Götterbaum

Götterbaum

Er wächst schnell, ist anspruchslos und äußerst widerstandsfähig: Der Götterbaum (Ailanthus altissima) wurde einst als Zier- und Straßenbaum nach Europa gebracht und breitet sich inzwischen vielerorts selbstständig aus. Auch in Frankenthal kommt die invasive Baumart vor. Ihre Ausbreitung kann dabei nicht nur heimische Pflanzenarten verdrängen, sondern durch das kräftige Wurzelsystem auch Wege, Pflasterflächen und Gebäude beeinträchtigen. Daher muss eine Reihe von Maßnahmen ergriffen werden.


Ein Baum mit besonderen Fähigkeiten

Der ursprünglich aus Ostasien stammende Götterbaum wurde im 18. Jahrhundert nach Europa eingeführt und wegen seines schnellen Wachstums und seiner Widerstandsfähigkeit angepflanzt. Heute ist er in weiten Teilen Europas etabliert. 2019 wurde der Götterbaum in die Unionsliste invasiver gebietsfremder Arten der Europäischen Union aufgenommen. Damit gelten für die Art unter anderem Beschränkungen hinsichtlich Einfuhr, Handel, Haltung und Vermehrung. 

Seine Ausbreitung verdankt der Götterbaum mehreren Eigenschaften: Er wächst schnell, bildet große Mengen an Samen und kann sich zusätzlich über sein weitreichendes Wurzelsystem und Wurzelausläufer vermehren. Dadurch kann er sich insbesondere an gestörten Standorten, auf Brachflächen, an Straßenrändern und im Siedlungsbereich rasch etablieren. Die zunehmend milden Winter kommen dem wärmeliebenden Götterbaum zugute: Wo früher stärkere Fröste seine Ausbreitung begrenzen konnten, findet er heute bessere Bedingungen vor – und wird dadurch zunehmend zum Problem.

Maßnahmen der Stadt Frankenthal

Die Stadt Frankenthal beginnt aktuell damit, gezielt gegen samentragende Götterbäume auf städtischen Flächen vorzugehen. Im Mittelpunkt steht dabei zunächst die Verhinderung einer weiteren Ausbreitung.

Eine wichtige Methode ist das sogenannte Ringeln. Dabei wird ein schmaler, ringförmiger Streifen der Rinde entfernt. Der Transport von Nährstoffen in Richtung Wurzeln wird dadurch unterbrochen. Der Baum wird schrittweise geschwächt und stirbt schließlich ab. Entscheidend ist, dass die Maßnahme fachgerecht durchgeführt und der Baum anschließend regelmäßig kontrolliert wird.

Je nach Standort und Situation kommen daneben auch biologische Bekämpfungsmittel zum Einsatz. Ziel ist es, den Götterbaum möglichst gezielt zu schwächen und seine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Dabei gilt: Mit einer einmaligen Maßnahme ist der Kampf meist nicht beendet. Aufgrund seines ausgeprägten Wurzelsystems können nach einer Behandlung neue Triebe erscheinen. Eine erfolgreiche Bekämpfung erfordert deshalb Geduld, regelmäßige Kontrollen und gegebenenfalls wiederholte Maßnahmen.

Was können Bürgerinnen und Bürger tun?

Auch Grundstückseigentümer sowie aufmerksame Bürgerinnen und Bürger können dazu beitragen, neue und problematische Vorkommen frühzeitig zu erkennen. Wer betroffene Grundstückseigentümer kennt, kann diese auf die Problematik des Götterbaums und die Möglichkeit einer fachgerechten Bekämpfung aufmerksam machen.

Insbesondere größere, samentragende Götterbäume sowie Exemplare an kritischen Standorten, beispielsweise in Mauerspalten, Schächten oder unmittelbar an Wegen und Gebäuden, können der Unteren Naturschutzbehörde gemeldet werden. So können problematische Vorkommen frühzeitig erfasst und hinsichtlich geeigneter Bekämpfungsmaßnahmen bewertet werden.

Wer einen Götterbaum entdeckt, sollte insbesondere bei größeren Exemplaren nicht vorschnell selbst zur Säge greifen. Eine unsachgemäße Fällung kann aufgrund des anschließenden Wurzelaustriebs das Problem sogar vergrößern. Stattdessen sollte zunächst geprüft werden, welche Bekämpfungsmaßnahme am jeweiligen Standort geeignet und erforderlich ist. Die Untere Naturschutzbehörde informiert Betroffene und Bürgerinnen und Bürger über die Problematik des Götterbaums und unterstützt dabei, geeignete Vorgehensweisen zu finden.

