Die Gleichstellungsstelle der Stadt Frankenthal koordiniert die Aktionen federführend und wird dabei von zahlreichen engagierten Frauen aus der Stadtgesellschaft, unter anderem aus den politischen Fraktionen, unterstützt. Gemeinsam haben sie ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt, das unterschiedliche Zielgruppen anspricht und das Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.
„Gewalt gegen Frauen ist kein Randthema, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung, die uns alle angeht. Umso wichtiger ist es, hinzuschauen, Betroffene zu unterstützen und deutlich zu machen, dass Gewalt niemals akzeptabel ist. Mit den Orange Days wollen wir das Thema in die Öffentlichkeit tragen und gleichzeitig konkrete Angebote schaffen, die informieren, stärken und helfen“, betont Oberbürgermeister Dr. Nicolas Meyer.
„Es ist uns wichtig, das Thema Gewalt gegen Frauen aus der Tabuzone zu holen und deutlich zu machen: Betroffene sind nicht allein und es gibt Unterstützung. Gleichzeitig müssen wir als Gesellschaft hinschauen, sensibilisieren und Haltung zeigen. Dass sich so viele Frauen aus unterschiedlichen Bereichen unserer Stadt – über Parteigrenzen und Institutionen hinweg – engagieren, ist ein starkes Zeichen der Solidarität. Dafür bin ich sehr dankbar“, erklärt Aisha Sadagopan, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Frankenthal.
Gemeinsam sichtbar werden: Fahnen, Bänke und Plakatkampagne
Den offiziellen Auftakt bildet am Mittwoch, 25. November, um 12 Uhr die Fahnenhissung auf dem Rathausplatz gemeinsam mit Oberbürgermeister Dr. Nicolas Meyer. Damit wird im öffentlichen Raum ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen gesetzt.
Auch im Stadtbild wird die Kampagne präsent sein: Zwei Bänke im Stadtgebiet werden orange gestrichen. Die sogenannten „Orangen Bänke“ am Jakobsplatz und am Stephan-Cosacchi-Platz stehen symbolisch für das Anliegen der Orange Days und sollen auch über den Aktionszeitraum hinaus an das Thema erinnern. Großzügig unterstützt wird die Aktion durch den Malerbetrieb Sturm & Pfützer, der die Bänke unentgeltlich streicht, und die Firma mafriX Textildruck & Werbetechnik, die entsprechende Hinweisschilder beisteuert.
Ergänzend werden im gesamten Stadtgebiet Plakate angebracht, die auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen und über bestehende Hilfs- und Unterstützungsangebote informieren. Auch Frankenthaler Geschäfte beteiligen sich: In verschiedenen Schaufenstern werden Leinwände und weitere Gestaltungselemente rund um die Orange Days zu sehen sein. So wird das Thema auch im alltäglichen Stadtleben sichtbar.
Informieren, erkennen und handeln: Vortrag des Weißen Rings
Wie sich häusliche Gewalt und toxische Beziehungen erkennen lassen und welche Unterstützung Betroffene benötigen, steht im Mittelpunkt einer Veranstaltung des Weißen Rings am Mittwoch, 25. November, um 18 Uhr in der Stadtwerkstatt, Bahnhofstraße 8. Der Vortrag „Häusliche Gewalt und toxische Beziehungen – Erkennen. Verstehen. Handeln.“ wird von Joachim Bossek vom Weißen Ring gehalten.
Dabei geht es unter anderem darum, Dynamiken in gewaltbelasteten Beziehungen besser zu verstehen, Warnsignale zu erkennen und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Im Anschluss besteht bei Snacks und Getränken Gelegenheit zu einer lockeren Gesprächsrunde und zum Austausch.
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Einlass ist ab 17.30 Uhr. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.
Selbstbewusst auftreten und Grenzen setzen
Ein weiteres konkretes Angebot ist ein kostenloser Selbstverteidigungskurs für Frauen und Mädchen ab 14 Jahren. Unter dem Motto „Sicher auftreten. Grenzen setzen.“ vermittelt der 1. Shotokan Karate-Club Frankenthal am Samstag, 28. November, von 10 bis 11.30 Uhr grundlegende Möglichkeiten, sich in unangenehmen oder bedrohlichen Situationen zu behaupten.
