Straßenverkehr bei Nacht

Sanierung der Steinstraße

Sanierung der Steinstraße

Die Steinstraße wird umfassend saniert. Die Stadtverwaltung Frankenthal und die Stadtwerke Frankenthal erneuern dabei die Infrastruktur für Wasser, Strom und Gas. Gleichzeitig wird der Straßenraum neu gestaltet und es entstehen neue Baumstandorte. Die alten Straßenbäume können leider nicht erhalten werden. Sie haben ein großes und weit verzweigtes Wurzelwerk. Dieses befindet sich teilweise unmittelbar im Bereich der bestehenden und künftig neu zu verlegenden Leitungen.

Bereits in der Vergangenheit haben Wurzeln die Leitungsinfrastruktur beeinträchtigt – unter anderem durch Kurzschlüsse an alten Stromleitungen sowie durch das Einwachsen in Zu- und Abwasserleitungen.

Bei den anstehenden Tiefbauarbeiten müssen Leitungsbereiche geöffnet und neue Leitungen verlegt werden. Dabei könnten starke Wurzeln beschädigt werden. Dies beeinträchtigt die Verankerung der Bäume im Boden und kann ihre Standsicherheit gefährden.

Aus Gründen der Verkehrssicherheit können die betroffenen Bäume deshalb nicht dauerhaft erhalten werden.

23 neue Bäume für die Steinstraße

Wo Bäume durch die Baumaßnahme verloren gehen, sollen neue Bäume gepflanzt werden. Insgesamt sind 23 klimaangepasste Jungbäume vorgesehen.

Die neuen Baumstandorte werden nach modernen Standards vorbereitet. Mehr geeigneter Wurzelraum sowie eine optimale Versorgung mit Licht, Luft und Nährstoffen schaffen bessere Voraussetzungen für ein gesundes und langfristiges Wachstum.

Die neuen Bäume werden einige Jahre benötigen, bis sie wieder eine prägende Wirkung im Straßenraum entfalten. Mit der Neugestaltung wird jedoch die Grundlage für einen zukunftsfähigen, klimaangepassten und begrünten Straßenraum geschaffen.

Häufige Fragen und Antworten zu den Planungen

  • 1. Werden die einzelnen Bäume regelmäßig untersucht?

    Ja. Alle städtischen Bäume sind in einem Baumkataster erfasst. Dort werden unter anderem Informationen zum Zustand des jeweiligen Baumes, zu bisherigen Pflegemaßnahmen und zu notwendigen weiteren Maßnahmen dokumentiert.

    Die Bäume werden regelmäßig von einem unabhängigen Baumgutachter kontrolliert. Wie häufig ein Baum untersucht wird, hängt von seinem Zustand ab – die Abstände reichen von wenigen Monaten bis zu zwei Jahren. Oberstes Ziel ist, die Bäume möglichst lange zu erhalten und gleichzeitig die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

  • 2. Wird bei jedem Baum geprüft, ob er erhalten werden kann?

    Ja. Grundsätzlich hat der Erhalt bestehender Bäume Vorrang. Bei den regelmäßigen Kontrollen wird deshalb geprüft, wie vital und standsicher ein Baum ist und welche Pflege- oder Sicherungsmaßnahmen notwendig sind. 

    Bei der Steinstraße kommt allerdings ein weiterer wichtiger Punkt hinzu: Die geplante Sanierung betrifft auch die Leitungen im Boden. Deshalb muss für jeden betroffenen Baum betrachtet werden, welche Auswirkungen die notwendigen Tiefbauarbeiten auf sein Wurzelwerk und damit auf seine Standsicherheit hätten.

  • 3. Warum können die Leitungen nicht einfach so verlegt werden, dass die Bäume stehen bleiben?

    Das Hauptproblem liegt im Wurzelwerk. Die Wurzeln reichen deutlich weiter, als man oberirdisch sehen kann. Sie dienen nicht nur der Versorgung des Baumes, sondern geben ihm auch Halt.

