Einwohnerfragestunde (§ 16a GemO)

Einwohnerfragestunde in Ratssitzungen bzw. in den Sitzungen der Ortsbeiräte

Die Einwohnerfragestunde soll den Einwohnern die Möglichkeit geben, nicht nur allgemein interessierende, sondern auch individuelle Fragen zu stellen. Sie soll die  Rats- und Ortsbeiratssitzungen lebendiger gestalten und zu einem besseren Verständnis zwischen den Selbstverwaltungsorganen und den Einwohnern beitragen.

Gleichzeitig muss die Rollenverteilung innerhalb der Prinzipien der repräsentativen Demokratie gewährleistet bleiben, weshalb der Zweck der Fragestunde nicht eine Diskussion mit dem Stadtrat oder dem Oberbürgermeister ist, sondern die Beantwortung von Fragen und die Äußerung von Anregungen und Fragen.

 

Für die Einwohnerfragestunde gibt es mehrere Grundlagen:

Gemeindeordnung

§ 16 a Fragestunde


Der Gemeinderat kann bei öffentlichen Sitzungen Einwohnern und den ihnen nach § 14 Abs. 3 und 4 gleichgestellten Personen und Personenvereinigungen die Gelegenheit geben, Fragen aus dem Bereich der örtlichen Verwaltung zu stellen sowie Anregungen und Vorschläge zu unterbreiten. Das Nähere bestimmt die Geschäftsordnung.

VV zu § 16 a GemO

1.    Da die Fragestunde in die Tagesordnung aufzunehmen ist, wird sie gemäß § 34 Abs. 5 Satz 1 vom Bürgermeister im Benehmen mit den Beigeordneten, in Städten mit Stadtvorstand mit Zustimmung des Stadtvorstands (§ 58 Abs. 1 Nr. 1) anberaumt.

2.    Nicht nur die Fragen, sondern auch die Anregungen und Vorschläge müssen den „Bereich der örtlichen Verwaltung“ (Selbstverwaltungs- und Auftragsangelegenheiten der Gemeinde) betreffen. Soweit mit Fragen, Anregungen oder Vorschlägen bundes- oder landespolitische Angelegenheiten aufgegriffen werden, ohne daß ein konkreter und unmittelbarer Bezug zur Gemeinde vorliegt, hat der Bürgermeister diese zurückzuweisen.

3.    Eine Beschlussfassung über die Beantwortung der Fragen oder über die inhaltliche Behandlung vorgetragener Anregungen und Vorschläge findet im Rahmen der Fragestunden nicht statt.

4.    Über § 46 Abs. 4 und Abs. 5 Satz 1 gilt § 16 a auch für öffentliche Ausschusssitzungen.

Geschäftsordnung

In § 22 der Geschäftsordnung des Stadtrates ist die Einwohnerfragestunde näher ausgestaltet. Die Geschäftsordnung des Stadtrates weicht von der Mustergeschäftsordnung positiv ab. Es sind drei Fragen statt einer Frage und einer Zusatzfrage zulässig. Die Einreichungsfrist der Fragen beträgt zwei Tage statt einer Woche.

§ 22  Einwohnerfragestunde

(1)  Die Einwohner und die ihnen nach § 14 Abs. 3 und 4 GemO gleichgestellten Personen und Personenvereinigungen sind berechtigt, jeweils bis zu drei Fragen aus dem Bereich der örtlichen Verwaltung bei öffentlichen Sitzungen an den Stadtrat zu stellen und Vorschläge oder Anregungen zu unterbreiten, sofern der Stadtrat für diese Angelegenheit zuständig ist.

(2)  Fragen, Vorschläge oder Anregungen sind schriftlich spätestens zwei Arbeitstage vor der Stadtratssitzung dem Oberbürgermeister zuzuleiten. Zu aktuellen Vorgängen kann der Stadtrat durch Dringlichkeitsbeschluss vor Eintritt in die Tagesordnung in Einzelfällen Ausnahmen zulassen.

(3)  Die Fragen können durch den Fragensteller unter dem Tagesordnungspunkt "Einwohnerfragestunde" am Anfang der öffentlichen Sitzung des Stadtrates gestellt und begründet werden. Je Fragesteller wird eine Zusatzfrage zugelassen. Je Fragesteller werden bis zu drei Minuten Rederecht gewährt. Die Fragestunde soll die Dauer von 30 Minuten nicht überschreiten.

(4)  Die Fragen werden grundsätzlich mündlich ohne Beratung vom Vorsitzenden beantwortet. Ist der Fragesteller nicht anwesend, erfolgt die Beantwortung
schriftlich.

(5)  Werden Vorschläge und Anregungen unterbreitet, beschließt der Stadtrat über deren weitere Behandlung, wenn die Angelegenheit aufgrund eines Antrags von einem Viertel der gesetzlichen Zahl der Ratsmitglieder oder einer Fraktion oder dem Vorsitzenden nach den Bestimmungen dieser Geschäftsordnung auf die Tagesordnung gesetzt worden ist; § 5 Abs. 1 Satz 2 Halbsatz 2 gilt entsprechend.

(6)  Fragen, Vorschläge und Anregungen sind durch den Vorsitzenden zurückzuweisen, wenn sie nicht Angelegenheiten aus dem Bereich der örtlichen Verwaltung oder wenn sie Angelegenheiten, die gemäß § 7 Abs. 2 und 3 in nichtöffentlicher Sitzung zu behandeln sind, betreffen.

 

Das Frage- und Äußerungsrecht steht nach allen Einwohnern und den ihnen nach § 14 Abs. 3 und 4 GemO gleichgestellten Personen und Personenvereinigungen zu. Zu den Einwohnern zählen auch Minderjährige und ausländische Einwohner.

Es dürfen bis zu drei Fragen gestellt werden bzw. Anregungen und Vorschläge unterbreitet werden, die sich auf die örtliche Verwaltung (Selbstverwaltung- und Auftragsange-legenheiten) beziehen und die zwei Arbeitstage vor der Sitzung dem Oberbürgermeister zugeleitet worden sind.

 

Die Termine des Stadtrates bzw. der Ortsbeiräte ergeben sich aus dem Sitzungskalender.

 

 

Die Fragen können auch online gestellt werden Verweis zum Online-Formular..