Bürgerprojekt Kanalhafen

Anfang 2002 wurde das Bürgerprojekt "Gestaltung der Grünanlage im ehemaligen Hafenbecken des Frankenthaler Kanals" - kurz "Kanalhafen" genannt - ins Leben gerufen. Entscheidend für dieses Projekt war die Tatsache, dass sich die Grünanlage in keinem angemessenen Zustand befand und einer sachgerechten Überarbeitung und Neubepflanzung bedurfte.

 

Viele Bürgerinnen und Bürger wie auch Frankenthaler Unternehmen haben sich seither von der Idee begeistern lassen und haben mit Geld- und Sachspenden oder Einbringung ihrer persönlichen Arbeitsleistung in die Umsetzung des Bürgerprojekts Kanalhafen investiert. Auf diese Art und Weise konnten über 100.000,00 € erzielt werden. Insgesamt hat die Maßnahme 282.000,00 € gekostet. Das Projekt wurde 2011 offiziell abgeschlossen.

 

Das Bild zeigt den neu gestalteten KanalhafenDas historische Hafenbecken des ehemaligen Frankenthaler Kanals wurde als stadtgeschichtliches Bauwerk im Gesamtbild zusammen mit dem Reststück der ehemaligen Stadtmauer neu gestaltet. Hierzu wurde die entlang der West-, Nord- und Südseite im Erdreich vorhandene Kaimauer bis in eine Tiefe freigelegt, die ausweislich alter Gemälde und Zeichnungen in etwa der früheren Wasserlinie entspricht. Die Fläche innerhalb der ehemaligen Kaimauer wurde mit einem umlaufenden, angemessen beleuchteten Weg und Sitzgelegenheiten versehen und im Übrigen als Rasenfläche ausgestaltet. In der südöstlichen Ecke wurde ein Kinderspielplatz mit einem Schiff als Spielgerät angelegt. Ferner wurden die Sandsteintreppen saniert und ein Geländer auf der Westseite angebracht.

 

Das Bürgerprojekt Kanalhafen hat wesentlich dazu beigetragen, aktiven Bürgersinn zu fördern und das Verantwortungsbewusstsein für die eigene Stadt in finanziell schwierigen Zeiten zu stärken. 

Historische Bedeutung: 

Das Bild zeigt die historische Ansicht des Frankenthaler KanalhafensDer Frankenthaler Kanal wurde im Auftrag von Kurfürst Carl Theodor in den Jahren 1772 bis 1787 nach Plänen des Oberrheinbaudirektors Jacob Dyckerhoff gebaut. Er sollte Frankenthal, die "Fabriquenstadt" des Kurfürsten, mit dem Rhein und so mit den großen Handelszentren Europas verbinden und der Wirtschaft der Stadt weiteren Aufschwung geben. Der Kanal war 4467 m lang. Zufluss erhielt er von der Isenach und dem Fuchsbach. Das Hafenbecken, mit dessen Bau 1781 begonnen wurde, war 48 m breit und in der Kanalrichtung 95 m lang, seine Kaimauern waren mit Sandsteinquadern errichtet. An der Stirnseite befand sich ein mächtiger hölzener Drehkran, dahinter wurden ein Lager und Zollhaus gebaut. Da der Kanal seine wirtschaftliche Bedeutung längst verloren hatte, wurde das Hafenbecken 1954 mit Trümmerschutt verfüllt, der Kanal blieb als schmales Rinnsal zunächst bis Ende der 60er Jahre erhalten und wurde dann zur Grünanlage umgewandelt. Vom Hafenbecken ist noch die Stirnseite mit ihren Kaimauern erhalten.

 

 
 

bei Fragen zu dieser Seite: Frau Kathrin Görtz
kathrin.goertz@frankenthal.de

06233 - 89 411

Stadt bietet ehrenamtlich Aktiven Möglichkeit der Präsentation auf der städtischen Homepage und im Bürgerbrief. Weitere Infos hier