Der Kurs findet in den Räumen des 1. Shotokan Karate-Clubs, Mörscher Straße 133, statt. Eine Anmeldung ist bis zum 18. November per E-Mail an gleichstellung@frankenthal.de möglich.
„Luisa ist hier!“: Diskrete Hilfe bei Belästigung
Mit der Kampagne „Luisa ist hier!“ soll künftig auch in Frankenthal eine niedrigschwellige Möglichkeit geschaffen werden, sich bei Belästigung oder in unangenehmen und bedrohlichen Situationen diskret Hilfe zu holen. Das Konzept richtet sich insbesondere an Frauen und Mädchen, die sich beispielsweise in Clubs, Bars oder anderen Einrichtungen unwohl oder bedrängt fühlen.
Mit der Frage „Ist Luisa hier?“ können sich Betroffene unauffällig an das Personal wenden, ohne ihre Situation ausführlich erklären zu müssen. Geschulte Mitarbeiter können dann Unterstützung anbieten und beispielsweise dabei helfen, eine Situation zu verlassen oder sicher nach Hause zu kommen.
Am Montag, 16. November, findet hierzu um 15 Uhr im Gleis 4, Eisenbahnstraße 82, eine Informationsveranstaltung statt. Frankenthaler Gastronomiebetriebe werden zudem über das Konzept informiert und zur Beteiligung eingeladen. Ziel ist es, „Luisa ist hier!“ schrittweise in Frankenthal zu etablieren.
Junge Menschen erreichen: Workshops zu „Alpha Male und Tradwives“
Prävention setzt auch bei gesellschaftlichen Rollenbildern und deren Vermittlung an. Deshalb werden im gesamten November Workshops für Schulklassen in der Stadtbücherei zum Themenfeld „Alpha Male und Tradwives“ angeboten beziehungsweise intensiviert.
Die Workshops richten sich an Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Geschlechterrollen und Rollenbilder sowie deren Verbreitung und Inszenierung insbesondere in sozialen Medien und durch KI. Ziel ist es, junge Menschen für problematische Rollenbilder zu sensibilisieren, zur kritischen Auseinandersetzung anzuregen und einen Austausch über Gleichberechtigung und respektvolles Miteinander zu ermöglichen.
Weihnachtsmarkt trifft Menschenrechte: Gemeinsam das Frauenhaus unterstützen
Den Abschluss der Frankenthaler Aktionen bildet am Montag, 7. Dezember, die Aktion „Weihnachtsmarkt trifft Menschenrechte – Gemeinsam helfen“. Von 11 bis 21 Uhr gibt es auf dem Rathausplatz die Möglichkeit, sich zu informieren, ins Gespräch zu kommen und die Arbeit des Frauenhauses zu unterstützen.
An einem Stand wird Schmuck verkauft. Der Erlös kommt dem Frauenhaus zugute. Damit wird die öffentliche Sensibilisierung für das Thema unmittelbar mit einer konkreten Unterstützung für Frauen verbunden, die von Gewalt betroffen sind.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Die Frankenthaler Orange Days sind bewusst breit angelegt. Sie verbinden öffentliche Aufmerksamkeit und Information mit konkreten Hilfsangeboten, Prävention und der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Strukturen und Rollenbildern. Möglich wird das vielfältige Programm durch das Engagement zahlreicher Beteiligter aus Politik, Frauengruppen, Institutionen, Vereinen, der Wirtschaft und der Stadtgesellschaft.
Die Stadt Frankenthal bedankt sich bei allen Partnern und Unterstützern, die sich mit ihren Ideen, ihrer Zeit und ihrem Einsatz für ein gewaltfreies Leben starkmachen. Denn Gewalt gegen Frauen geht uns alle an – und auch ihre Bekämpfung ist eine gemeinsame Aufgabe.
Mehr zur Arbeit der Gleichstellungsstelle unter www.frankenthal.de/gleichstellung



