Mehr zu den Objekten
Manchmal sind es unscheinbare Gegenstände, die spannende Fragen zur Vergangenheit aufwerfen. Steinwerkzeuge sind vielseitige Zeugnisse menschlicher Alltags- und Technikgeschichte. Sie kamen bei ganz unterschiedlichen Tätigkeiten zum Einsatz – etwa beim Zerkleinern, Zermahlen oder Bearbeiten verschiedener Materialien – und ermöglichen dadurch Einblicke in den Alltag vergangener Gesellschaften. Zwei ausgepflügte Steinfunde von einer Frankenthaler Ackerfläche bieten Gelegenheit, sich näher mit diesem Bereich der Archäologie zu beschäftigen. Bei den Objekten handelt es sich um einen Klopf- und einen Reibstein. Sie veranschaulichen, wie Menschen natürliche Eigenschaften von Steinen für sich nutzbar gemacht haben. Mitunter waren Form und Beschaffenheit eines Steins bereits so geeignet, dass er ohne allzu aufwendige Bearbeitung als Werkzeug dienen konnte. Die gezielte Auswahl eines passenden Steins aus dem richtigen Rohmaterial war damit der erste Schritt zu seiner Verwendung. Auch die Frage nach dem Alter der beiden Funde gehört zu den interessanten Fragestellungen der Archäologie. Als Lesefunden fehlen dieser Art gering modifizierter Geräte allerdings in vielen Fällen die wichtigen Anhaltspunkte zur zeitlichen Einordnung, da sie ohne archäologischen Fundzusammenhang, d.h. ohne Befund, aufgenommen wurden. Zugleich muss berücksichtigt werden, dass solche Funde nicht allein mit der Steinzeit verbunden sind. Auch in späteren – metallzeitlichen – Epochen waren derartige Werkzeuge aufgrund ihrer leichten Zugänglichkeit in Gebrauch.




