Erkenbertruine

Auf den Spuren Erkenberts

Das Bild zeigt die Ansicht der ErkenbertruineWestlich an die Zwölf-Apostel-Kirche angrenzend liegt die Ruine der ehemaligen Stiftskirche St. Maria Magdalena samt Turm. Das Augustiner-Chorherrenstift mit Hospital wurde 1119 durch Erkenbert (Eckenbert), einen Ministerialen des Wormser Bischofs Burchard (Buggo) II. ins Leben gerufen, die noch unfertige Kirche 1125 durch Buggo geweiht; 1134 wurde die Stiftung päpstlich bestätigt.

Ein Brand im April 1171 beschädigte die Kirche, eine Weihenachricht von 1181 betrifft wohl den Abschluss der Wiederaufbauarbeiten. Um 1200 wurde der noch bestehende Lettner begonnen und im 14. Jahrhundert gewölbt, als auch das Langhaus mit großen Spitzbogenfenstern versehen wurde. 

Der Konvent wurde 1562 durch Kurfürst Friedrich III. aufgehoben und die Stiftsgebäude und die Kirche calvinistischen Neusiedlern aus den Niederlanden zur Verfügung gestellt. Aus dieser Keimzelle entwickelte sich die heutige Stadt. 

Im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch die Besatzer 1689 niedergebrannt, wurde von der Stiftskirche nur der Chor notdürftig wiederhergestellt, der jedoch 1820 bis zum Lettner abgetragen wurde und dem Neubau der Großen protestantischen Pfarrkirche weichen mußte. Der Chorflankenturm wurde der neuen Kirche zugeschlagen. Die Reste der Stiftsanlage dienten als Steinbruch oder gingen im Rathausbau des mittleren 18. Jahrhunderts auf. 

Das Bild zeigt die gut besuchte Erkenbertruine im Rahmen des jährlichen SommerfestivalsDie verbliebenen Umfassungsmauern des Schiffs wurden 1912-1914 nach Plänen des Stuttgarter Architekten Heinrich Henes zum Einbau des stadthistorischen Erkenbert-Museums und eines Ratssaales genutzt. Im Zweiten Weltkrieg erneut ausgebrannt, wurden 1960 die Reste der An- und Einbauten größtenteils entfernt.

Heute wird die Ruine gerne für kulturelle Veranstaltungen wie Freilicht-Kino, musikalische Aufführungen, Theater-veranstaltungen u. a. m. genutzt. Der Name des Gründers lebt in der volkstümlichen Benennung „Erkenbertruine“ fort.

 

 

 

 
 
  • Erkenbert Ruins
  • Les Ruines d'Erkenbert
  • Ruina Erkenberta

Kontakt:

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06233 - 89 0

Stadtführungen (ca. 90 Min.) jeweils samstags, um 15.00 Uhr

Treffpunkt: Erkenbert-Museum, Rathausplatz

06233/ 355907