     In der Steinstraße sind die Baumwurzeln teilweise stark mit den vorhandenen Leitungen verwachsen. Aufgrabungen haben gezeigt, dass Arbeiten an den Leitungen kaum möglich sind, ohne Wurzeln zu beschädigen. Besonders kritisch sind die größeren, statisch wichtigen Wurzeln in einem Bereich von etwa zwei bis zweieinhalb Metern rund um den Stamm. Werden solche Wurzeln beschädigt oder entfernt, kann die Standsicherheit des Baumes beeinträchtigt werden.

  • 4. Könnten moderne Wurzelschutzsysteme eingesetzt werden?

    Solche Systeme gibt es und sie können bei neuen Baumstandorten sehr sinnvoll sein. Sie helfen dabei, Wurzeln gezielt in geeignete Bereiche zu lenken und Konflikte mit Leitungen oder Straßenbelägen zu vermeiden.

    Bei den bereits rund 80 Jahre alten Bäumen in der Steinstraße lassen sich solche Systeme allerdings nicht einfach nachträglich einbauen. Bei einzelnen Bäumen können in bestimmten Situationen beispielsweise Wurzelbrücken eine Möglichkeit sein. Bei einer umfassenden Sanierung müssen jedoch große Teile des vorhandenen Wurzelraums geöffnet werden.

  • 5. Wurde geprüft, ob der vorhandene Wurzelraum verbessert werden kann?

    Ja. Bei der Planung wurde auch betrachtet, wie sich der vorhandene Platz im Boden besser nutzen lässt.

    Ein wichtiger Bestandteil der geplanten Sanierung ist deshalb, die Leitungen möglichst geordnet auf einer Straßenseite zu bündeln. Dadurch entsteht auf der gegenüberliegenden Seite mehr zusammenhängender Raum für die neuen Bäume.

    Die neuen Baumstandorte sollen außerdem mit geeignetem Baumsubstrat ausgestattet werden. Dieses bietet den Wurzeln bessere Wachstumsbedingungen und verdichtet sich weniger stark als der bisherige Boden.

  • 6. Warum sollen unterschiedliche Baumarten gepflanzt werden?

    In der Steinstraße sollen künftig verschiedene klimaresiliente Baumarten wachsen. Der Grund: Wenn überall die gleiche Baumart steht, kann eine Krankheit oder ein Schädling im schlimmsten Fall den gesamten Bestand betreffen.

    Eine Mischung verschiedener Baumarten macht die Begrünung widerstandsfähiger. Außerdem profitieren Tiere und Insekten von unterschiedlichen Baumarten – etwa durch verschiedene Blütezeiten und unterschiedliche Lebensräume.

  • 7. Können einzelne Platanen erhalten bleiben?

    Nach der derzeitigen Planung ist ein Erhalt einzelner betroffener Platanen voraussichtlich nicht möglich, weil die Situation für die von der Maßnahme betroffenen Bäume vergleichbar ist.

    Grund dafür ist nicht allein der Zustand der Bäume, sondern vor allem der Konflikt zwischen ihrem Wurzelwerk und den notwendigen Arbeiten an den Leitungen.

  • 8. Warum ist das Wurzelwerk für die Standsicherheit so wichtig?

    Die Wurzeln halten den Baum im Boden und versorgen ihn mit Wasser und Nährstoffen. Werden größere Wurzeln beschädigt, kann der Baum an Stabilität und Widerstandskraft verlieren.

    Gerade bei älteren Bäumen ist deshalb entscheidend, wie stark bei Bauarbeiten in den Wurzelraum eingegriffen werden müsste. Ob ein Baum nach einem solchen Eingriff noch standsicher wäre, müsste im Einzelfall mit speziellen Zugversuchen überprüft werden.

  • 9. Warum können die Strom- und Wasserleitungen nicht einfach auf die andere Straßenseite verlegt werden?

    Das wurde geprüft. Eine Verlegung aller Leitungen auf die gegenüberliegende Seite ist aufgrund der vorhandenen Leitungslage, der notwendigen Abstände und der vielen erforderlichen Querungen technisch nicht sinnvoll umsetzbar.

