immobilien wurden im Rahmen strategischer Grunderwerbe bereits erworben. Das Land hat hierzu zunächst eine Förderung der Zwischenfinanzierungskosten im Rahmen der Städtebauförderung bewilligt. Nach dem erforderlichen Abbruch der Gebäude könnten dort begrünte Aufenthaltsorte mit schattenspendenden Bäumen, klimaangepassten Pflanzen und Sitzgelegenheiten entstehen. Auch hierfür bietet die Städtebauförderung umfangreiche Fördermöglichkeiten, die die Stadt entsprechend nutzen könnte.
„Unsere Innenstadt ist zu rund 92 Prozent versiegelt. Gleichzeitig ist sie nicht nur Einkaufsstandort, sondern auch das Zuhause vieler Menschen. Gerade in dicht bebauten Quartieren brauchen wir mehr Grün, Schatten und Orte, an denen man sich gerne aufhält. Mit den Frankenthaler Stadtgärten wollen wir neue Möglichkeiten zum Ausruhen, Begegnen und Durchatmen schaffen – für die Menschen, die hier wohnen, ebenso wie für Familien, ältere Menschen und Besucher unserer Stadt“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Nicolas Meyer, in dessen Dezernat die Bau- und Grünplanung angesiedelt ist.
Bestehende Grünanlagen aufwerten
Die Frankenthaler Stadtgärten sollen nicht nur neue Grünflächen schaffen, sondern auch die Qualität bestehender Anlagen verbessern. Insbesondere die Willy-Brandt-Anlage unmittelbar am Rathaus weist in Teilen erkennbaren Erneuerungsbedarf auf. Sitzbänke, Rankelemente und Wege sind teilweise in die Jahre gekommen. Auch die stellenweise auftretende Pfützenbildung soll in den Blick genommen werden.
Weitere wichtige Bestandteile sind der Metznerpark und der Ostpark, dessen Modernisierung bereits vorangetrieben wird. Bei den wassergebundenen Wegedecken in mehreren Grünanlagen hat die Stadt bereits Prüfungen beziehungsweise Sanierungsmaßnahmen angestoßen.
„Wir müssen nicht nur neue Grünflächen schaffen, sondern auch unsere bestehenden Anlagen attraktiv und gepflegt halten. Gerade die Willy-Brandt-Anlage ist ein wichtiger Aufenthaltsort mitten in unserer Stadt. Deshalb möchte ich, dass wir die Aufwertung vorhandener Grünflächen und die Entwicklung neuer Stadtgärten gemeinsam betrachten“, betont Meyer.
Perspektivisch könnte daraus ein zusammenhängendes Netz grüner Aufenthaltsorte entstehen. Denkbar wären beispielsweise einheitliche Wegweiser oder dezente grüne Bodenmarkierungen, die Fußgänger zu den nächsten Grünflächen führen.
Mehr Aufenthaltsqualität für alle Generationen
Die neuen Stadtgärten sollen insbesondere den Menschen zugutekommen, die in der Innenstadt wohnen und nicht immer über einen eigenen Garten verfügen. Zugleich können sie Familien, älteren Menschen und Besuchern beim Stadtbummel schattige Sitzgelegenheiten und kurze Erholungspausen bieten.
Bei der Gestaltung sollen barrierearme Zugänge, gute Einsehbarkeit, die Interessen der Nachbarschaft sowie eine dauerhaft gesicherte Pflege berücksichtigt werden.
Die Überlegungen ergänzen die bestehende Innenstadtstrategie, den Stadtentwicklungsprozess „Frankenthal 2035“ und das Sanierungs- und Modernisierungsjahrzehnt. Dazu gehören auch weitere Begrünungs- und Entsiegelungsmaßnahmen sowie das langfristige Ziel, bis 2035 insgesamt 1.000 Zukunftsbäume im Stadtgebiet zu pflanzen.
Fördermöglichkeiten und Umsetzung abstimmen
Für die erforderlichen Abbruchmaßnahmen an den beiden neuen Standorten möchte die Stadt Möglichkeiten der Städtebauförderung prüfen. Auch für die Aufwertung bestehender Grünanlagen kommen grundsätzlich Förderprogramme von Land, Bund und gegebenenfalls der Europäischen Union infrage. Welche Programme im konkreten Fall genutzt werden können, muss noch geklärt werden.
Angesichts der zahlreichen laufenden Stadtentwicklungs- und Modernisierungsprojekte soll zunächst innerhalb der Verwaltung abgestimmt werden, wie die verschiedenen Maßnahmen sinnvoll miteinander verknüpft, priorisiert und zeitlich eingeordnet werden können. Dabei werden auch die städtischen Eigenanteile und die langfristigen Pflegekosten berücksichtigt.
„Unser Ziel ist eine Innenstadt, in der man nicht nur gerne einkauft und arbeitet, sondern auch gerne wohnt und seine Freizeit verbringt. Dafür müssen wir bauliche Entwicklung, Grünplanung und Klimaanpassung gemeinsam betrachten. Die Frankenthaler Stadtgärten sind eine Perspektive, mit der wir diese Entwicklung Schritt für Schritt voranbringen können – fachlich abgestimmt, finanziell verantwortungsvoll und mit einem klaren Blick auf den Nutzen für die Menschen. Ich danke dem Land für die Bereitstellung erster Fördermittel für die Zwischenfinanzierung der strategischen Grunderwerbe im Rahmen der Bewilligung des diesjährigen Jahresförderantrages des Städtebauförderungsprogramm „Lebendige Zentren“. Dies ist ein deutliches Zeichen der Bereitschaft zur weiteren Unterstützung der Aufwertung unserer Innenstadt“, so Oberbürgermeister Dr. Nicolas Meyer abschließend.



