Daten zu den Objekten
Katalog
Ringheftung mit foliertem Einband,
Schwarz-Weiß-Abbildungen auf Papier
um 1955
Erkenbert-Museum, Inv.-Nr. 002.118 -056
Preisliste
Druck auf Papier
um 1955
Erkenbert-Museum, ohne Inv.-Nr.
OBJEKT DES mONATS
Katalog
Ringheftung mit foliertem Einband,
Schwarz-Weiß-Abbildungen auf Papier
um 1955
Erkenbert-Museum, Inv.-Nr. 002.118 -056
Preisliste
Druck auf Papier
um 1955
Erkenbert-Museum, ohne Inv.-Nr.

Friedrich Wilhelm Wessel betrieb zunächst ein Unternehmen im Maschinen- und Gerätebau im thüringischen Rudolstadt. Nach den massiven Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs gründete er im Jahr 1949 eine neue Porzellanfabrik in der Mahlastraße 35 in Frankenthal, welche bereits im 18. Jahrhundert für bedeutende Porzellanherstellung bekannt war. Trotz dieses traditionsreichen Hintergrunds orientierte sich Wessels Produktion nicht unmittelbar an dem historischen Frankenthaler Porzellan aus der Ära Carl Theodors. Stattdessen setzte er auf eigene Formgestaltungen und verwendete darüber hinaus Modelle aus den Fabriken in Volkstedt-Rudolstadt und Passau. Kennzeichnend für seine Erzeugnisse sind vor allem aufwändig gearbeitete Spitzenverzierungen. Ein wichtiger Unterschied zu dem bis heute hochgehandelten „alten“ Frankenthaler Porzellan des 18. Jahrhinderts findet sich in der Zielgruppe: Während das barocke Porzellan exklusive Prestigeobjekte für Adel und Vermögende darstellte, produzierte Wessel eher eine Art „gehobener Massenware“ in einer preislichen Spannbreite, die auch einem kleineren Geldbeutel entgegen kam.
Im Vergleich zu den klassischen Versandkatalogen großer Handelshäuser fällt das kleinformatige Heftchen im Format 21 x 15 cm freilich sehr gering aus: Es zeigt auf 47 Seiten insgesamt 50 Schwarz-Weiß-Fotografien, die das Sortiment der Manufaktur illustrieren. Die „Preisliste 1A – Figuren und Gruppen“ danebenliegend zeigt, was die zahlende Kundschaft für das „Weiße Gold“ zu entrichten hatte. In Kombination dürften Katalog und Liste sowohl im Handel selbst ausgelegen haben, wie auch als Offerte an mögliche Zwischenhändler versandt worden sein.
Als historische Quellen erweisen sich die beiden Objekte als besonders wertvoll: Die Produktnummern entsprechen nämlich exakt den Pressmarken, die sich am Boden des jeweiligen Erzeugnisses finden und ermöglichen somit dessen zweifelsfreie Identifizierung. Die Preisliste gewährleistet dabei nicht nur die korrekte Handelsbezeichnung, z.B. eines „Kavalier[s] mit Blumenstrauß, Nr. 874“, sondern nennt auch dessen Einzelhandelspreis von 19,60 DM.
Das „Objekt des Monats“ ist ein gemeinsames Projekt des Erkenbert-Museums und der Stadtbücherei, bei dem im Wechsel besondere Objekte des Museums in einer Vitrine im Eingangsbereich der Stadtbücherei ausgestellt werden. Hintergrund ist die derzeitige Schließung des Museums aufgrund anstehender Sanierungsarbeiten. Das Museum wird in dieser Zeit mit einer Reihe von Aktionen und Ausstellungen unter dem Motto „Das Museum in der Stadt“ für die Öffentlichkeit sichtbar bleiben.