    Bei der Trinkwasserleitung ist deshalb vorgesehen, sie künftig im asphaltierten Bereich der Straße und damit außerhalb des Grünstreifens zu verlegen. Die Stromleitungen müssen aufgrund ihrer Funktion und des künftigen zusätzlichen Bedarfs weiterhin in den Bereichen der Bürgersteige untergebracht werden.

  • 10. Könnte man die Leitungen in der Mitte der Straße verlegen?

    Nein. Dafür ist die Steinstraße zu schmal. Außerdem befindet sich in der Fahrbahnmitte bereits der Abwasserkanal. Für die verschiedenen Leitungen müssen bestimmte Abstände zu Bäumen, Gebäuden und untereinander eingehalten werden.

  • 11. Könnte man mit einem Saugbagger arbeiten, um die Wurzeln zu schonen?

    Ein Saugbagger wurde bereits eingesetzt, um die vorhandenen Leitungen und Wurzeln vorsichtig freizulegen und die Situation zu untersuchen.

    Für die eigentlichen Arbeiten an den Leitungen bietet dieses Verfahren jedoch keine ausreichende Lösung. Es verhindert nicht, dass für die notwendige Sanierung in den Wurzelbereich eingegriffen werden müsste.

  • 12. Warum werden nicht einfach die alten Bäume verpflanzt?

    Das Verpflanzen ausgewachsener Bäume ist grundsätzlich möglich, bei den alten Platanen aber mit erheblichen Risiken verbunden.

    Der Wurzelballen eines großen Baumes kann einen sehr großen Durchmesser haben und reicht teilweise auch unter angrenzende Grundstücke. Damit der Baum eine Chance hat, die Verpflanzung zu überleben, muss ein großer Teil des Wurzelwerks erhalten bleiben. Bei ausgewachsenen Bäumen ist außerdem eine mehrjährige Vorbereitung erforderlich. Üblicherweise muss der Wurzelballen bereits fünf bis sieben Jahre vorher schrittweise vorbereitet werden. Eine Garantie, dass ein bereits alter und teilweise geschwächter Baum die Verpflanzung übersteht, gibt es nicht.

  • 13. Sind neue Bäume überhaupt ein gleichwertiger Ersatz für die alten Platanen?

    Nein – zumindest nicht sofort. Ein großer, alter Baum bietet bereits heute deutlich mehr Schatten, bindet mehr Wasser und hat eine größere Bedeutung für das Stadtklima und die Artenvielfalt als ein frisch gepflanzter Jungbaum.

    Ein neuer Baum braucht viele Jahre, um diese Leistungen zu entwickeln. Deshalb ist es besonders wichtig, die neuen Bäume so zu pflanzen, dass sie sich langfristig gut entwickeln können und möglichst viele Jahrzehnte am Standort bleiben.

  • 14. Warum sollen trotzdem neue Bäume gepflanzt werden?

    Die geplanten neuen Baumstandorte sollen deutlich bessere Bedingungen bieten als die bisherigen. Leitungen sollen geordnet verlegt werden, sodass den Bäumen mehr zusammenhängender Wurzelraum zur Verfügung steht. Zusätzlich wird geeignetes Baumsubstrat eingebaut. Geplant sind 23 klimaresiliente Bäume verschiedener Arten. Damit soll eine zukunftsfähige und widerstandsfähige Begrünung der Steinstraße entstehen.

  • 15. Warum werden die alten Platanen nicht einfach so lange stehen gelassen, bis sie von selbst absterben?

    Bei der Entscheidung geht es nicht nur um das Alter eines Baumes. Auch seine Gesundheit, seine Standsicherheit und die Auswirkungen der geplanten Bauarbeiten spielen eine Rolle.

    Bei den Platanen kommt hinzu, dass diese Baumart zunehmend von Krankheiten wie der Massaria-Krankheit und dem sogenannten Platanenkrebs betroffen ist. Die Massaria-Krankheit kann Äste schädigen, die dann unvermittelt abbrechen können. Der Platanenkrebs kann zum Absterben der Bäume führen.

