Die Asiatische Tigermücke gilt als besonders aggressiv und kann sich bei günstigen Bedingungen rasch vermehren. Zudem besteht grundsätzlich die Möglichkeit der Übertragung von Krankheitserregern. Auch wenn das aktuelle Vorkommen in Frankenthal bislang gering ist, sind frühzeitige Präventionsmaßnahmen entscheidend, um eine Ausbreitung zu verhindern.
Verdächtige Stechmücken melden
Die Stadt bittet die Bevölkerung, mögliche Tigermückenfunde zu melden. Da eine Verwechslung mit anderen Stechmückenarten möglich ist, sind eindeutige Nachweise erforderlich. Hierfür empfiehlt die KABS folgendes Vorgehen:
- Mücke vorsichtig einfangen oder möglichst unbeschädigt erschlagen
- für etwa 20 Minuten in einem Gefrierfach abtöten
- Fotos aus verschiedenen Perspektiven (von oben, vorne, Beine) anfertigen
- Über das Meldeportal der KABS (www.kabsev.de/stichts) einsenden
Alternativ kann das Tier auch per Post an die KABS in Speyer geschickt werden. Bis zur Rückmeldung sollte das Exemplar kühl und trocken aufbewahrt werden.
Typische Merkmale der Asiatischen Tigermücke sind:
- ein weißer Längsstreifen auf Kopf und Rücken
- weiße Spitzen an den Tastern
- weiß gefärbte Enden am hintersten Beinpaar
Darüber hinaus ist die Tigermücke im Gegensatz zu vielen heimischen Arten tagaktiv und sehr angriffslustig.
Prävention auf dem eigenen Grundstück entscheidend
Die wirksamste Maßnahme zur Bekämpfung der Tigermücke ist die Vermeidung von Brutstätten. Bereits kleinste Wasseransammlungen können zur Entwicklung der Larven ausreichen. Innerhalb weniger Tage entstehen daraus neue Mücken.
KABS und Stadtverwaltung empfehlen daher insbesondere in der Zeit von April bis Oktober:
- Wasseransammlungen konsequent vermeiden
- Gefäße wie Gießkannen, Untersetzer oder Regentonnen abdecken oder trocken lagern
- Wasserbehälter mindestens einmal wöchentlich vollständig entleeren
- Dachrinnen, Gullys und andere potenzielle Wasserstellen regelmäßig kontrollieren
Da Tigermücken nur wenige hundert Meter weit fliegen, stammen die meisten Exemplare aus unmittelbarer Umgebung – oft vom eigenen Grundstück oder aus der Nachbarschaft.
Kostenfreie Unterstützung durch die Stadt
Falls sich Wasseransammlungen nicht vollständig vermeiden lassen, können diese mit sogenannten Bti-Tabletten behandelt werden. Diese biologischen Mittel wirken gezielt gegen Mückenlarven und sind für Menschen, Haustiere sowie andere Tiere unbedenklich.
Die Tabletten sind für Bürgerinnen und Bürger kostenfrei bei der Stadtverwaltung erhältlich (Rathaus, Empfang sowie Neumayerring 72, Zimmer 2.18).
Zusätzliche Tipps zur Bekämpfung
Auch Tigermückeneier können bereits vor dem Schlüpfen entfernt werden. Diese haften häufig an den Innenwänden von Behältern. Eine Behandlung mit heißem Wasser (mindestens 60 °C) oder gründliches Ausbürsten kann die Eier zuverlässig beseitigen.
Hintergrund: Warum die Bekämpfung wichtig ist
Die ursprünglich aus Südostasien stammende Tigermücke hat sich durch den internationalen Reise- und Warenverkehr weltweit verbreitet und findet zunehmend auch in Deutschland geeignete Lebensbedingungen. Besonders in klimatisch begünstigten Regionen kann sie sich stark ausbreiten.
Neben der Belästigung durch ihre aggressiven Stiche stellt sie auch ein potenzielles Gesundheitsrisiko dar, da sie Viren wie Dengue-, Zika-, Chikungunya- oder West-Nil-Virus übertragen kann. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass die Mücke zuvor eine infizierte Person gestochen hat. Solche Viren werden vor allem durch Reiserückkehrende eingeschleppt.
Die Stadt Frankenthal appelliert daher an alle Bürgerinnen und Bürger, durch einfache Maßnahmen aktiv zur Eindämmung der Tigermücke beizutragen.
Weitere Informationen sind auf der Website der KABS unter www.kabsev.de oder auf www.frankenthal.de/tiere abrufbar.



