Patenschaften in Ruanda

Bereits im Jahr 1982 begründete die Stadt Frankenthal (Pfalz) eine Patenschaft mit der Gemeinde Butamwa in der ruandischen Provinz Kigali Stadt.

Von Anfang an sah die Stadt Frankenthal (Pfalz) ihre Aufgabe im wesentlichen darin, zu vermitteln und organisatorische Hilfestellung zu leisten.

Durch die Verwaltungsgebietsreform 2006 wurde der Distrikt Butamwa aufgelöst. Frankenthal führt seither die Patenschaft mit den Sektoren Kigali und Nyamirambo des neu gebildeten Distrikts Nyarugenge fort.


Bei aller Hilfe, die das Land und Frankenthal (Pfalz) im Rahmen der Patenschaft leistet, muss man sich aber immer wieder vor Augen führen, dass Hilfe nicht in den Dimensionen möglich ist, wie dies bei internationalen Organisationen der Fall ist. Aber die Hilfe hat eine besondere Qualität. Die Projekte sind überschaubar, basis- und bedürfnisorientiert und sie erreichen unmittelbar die Menschen.

In diesem Sinne wurden seit 2007 und mehrere Projekte für die Partner-Sektoren Kigali und Nyamirambo durchgeführt:

    Schulbau kurz vor der FertigstellungDer Bau einer neuen Primarschule mit 6 Klassenräumen nebst Einrichtung, Büro für den Schulleiter, Toilettenanlage und Regenwasserzisterne: Für das Projekt fielen Gesamtkosten i.H.v. umgerechnet 54.363,- € an. Die Stadt Frankenthal (Pfalz) sollte 10% dieses Betrages, also rd. 5.436,-- € beisteuern. Zahlreiche Frankenthaler Grundschulen, weiterführende Schulen sowie die Waldorfschule Frankenkthal unterstützten dieses Projekt und initiierten Aktionen zur Sammlung von Spenden. Letztlich wurde das ursprünglich anvisierte Spendenziel sogar noch weit überschritten und der stattliche Betrag von 11.029,81 EUR konnte durch zahlreiche Einzelprojekte sowie durch Einzelspenden Frankenthaler Bürgerinnen und Bürger gesammelt werden. Die Baumaßnahmen machen gute Fortschritte und zahrleichen Kindern wird bald der Gang in eine nahegelegene Grundschule möglich sein.

    Näherin in der Kooperative BerwaUnterstützung einer Nähwerkstatt im Sektor Nyamirambo: Durch Aktionen des Deutschen Hausfrauenbundes Frankenthal wurden Spenden zur Modernisierung der Ausstattung der Nähwerkstatt und zum Kauf von dringend benötigtem Material gesammelt. Parallel dazu soll eine Weiterbildung der Mitglieder erfolgen, um die Qualität ihrer Produkte zu steigern. Auf diese Weise können Frauen ihr eigenes Einkommen für sich und ihre Kinder sichern. Zusammen mit Einzelspenden Frankenthaler Bürgerinnen und Bürger konnte der Deutsche Hausfrauenbund einen Betrag in Höhe von 870,00 EUR erzielen.  

      Anschubfinanzierung eines Gemüseanbauprojektes in Kigali: Dank der großzügigen Spende des Frankenthaler Unesco-Clubs in Höhe von 904 EUR konnte die Kooperative "Abiringiye" in Kigali unterstützt werden. Die Kooperative besteht zum Großteil aus Frauen, mehrheitlich Witwen oder Waisen, die häufig Träger des HIV-Virus sind. Die Leitung der Kooperative sieht es als ihre Hauptaufgabe an, die Mitglieder in ihren Eigeninitiativen zu stärken, selbst Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen und sich sozial und wirtschaftlich in die ruandische Gesellschaft zu integrieren. Die Kooperative hat vom Distrikt ein Gelände überlassen bekommen, auf dem die Mitglieder durch den Anbau von Gemüse ihr eigenes Einkommen erwirtschaften sollen, indem die Erträge auf den Märkten in Kigali verkauft werden. Durch die Spende des Unesco-Clubs konnten die benötigten landwirtschaftlichen Utensilien beschafft werden. 