  • 16. Was passiert, wenn die Bäume bei den Bauarbeiten beschädigt werden?

    Das wäre insbesondere dann problematisch, wenn größere, statisch wichtige Wurzeln beschädigt werden. Dadurch kann die Standsicherheit des Baumes beeinträchtigt werden.

    Um nach einem solchen Eingriff sicher beurteilen zu können, ob ein Baum noch standsicher ist, wären spezielle Zugversuche durch ein darauf spezialisiertes Fachunternehmen notwendig

  • 17. Ist die Entscheidung endgültig oder könnte die Planung noch geändert werden?

    Eine Änderung der Planung ist grundsätzlich noch möglich. Allerdings liegt derzeit noch keine abschließende Entwurfsplanung vor. Eine grundlegende Neuplanung würde zusätzlichen Planungs- und Prüfaufwand verursachen und das Projekt deutlich verzögern. Nach der aktuellen Einschätzung wäre bei einer vollständigen oder weitgehenden Neuplanung mit einer Verzögerung von mindestens einem Jahr zu rechnen.

  • 18. Wann soll die Sanierung beginnen?

    Nach aktuellem Stand sollen die Arbeiten an den Leitungen 2027 beginnen. Der EWF plant bereits im September und Oktober 2026 Arbeiten am bestehenden Abwasserkanal. Diese Arbeiten betreffen die Baumstandorte nicht.

    Für die ursprünglich geplante Zeitschiene wären Fällarbeiten im Herbst/Winter 2026 notwendig gewesen. Da derzeit noch keine abschließende Freigabe der Entwurfsplanung vorliegt, hat sich der ursprüngliche Zeitplan bereits verschoben.

  • 19. Was kostet die geplante Maßnahme?

    Nach der derzeitigen Vorplanung liegen die reinen Baukosten bei rund 1 Million Euro. Für die Leitungsarbeiten der Stadtwerke werden zusätzlich rund 450.000 Euro veranschlagt.

  • 20. Was passiert, wenn die Planung jetzt noch einmal komplett geändert wird?

    Dann müsste die Planung in wesentlichen Teilen neu aufgestellt werden. Das würde zusätzliche Kosten und eine deutliche Verzögerung verursachen. Unter anderem müssten neue Berechnungen, Abstimmungen und gegebenenfalls weitere Gutachten erstellt werden.

    Nach der aktuellen Einschätzung würde eine grundlegende Planänderung das Projekt um mindestens ein Jahr verzögern.

  • 21. Was ist der Grundgedanke hinter der Planung?

    Die geplante Sanierung  gilt der maroden Infrastruktur unter der Straße, diese muss zukunftsfähig gemacht werden. Wenn einmal die Straße komplett geöffnet werden muss für die Leitungen im Untergrund ist es sinnvoll im Anschluss auch die Straßenfläche mit Fahrbahn, Gehwegen, Parkplätzen und Baumstandorten neu zu ordnen.. Die neuen Baumstandorte sollen mehr Wurzelraum bekommen, die Leitungen sollen geordneter verlegt werden und unterschiedliche, klimaresiliente Baumarten zum Einsatz kommen. So sollen die neu gepflanzten Bäume langfristig gute Bedingungen haben und die Steinstraße auch in Zukunft grün bleiben.

  • 22. Was gilt grundsätzlich für den Umgang mit Bäumen bei solchen Bauprojekten?

    Der Erhalt bestehender Bäume soll grundsätzlich Vorrang haben. Gleichzeitig muss jeder Standort einzeln betrachtet werden. Dazu gehören die Gesundheit und Standsicherheit des Baumes, die konkrete Situation im Boden, die vorhandenen Leitungen und mögliche technische Alternativen. Erst wenn ein Erhalt fachlich und technisch nicht vertretbar oder nicht möglich ist, kommt eine Fällung infrage. Für künftige Projekte soll dieser Prozess noch transparenter und einheitlicher gestaltet werden – einschließlich einer frühzeitigen Prüfung von Alternativen und einer verständlichen Information der Bürgerinnen und Bürger.

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