Die Postkarte zeigt ein Luftbild der Stadt Frankenthal im Vorkriegszustand, auf dem links die Zuckerfabrik in ihrer größten Ausdehnung im Stadtgebiet vor den verheerenden Zerstörungendurch den Bombenangriff am 23. September 1943 zu sehen ist. Ergänzt wird dieses Druckerzeugnis durch einen original Frankenthaler Zuckerhut aus der Zeit vor 1926 mit dem Stadtwappen und der Aufschrift „Raffinade Zuckerfabrik Frankenthal“ sowie einen weiteren, jüngeren Zuckerhut der Südzucker-AG.
Die 1843 von Kaiserslautern nach Frankenthal verlegte Zuckerfabrik prägte lange das Stadtbild Frankenthals. Mit ihr entstand ein neues Viertel aus Fabrik, Direktorenhäusern und einem Arbeiterwohnviertel südlich des Speyerer Tors, das bis dahin die südliche Bebauungsgrenze gebildet hatte. Die sieben Schornsteine der Fabrik waren sogar ein beliebtes Motiv auf Ansichtskarten und Frankenthaler Poststempeln. Die Zerstörungen durch den Bombenangriff leiteten ihr Ende ein. Die verbliebenden Lagerhallen dienten anderen Firmen und Unternehmen als Lager, bis in den 1980er Jahren an ihrer Stelle ein Wohngebiet entstand, das viele Frankenthaler noch immer als „Zuckerfabrik-Gelände“ bezeichnen. Auch die dort befindliche ProSeniore-Residenz trägt heute den Namen „Frankenthaler Sonne“, wie man den Zucker gerne im Volksmund nannte.