Archiv Objekt des Monats

Objekt des Monats Juli/August 2019


Objekt des Monats Juli August 2019 Messing-Hundehalsband 17. Jahrhundert



Hundehalsband

Messing und Leder

Ende 16./Anfang 17. Jahrhundert








Rassehunde waren im 16. und 17. Jahrhundert Prestigeobjekte. Adelige Kreise hielten sich Kammer- und Leibhunde, die im Schlafgemach auf Polstern und Bärenhäuten neben der Herrschaft ruhten, um sie gegen eindringende Mörder zu verteidigen. Es handelte sich also im Unterschied zu Schosshunden, die man sich ebenfalls hielt, um Wach- und Schutzhunde. Diese gehörten großen, kräftigen Rassen wie Windhund oder Dogge an. Die Kammer- und Leibhunde zeichneten sich durch charakterliche Eigenschaften ebenso aus wie durch ihr Äußeres. Sie wurden auf Spaziergängen mitgeführt und trugen kostbar verzierte Halsbänder, häufig mit den Initialen ihrer Besitzer versehen. Ein solches Hundehalsband ist als das Objekt des Monats Juli ausgestellt. Es besteht aus einem ziselierten Messingreif mit Gelenk, Überwurf und Falle. Innen ist es mit sorgfältig vernähtem Leder gefüttert, es trägt die Initialen „J S“ und stammt aus einer der zahlreichen Gold- und Silberschmeidewerkstätten, die durch den Zuzug niederländischer Glaubensflüchtlinge Frankenthal zu reicher wirtschaftlicher Blüte führten. Sowohl der kurfürstliche Hof in Mannheim wurde von hier aus mit Luxusgütern beliefert als auch der Adel in der Kurpfalz. Dank der Handelskontakte der flämischen und wallonischen Exulanten wurde auch über die Grenzen der Kurpfalz hinaus exportiert.


 

Objekt des Monats September 2019

Objekt des Monats September 2019 Porzellangruppe Paar beim Schachspiel, Porzellanfabrik Friedrich Wessel


Figurengruppe "Dame mit Kavalier beim Schachspiel", 

Porzellanfabrik Wessel

20. Jahrhundert





Die Figurengruppe "Dame mit Kavalier beim Schachspiel" stammt aus der Porzellanfabrik von Friedrich Wilhelm Wessel

Gebannt beugt sich ein höfisch gekleidetes Paar über ein Schachbrett. Die Stellung der Schachfiguren weist auf eine bereits weit vorangeschrittene Partie hin.

Friedrich Wilhelm Wessel besaß ursprünglich eine Maschinen- und Gerätebau-Firma in Rudolstadt in Thüringen. Nach verheerenden Zerstörungen im 2. Weltkrieg gründete er 1949 eine Porzellanfabrik in Frankenthal - der Stadt, die bereits im 18. Jahrhundert mit Porzellan berühmt geworden war. Mit dem historischen Porzellan aus der Zeit Carl-Theodors hat Wessels Porzellan allerdings wenig gemeinsam. Wessel arbeitete nicht mit den alten Frankenthaler Formen, sondern eigenen Entwürfen und Formen der Fabriken Volkstedt-Rudolstadt und Passau.

Typisch sind die reichen Spitzenverzierungen und die Anlehnung an die höfische Kleidung und Motive des Barockzeitalters.

Gesellschaftsspiele sind Thema des Monats in der Stadtbücherei.
Das Erkenbert-Museum organisiert in der Vitrinen-Ausstellung "Frankenthal - eine Zeitreise derzeit ein interaktives Schachspiel mit Bürgermeister Bernd Knöppel.



Objekt des Monats Oktober 2019

Objekt des Monats Oktober Reservistenkrug 19. Jahrhundert



Reservisten-Krug eines Infanteristen

19. Jahrhundert














Der Reservistenkrug aus dem 19. Jahrhundert wurde von wehrpflichtigen Soldaten am Ende ihrer Dienstzeit als Andenken gekauft. Die Darstellung wurde auf den jeweiligen Auftraggeber zugeschnitten. Dessen Name, Rang und Regimentszugehörigkeit stehen an prominenter Stelle des Bierkrugs. Die Namen der Regimentskameraden sind kleiner aufgeführt. Die Malereien wurden von einem professionellen Maler nach Vorlagen stellt und zeigen Gruppenszenen mit Soldaten im Einsatz. Die Malereien werden durch Sprüche unterlegt.

Der hier ausgestellte Reservistenkrug gehörte einem Infanteristen, der in Landau stationiert war.

Das 18. Königlich Bayerische Infanterie-Regiment "Prinz Ludwig Ferdinand" war im Jahr 1880 erste neue bayerische Truppe aufgestellt worden.



Objekt des Monats November 2019



Tischuhr

Zinn

Ende des 19. Jahrhundert
















Die Tischuhr aus der Gründerzeit zeigt Atlas als Uhrenträger.

