Trotz seines internationalen Erfolges blieb Erich Sauer seiner Geburtsstadt stets eng verbunden. In der ehemaligen Schreinerei seiner Eltern schuf er ein einzigartiges Ensemble aus Atelier, Werkstatt, Galerie und Begegnungsstätte – einen Ort, der für viele Bürgerinnen und Bürger zu einem unmittelbaren Zugang zu Kunst und Künstler wurde. Auch im öffentlichen Raum Frankenthals ist sein Schaffen fest verankert, unter anderem durch Werke wie die Großskulptur „Die Treidler“ oder „Zwischenmenschliche Beziehung“ in der Willy-Brandt-Anlage.
Erich Sauers künstlerisches Wirken war geprägt von einer unverwechselbaren, oft reduzierten und kantigen Formensprache, die sich stets dem Menschen und seinen existenziellen Fragen widmete. In eindringlicher Weise setzte er sich mit Themen wie Krieg, Gewalt, Korruption und dem Missbrauch von Macht auseinander. Werke wie „Polit-Hure“ oder „Der befriedete Vietnamese“ stehen exemplarisch für seine kompromisslose künstlerische Haltung und seinen Anspruch, gesellschaftliche Missstände sichtbar zu machen.
Für sein herausragendes Schaffen wurde Erich Sauer vielfach ausgezeichnet. Bereits im Jahre 1975 erhielt er den Staatsehrenpreis für Kunst am Bau. Die Stadt Frankenthal ehrte ihn 2011 mit der Bürgerplakette. Es folgten unter anderem die Max-Slevogt-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz 2012 sowie der Staatsehrenpreis für Kunst am Bau. Eine besondere Bedeutung maß er selbst der Auszeichnung als erster „Künstler für den Frieden“ durch die Vereinten Nationen im Jahr 1994 bei.
Oberbürgermeister Dr. Nicolas Meyer würdigt den Verstorbenen: „Mit Erich Sauer verliert Frankenthal einen Künstler von außergewöhnlicher Bedeutung, dessen Werk weit über unsere Stadt hinaus wirkt. Er war nicht nur ein international anerkannter Bildhauer, sondern vor allem ein engagierter und kritischer Geist, der sich unermüdlich für Menschlichkeit, Frieden und Würde eingesetzt hat. Sein Lebenswerk wird untrennbar mit der Geschichte unserer Stadt verbunden bleiben.“
Die Stadt Frankenthal wird Erich Sauer ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.