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Häufige Fragen und Antworten

  • Warum werden Götterbäume nicht einfach gefällt?

    Eine Fällung allein kann das Problem verschärfen. Der Götterbaum kann aus seinem Wurzelsystem und dem verbliebenen Stock wieder zahlreiche neue Triebe bilden. Deshalb sind je nach Situation andere oder ergänzende Bekämpfungsmethoden erforderlich.

  • Warum wird der Götterbaum bekämpft?

    Der Götterbaum ist eine invasive gebietsfremde Art. Er kann sich schnell ausbreiten, heimische Pflanzen verdrängen und insbesondere an empfindlichen Standorten ökologische Probleme verursachen. Deshalb soll seine weitere Ausbreitung möglichst früh eingedämmt werden.

  • Warum dauert die Bekämpfung so lange?

    Weil neue Triebe regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls erneut behandelt werden müssen.

  • Was kann ich als Bürger tun?

    Erkennen, informieren, melden: Betroffene auf den Götterbaum aufmerksam machen und besonders große, samentragende Exemplare sowie Vorkommen an kritischen Stellen der Unteren Naturschutzbehörde unter naturschutz@frankenthal.de melden.

  • Woran erkenne ich einen Götterbaum?

    Typisch sind die großen, gefiederten Blätter, die aus zahlreichen einzelnen Blattfiedern bestehen. Die Blätter verströmen beim Zerreiben einen auffälligen Geruch. Ältere Bäume besitzen eine graubraune, längsrissige Rinde.

    Zwei Blätter nebeneinander


  • Welche Schäden kann der Götterbaum verursachen?

    Wurzeln können Bauwerke, Wege und Pflasterflächen beeinträchtigen. Gleichzeitig kann der Götterbaum heimische Pflanzen durch schnelles Wachstum und allelopathische Stoffe verdrängen

  • Was bedeutet „Ringeln“?

    Beim Ringeln wird ein schmaler Streifen der Rinde rund um den Stamm entfernt. Dadurch wird der Transport von Nährstoffen in Richtung Wurzeln unterbrochen. Der Baum wird dadurch nach und nach geschwächt und stirbt ab.

    Baum mit eingeschnittener Rinde


  • Warum muss ein geringelter Baum anschließend weiter kontrolliert werden?

    Der Götterbaum ist ausgesprochen regenerationsfähig. Trotz einer Behandlung können neue Triebe aus dem Wurzelsystem entstehen. Diese müssen erkannt und gegebenenfalls ebenfalls behandelt werden. Die Bekämpfung ist deshalb häufig ein längerfristiger Prozess.

    Baumstamm mit entfernter Rinde


  • Was passiert mit den Samen?

    Götterbäume können große Mengen an Samen bilden. Diese können durch Wind verbreitet werden und zur Entstehung neuer Vorkommen beitragen. Deshalb haben insbesondere weibliche, samentragende Bäume bei der Bekämpfung eine hohe Priorität.

    Samen
  • Kann ich einen Götterbaum in meinem Garten selbst fällen?

    Von einer eigenständigen Fällung größerer Götterbäume sollte abgesehen werden. Eine unsachgemäße Fällung kann zu verstärktem Wurzelaustrieb führen. Außerdem können je nach Standort weitere rechtliche Vorgaben, beispielsweise aus dem Naturschutzrecht oder der Baumschutzsatzung, zu beachten sein.

  • Warum bekämpft die Stadt nicht jeden Götterbaum sofort?

    Die Bekämpfung muss nach Standort und Situation priorisiert werden. Besonders wichtig sind beispielsweise samentragende Bäume und Vorkommen, von denen eine weitere Ausbreitung in empfindliche Bereiche ausgehen kann. Zudem erfordert die Bekämpfung aufgrund des starken Wurzelaustriebs regelmäßige Nachkontrollen.

  • Ist der Götterbaum für Menschen gefährlich?

    Der Götterbaum ist nicht mit einer klassischen Giftpflanze gleichzusetzen. Hautkontakt kann bei empfindlichen Personen jedoch Reizungen verursachen. Bei Arbeiten am Baum sind deshalb geeignete Schutzmaßnahmen sinnvoll.

  • Warum heißt er eigentlich „Götterbaum“?

    Der deutsche Name geht auf die ursprüngliche Bezeichnung Ailanthus zurück, die sinngemäß mit „Baum des Himmels“ bzw. „Baum der Götter“ in Verbindung gebracht wird.

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