In der bürgerlichen Wohnkultur der Zeit um 1870 hatten aufwändig gestaltete Uhren einen festen Platz auf Tischen im Salon und auf Kaminsimsen. Ebenso gehörten Motive aus der antiken griechischen Mythologie zum festen Repertoire bei der Gestaltung von Gebrauchsgegenständen. Die gezeigte Tischuhr verbindet beide "Trends" ihrer Zeit. Das in einem zylindrischen Gehäuse untergebrachte Uhrwerk mit reich verziertem Zifferblatt wird von einer kauernden Atlas-Figur getragen. Auf dem Kopf balanciert Atlas ein geflügeltes Rad - Sinnbild für den Lauf der Sonne am Himmel und damit für das Verstreichen der Zeit.


Objekt des Monats Dezember 2019/Januar 2020

                                                                                                                                            Türgriff des alten Erkenbert-Museums

Historische Türgriffe des Portals des Erkenbert-Museums an seinem früheren Standort (1914-1944), der Stiftsruine (Erkenbert-Ruine)






Die historischen Türgriffe in Form eines mythologischen Greifs zierten bis zur Zerstörung durch die "Bombennacht" im September 1943 das Tor im Wesportal des ehemaligen Stiftskirchen-Gebäudes, das zu dieser Zeit das Erkenbert-Museum beheimatete. Die zugehörigen hölzernen Türflügel befinden sich heute noch am Portal der im Volksmund als "Erkenbert-Ruine" bezeichneten Ruine am Rathausplatz hinter der Dreifaltigkeitskirche.

Die Türgriffe galten als verschollen, doch durch einen ehrlichen Frankenthaler fanden sie ihren Weg 1988 zurück in den Besitz der Stadt Frankenthal und des Erkenbert-Museums. Der Finder eines der Türgriffe, beim Fund in den 1950ern gerade mal 12 Jahre alt, wurde erst durch einen Zeitungsartikel 1988 darauf aufmerksam, welch historisch wichtigen Fund er vor etwa 30 Jahren im Gras in der ausgebombten Ruine gemacht hatte. Damals sollte das Portal restauriert, die verlorenen Griffe nachgegossen werden. Der Finder übergab seinen Fund dem damaligen Oberbürgermeister.

So befinden sich nun der Original-Griff sowie Abgüsse beider Seiten im Museum.


Objekt des Monats Februar 2020

Apothekengefäß mit angeblich fossillem Einhorn




Apotheken-Gefäß (Albarello)

vermutlich 18. Jahrhundert















"Einhorn-Fossilien" verspricht die Aufschrift auf diesem Apothekengefäß. Die Heilung zahlreicher Krankheiten und gesundheitlicher Beschwerden versprach man sich bereits in der Antike vom Horn des mythologischen Tieres. In die Apotheken wanderte als "wahres Einhorn" gewöhnlich gemahlener Stoßzahn des Narwals. Beim "gegrabenen Einhorn" wiederum handelte es sich um die Stoßzähne fossiler Mammuts. Beides wurde als teures Allheilmittel verkauft.

Bei dem Gefäß selbst handelt es sich um ein Albarello, ein Apothekengefäß aus Fayence in Form eines aufrecht stehenden Zylinders mit leicht konkav eingezogener Wandung. Neben anderen Formen von Apothekengefäßen hielt sich dieser Typ bis ins 18. Jahrhundert in ganz Europa.


Objekt des Monats März 2020

Objekt des Monats März 2020 Feuerzeug 18. Jahrhundert



Feuerzeug

18. Jahrhundert







Im Handumdrehen ein kleines Feuer erzeugen, um sich eine Pfeife zu entzünden oder das Kaminfeuer zu entfachen? Feuermachen war lange Zeit eine aufwändige Sache. Mit der Entwicklung der Steinschloss-Pistole im frühen 17. Jahrhundert änderte sich dies. 

Das als Objekt des Monats März ausgewählte odell entstand ungefähr in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Es besteht aus Messing und Eisen und ist reich verziert und voll funktionsfähig. 

Funktionweise:

Ein gespannter Federmechanismus, der einen Feuerstein hält, wird beim Abziehen der Pistole entriegelt. Der Feuerstein schlägt auf eine Metallkappe, die sich dadurch öffnet und den im Aufprall entstehenden Funken in die darunter liegende Pfanne fallen lässt. Diese war mit feinkörnigem Schießpulver gefüllt, das bei Entzünden eine Stichflamme erzeugt. Durch diese wird die eigentliche Treibladung in Gang gesetzt. In der Pfanne des Feuerzeugs befand sich wiederum ein Stück Stoff, meist mit Schwefel oder Salpeter getränkt.
Früher wurden ausgediente Pistolen mit zerschossenem Lauf gerne zu Tischfeuerzeugen umgebaut.

 

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