Objekt des Monats Juli und August

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Hundehalsband

Messing und Leder

Ende 16./Anfang 17. Jahrhundert

 

Rassehunde waren im 16. und 17. Jahrhundert Prestigeobjekte. Adelige Kreise hielten sich Kammer- und Leibhunde, die im Schlafgemach auf Polstern und Bärenhäuten neben der Herrschaft ruhten, um sie gegen eindringende Mörder zu verteidigen. Es handelte sich also im Unterschied zu Schosshunden, die man sich ebenfalls hielt, um Wach- und Schutzhunde. Diese gehörten großen, kräftigen Rassen wie Windhund oder Dogge an. Die Kammer- und Leibhunde zeichneten sich durch charakterliche Eigenschaften ebenso aus wie durch ihr Äußeres. Sie wurden auf Spaziergängen mitgeführt und trugen kostbar verzierte Halsbänder, häufig mit den Initialen ihrer Besitzer versehen. Ein solches Hundehalsband ist als das Objekt des Monats Juli in der Stadtbücherei Frankenthal ausgestellt. Es besteht aus einem ziselierten Messingreif mit Gelenk, Überwurf und Falle. Innen ist es mit sorgfältig vernähtem Leder gefüttert, es trägt die Initialen „J S“ und stammt aus einer der zahlreichen Gold- oder Silberschmiedewerkstätten, die durch den Zuzug der niederländischen Glaubensflüchtlinge in Frankenthal zu reicher wirtschaftlicher Blüte führten. Sowohl der kurfürstliche Hof in Mannheim wurde von hier aus mit Luxusgütern beliefert als auch der Adel in der Kurpfalz. Dank der Handelskontakte der flämischen und wallonischen Exulanten wurde auch über die Grenzen der Kurpfalz hinaus exportiert.


 

 
 
 
     
     

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