Die gemeinsam erarbeitete Lösung wurde inzwischen auch der Vorsitzenden des Schulelternbeirats vorgestellt. Dieser trägt das vereinbarte Vorgehen mit und unterstützt die kurzfristige Nutzung der Räumlichkeiten am Metznerpark als wichtigen Schritt zur Entlastung der Schulgemeinschaft.
Der für Schulen sowie den Bereich Gebäude und Grundstücke zuständige Beigeordnete Bernd Leidig erklärt: „In den vergangenen Monaten wurden gemeinsam mit der Schulleitung, der ADD und den beteiligten Fachbereichen verschiedene Lösungsansätze intensiv geprüft. Die nun gefundene Lösung ermöglicht es, den Standort Metznerpark früher als ursprünglich vorgesehen für den Schulbetrieb zu nutzen und damit kurzfristig zusätzliche Kapazitäten zu schaffen. Mir ist wichtig zu betonen, dass diese Entscheidung auf einem längeren Abstimmungsprozess basiert. Sie dient der kurzfristigen Entlastung, ersetzt jedoch nicht die weiterhin notwendigen mittel- und langfristigen Maßnahmen zur Sicherung leistungsfähiger Förderschulangebote in Frankenthal.“
Ursprünglich war als mittelfristige Lösung eine umfassende Ertüchtigung des Standortes Metznerpark mit einem Investitionsvolumen von rund 1,9 Millionen Euro geplant. Im Rahmen der jüngsten Gespräche haben Schulleitung, Schulaufsicht und Schulträger gemeinsam entschieden, zugunsten einer schnelleren Entlastung auf eine kurzfristige Nutzung der vorhandenen Räumlichkeiten zu setzen. Das bereits mit der Schulleitung abgestimmte angedachte Raumkonzept als Ideallösung entfällt an diesem Standort. Grundlegende Bedürfnisse der Schulgemeinschaft – u.a. ein zentraler Standort für möglichst viele Schüler, ausreichende Raumkapazitäten, ein Außenbereich, Barrierefreiheit innerhalb der einzelnen Stockwerke und eine Mensa vor Ort – werden jedoch erfüllt.
Für die Entwicklung und Bewertung möglicher Lösungen werden erhebliche personelle Ressourcen sowohl im Bereich Schulen als auch im Bereich Gebäude und Grundstücke gebunden. Dies macht an verschiedenen Stellen Umpriorisierungen erforderlich und erfolgt teilweise zulasten anderer ebenfalls dringender Projekte im Bereich Schulen, Kindertagesstätten, Sporthallen und öffentlichen Gebäuden.
Finanzierung und Investitionen
Mit der nun vereinbarten kurzfristigen Nutzung der vorhandenen Räumlichkeiten am Metznerpark kann eine schnelle Entlastung für die Schulgemeinschaft erreicht werden. Gleichzeitig bedeutet diese Entscheidung nicht, dass die notwendigen Investitionen in die Frankenthaler Bildungsinfrastruktur entfallen. Vielmehr bleiben sowohl für die Tom-Mutters-Schule als auch für weitere Schul- und Kita-Standorte erhebliche bauliche, organisatorische und finanzielle Herausforderungen bestehen.
Die Stadt Frankenthal investiert seit Jahren kontinuierlich in den Ausbau, die Sanierung und die Modernisierung ihrer Bildungsinfrastruktur. Angesichts steigender Schülerzahlen, wachsender Anforderungen an Förderschulen sowie umfangreicher Sanierungsbedarfe stößt die kommunale Leistungsfähigkeit jedoch zunehmend an ihre Grenzen. Hinzu kommt, dass die Frankenthaler Förderschulen in erheblichem Umfang regionale Aufgaben übernehmen und Schülerinnen und Schüler aus dem gesamten Umland beschulen.
Die Stadt Frankenthal kann die daraus entstehenden Investitions- und Folgekosten nicht dauerhaft allein tragen. Vor dem Hintergrund der regionalen Versorgungsfunktion der Frankenthaler Förderschulen appelliert die Stadt für eine stärkere finanzielle Beteiligung und Unterstützung des Landes bei den notwendigen Zukunftsinvestitionen.
Denn die grundlegenden Herausforderungen bleiben bestehen. Die Schülerzahlen an der Tom-Mutters-Schule sind innerhalb weniger Jahre von 69 auf aktuell rund 90 Schülerinnen und Schüler gestiegen. Für das kommende Schuljahr wird mit mehr als 100 Schülerinnen und Schülern gerechnet.
Gleichzeitig übernimmt die Stadt Frankenthal mit ihren Förderschulen seit Jahren wichtige Aufgaben für die gesamte Region. Rund ein Drittel der Schülerinnen und Schüler der Tom-Mutters-Schule sowie rund 85 Prozent der Schülerinnen und Schüler der Neumayerschule (Förderschule Sprache) kommen nicht aus Frankenthal. Insgesamt stammen rund 71 Prozent der Schülerinnen und Schüler beider Förderschulen aus dem Umland. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Herausforderungen der Förderschulversorgung nicht isoliert betrachtet werden können.
Die Stadt Frankenthal hat die Situation daher bereits ausführlich gegenüber der ADD und den zuständigen Ministerien dargestellt. Hinzu kommt: Als dicht besiedelte Stadt verfügt Frankenthal nur über wenige unmittelbar verfügbare Grundstücks- und Gebäudereserven. Neue Schulstandorte oder größere Erweiterungen erfordern daher umfangreiche Planungs-, Genehmigungs- und Investitionsprozesse.
Neuer Schulstandort als langfristige Perspektive
Unabhängig von der nun gefundenen kurzfristigen Lösung verfolgt die Stadtverwaltung weiterhin die Entwicklung langfristiger Perspektiven. Dazu gehören die Prüfung eines zentralen Ausweichschulstandortes, der künftig ausreichende Kapazitäten für Schulen und Kindertagesstätten während Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen bereitstellen könnte, sowie die langfristige Entwicklung eines Schulcampus am Speyerbach. Beide Ansätze sollen dazu beitragen, die Bildungsinfrastruktur in Frankenthal dauerhaft zukunftsfähig aufzustellen und Handlungsspielräume für künftige Bedarfe zu schaffen.
Aus Sicht der Stadt Frankenthal wird die langfristige Sicherung leistungsfähiger Förderschulangebote jedoch nur gelingen, wenn Kommunen, Schulaufsicht und Land die Entwicklung der Schülerzahlen, die regionalen Schülerströme, die Einzugsbereiche der Förderschulen sowie die vorhandenen Kapazitäten künftig noch stärker gemeinsam betrachten und daraus tragfähige Lösungen für die Zukunft ableiten.