      Nähwerkstatt für Jugendliche in Nyamirambo: Durch zahlreiche Aktionen im Rahmen der Veranstaltung "Kinderstadt", die das Kinder- und Jugendbüro der Stadt Frankenthal durchgeführt hat, kann die Schneiderwerkstatt der Kooperative "Abatangana", die vor allem HIV-infizierten Jugendlichen hilft, unterstützt werden. Die Kooperative wurde mit dem Ziel gegründet, die Mitglieder vor weiterer Verarmung zu bewahren. Um der Diskriminierung von HIV-Infizierten und Aids-Patienten entgegenzuwirken, wurden bewusst Aidskranke in den Gemeinschaftsbetrieb aufgenommen. Die Tätigkeit liegt neben der Aids-Aufklärung vor allem in der Ausführung verschiedener Handwerke. Um den Mitgliedern zu einem stabilen Einkommen zu verhelfen, wird eine Schneiderwerkstatt eingerichtet, in der 15 HIV-infizierte Jugendliche als Schneider ausgebildet werden. Dies alles konnte Dank der zahlreichen Einzelspenden i.H.v. 1.010,03 EUR unterstützt werden. 

      Bauplatz für die Mühle in NyamiramboBau einer Mühle in Nyamirambo: Entsprechend dem Leitbildsatz der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands -kfd- haben die kfd-Gruppen im Dekanat Speyer-Nord und der Frauentreff der Kirchengemeinde St. Ludwig in Frankenthal die Patenschaft für den Bau einer Mühle durch die Genossenschaft "Dukundumuro" in übernommen. Die Frauen der der Genossenschaft möchten die lokale Selbstversorgung durch den Bau und die Nutzung einer Mühle verbessern. Eine Mühle in der Nähe von Nyamirambo gibt es bisher nicht. Durch den Bau einer Mühle soll künftig Mehl direkt vor Ort hergestellt und verkauft werden. Durch den Betrieb einer Mühle werden desweiteren Arbeitsplätze geschaffen, die Kaufkraft der am Projekt beteiligten Personen gesteigert sowie der Zugang zu Grundnahrungsmitteln für die umliegende Bevölkerunt erleichtert. Durch zahlreiche Aktionen der kfd konnte die stolze Summe von 1.242 EUR erzielt werden. 

      Integration gefährdeter Jugendlicher durch Pilzanbau in Nyamirambo: Im Sommer und Herbst 2010 sammelten Jugendliche, die den Konfirmandengruppen der Lutherkirchengemeinde in Frankenthal angehören, Geld für die Maßnahme der Jugendinitiative "YIGIT",  in der Pilze gezüchtet und verkauft werden sollen. Ergänzt durch den Erlös aus dem gemeinsamen Pfarrfest der Lutherkirchengemeinde mit der benachbarten Kirchengemeinde St. Paul sowie durch Einzelspenden konnte das Spendenziel von 1.000 EUR erreicht werden. Auf diese Weise sollen arbeitslose Jugendliche, die aus armen Familien kommen und ihr Leben oft durch illegale Maßnahmen finanzieren, von der Straße geholt und in eine feste Anstellung gebracht werden.  

      Die Patenschaft zwischen Frankenthal (Pfalz) - Butamwa und den neuen Partner-Sektoren Kigali und Nyamirambo ist heute längst zu einem festen Bestandteil des öffentlichen Lebens in unserer Stadt geworden. Viel bleibt zu tun. Unsere Partner in Ruanda machen von unserer Hilfe Gebrauch. Frankenthal wird auch weiterhin helfen und so Menschen in den Partner-Sektoren Mut für die Zukunft geben.