Der WEISSE RING wurde 1976 gegründet und ist heute Deutschlands größte Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität. Bundesweit engagieren sich rund 3.000 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in knapp 400 Außenstellen. Persönliche Betreuung, menschlicher Beistand und konkrete Hilfen für Betroffene stehen dabei ebenso im Mittelpunkt wie Präventionsarbeit und das öffentliche Eintreten für die Interessen von Kriminalitätsopfern.
„Der WEISSE RING gibt den Opfern von Straftaten seit 50 Jahren eine starke Stimme. Wer Opfer wird, braucht neben einem funktionierenden Rechtsstaat Menschen, die zuhören, Orientierung geben und ganz konkret helfen. Besonders beeindruckend ist, dass diese Hilfe zu einem großen Teil von ehrenamtlich engagierten Menschen getragen wird, die ihre Zeit, ihre Erfahrung und ihre persönliche Zuwendung für andere einsetzen. Dieses Engagement kann man nicht hoch genug würdigen“, betont Oberbürgermeister Dr. Nicolas Meyer.
Jahrzehntelange Erfahrung für die Präventionsarbeit
Im Mittelpunkt des Treffens stand neben der Opferhilfe die große Bandbreite der Präventionsarbeit des WEISSEN RINGS. Joachim Bossek bringt dabei umfangreiche berufliche Erfahrung ein. Er war 45 Jahre bei der Kriminalpolizei tätig und arbeitete unter anderem in leitender Funktion in der polizeilichen Prävention und im Opferschutz. Bis zum Ende dieses Jahres leitet er noch die Außenstelle Ludwigshafen des WEISSEN RINGS.
Bossek engagiert sich insbesondere mit Vorträgen und Workshops. Das Spektrum umfasst bis zu 24 verschiedene Themenfelder und wird durch Angebote zu aktuellen Kriminalitätsphänomenen ergänzt. Schwerpunkte bilden beispielsweise der Schutz älterer Menschen vor Betrugs- und anderen Straftaten sowie Präventionsangebote für Kinder und Jugendliche – etwa zum sicheren Umgang mit Smartphones und den damit verbundenen Risiken.
„Diese Erfahrung und dieses Wissen wollen wir für Frankenthal nutzen. Gute Prävention muss Menschen dort erreichen, wo die jeweiligen Risiken entstehen – bei Seniorinnen und Senioren genauso wie bei Kindern und Jugendlichen. Das heutige Gespräch hat gezeigt, dass es zahlreiche konkrete Anknüpfungspunkte gibt“, so Meyer.
Konkrete Schulungsbedarfe identifiziert
An dem Austausch nahmen auch Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung aus den Bereichen Jugend, Familie und Soziales, Ordnung sowie Arbeitsschutz teil. Gemeinsam wurden erste konkrete Schulungsbedarfe identifiziert. In einem nächsten Schritt soll geprüft werden, welche Angebote des WEISSEN RINGS bestehende Präventions- und Unterstützungsstrukturen der Stadt sinnvoll ergänzen können.
Ein weiterer Anknüpfungspunkt steht bereits fest: Der WEISSE RING wird sich im Rahmen des nächsten Orange Days in Frankenthal engagieren. Darüber hinaus sollen weitere gemeinsame Informations- und Präventionsangebote entwickelt werden. Stadt und WEISSER RING wollen zudem prüfen, ob gemeinsame Aktionen zur Unterstützung der Opferhilfe und zur Einwerbung von Spenden umgesetzt werden können.
„Aus unserem heutigen Austausch soll eine dauerhafte Verbindung entstehen. Wir wollen das Angebot des WEISSEN RINGS in Frankenthal sichtbarer machen, vorhandenes Wissen miteinander vernetzen und gemeinsam dort ansetzen, wo wir Menschen durch Prävention schützen oder Betroffenen nach einer Straftat helfen können“, erklärt Meyer.
Hilfe bekannt machen – Engagement sichtbar machen
Ein besonderes Anliegen des Oberbürgermeisters ist es, das Hilfsangebot stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Betroffene können beim WEISSEN RING persönliche Hilfe durch geschulte ehrenamtliche Ansprechpartner vor Ort erhalten. Darüber hinaus steht das bundesweite Opfer-Telefon unter 116 006 täglich von 7 bis 22 Uhr kostenfrei und anonym zur Verfügung. Auch eine anonyme Onlineberatung wird angeboten.
„Mein Wunsch nach unserem heutigen Gespräch ist, dass noch mehr Menschen in Frankenthal wissen: Wenn mir etwas passiert, gibt es diese Hilfe. Und ebenso wünsche ich mir, dass diejenigen, die diese Hilfe ehrenamtlich möglich machen, die öffentliche Anerkennung erfahren, die sie verdienen“, so Meyer.
Der WEISSE RING erhält keine staatlichen Mittel. Seine Arbeit finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, Nachlässen und Geldbußen. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens ruft die Stadt deshalb auch dazu auf, die Arbeit der Organisation zu unterstützen.
„Opferhilfe braucht Menschen, die sich engagieren – und sie braucht gesellschaftliche Unterstützung. Wer spendet, Mitglied wird oder sich ehrenamtlich einbringt, trägt dazu bei, dass Menschen nach einer Straftat nicht allein bleiben. 50 Jahre WEISSER RING stehen für 50 Jahre gelebte Mitmenschlichkeit. Dafür sage ich im Namen unserer Stadt herzlich Danke“, so Meyer abschließend.
Weitere Informationen zur Opferhilfe, zum ehrenamtlichen Engagement sowie zu Spenden- und Unterstützungsmöglichkeiten gibt es unter www.weisser-ring.de. Spenden sind auch unmittelbar über diese Website möglich.



