Gisela Böhmer engagiert sich bei der Freiwilligen Feuerwehr und ist Einheitsführerin der Rettungshundestaffel der Feuerwehr

Gisela Böhmer mit ihrem "Begleiter", der auch zum Rettungshund ausgebildet wird.„Eigentlich hatte ich mit der Feuerwehr nicht viel zu tun. Es war ursprünglich auch gar nicht mein Gedanke, hier aktiv zu werden. Mein damaliger Hund Murphy (Dobermann) war ein „Fegewind“, er brauchte eine sinnvolle Beschäftigung. Wir haben viel auf Hundeplätzen und Vereinen probiert, nichts passte so richtig zu uns. Aus Zufall habe ich beim Tag der offenen Tür die Rettungshundestaffel erleben können. Ich war total begeistert, sprach mit der damaligen Einheitsführerin stundenlang.

Mir war bewusst, dass es mit der Rettungshundestaffel nicht bleiben wird. Wer bei einer Feuerwehr Rettungshundeführer sein will, der muss auch in den aktiven Dienst. Damals sah ich die Feuerwehr als das „kleinere Übel“ an – Hauptsache ich kann mit Murphy etwas Sinnvolles machen – und Menschenleben retten ist sehr sinnvoll!

Damit ich mit meinem Hund arbeiten kann, startete ich meine „Karriere“ bei der Feuerwehr. Es dauerte nicht lang und die ganze Arbeit, der Zusammenhalt der Gruppe und die vielfältigen Möglichkeiten, auch in der Technik, machten mir unglaublich viel Spaß – neben der Rettungshundestaffel. So blieb es nicht bei der Grundausbildung – ich wurde durch die Feuerwehr weiter ausgebildet und habe Zusatzlehrgänge an der Landesfeuerwehrschule besucht. Natürlich kamen Brandeinsätze, Verkehrsunfälle und die typischen Arbeiten bei der Feuerwehr dazu, sie prägten mich sehr. Heute blicke ich auf Wissen zurück, was mir auch in meinem privaten Leben viel bringt und ich sicherlich so nicht erfahren hätte.

Die Feuerwehr hat mich weitergebracht und ich kann mit meiner ehrenamtlichen Arbeit Menschen helfen. Wir profitieren also auf beiden Seiten. Parallel zur Feuerwehr ging es natürlich mit der Rettungshundestaffel weiter. Murphy und ich waren in über neun Jahren in mehr als 100 Einsätzen. Gemeinsam mit meinem Hund haben wir einigen Menschen das Leben gerettet – das ist ein Gefühl, das man kaum beschreiben kann.

Man ist mitten im Wald unterwegs, läuft Stunden über Stunden, völlig durchnässt, ist müde, kaputt und eigentlich will man nur noch nach Hause. Und dann passiert es: Murphy bellt – da ist die gesuchte Frau. Sie sitzt vor mir, ebenso völlig durchnässt, schaut mich an und sagt nur ein Wort: Danke. Und „Danke“ ist das schönste Wort, dass man sagen kann – tagtäglich.

Dieses Gefühl, dieser Moment, er hilft mir, immer wieder weiterzumachen. Aktiv Menschen zu helfen, egal in welcher Form – ich kann es jedem nur ans Herz legen.
Vergangenes Jahr habe ich dann die Rettungshundestaffel als Einheitsführerin übernommen, bin nun auch für den „Organisatorischen Bereich“ zuständig. Als ich die Staffel übernahm, starb auch mein geliebter Murphy an Krebs. Ein schwerer Schlag. Aber die zahlreichen Momente, die ich mit ihm im Einsatz hatte, geben mir eine wundervolle Erinnerung und lassen ihn weiterleben – auch in den Menschen, die er gerettet hat. Heute habe ich wieder einen jungen Hund – auch er soll zum Rettungshund ausgebildet werden und ebenfalls wie Murphy Menschen helfen – so wie ich es immer wieder tue.

Wir alle sind heutzutage beruflich und familiär sehr eingespannt. Kaum Freizeit, viel Stress und Termindruck. Das ist mir selbst bewusst, als Berufstätige und Mutter weiß ich um die wenige Zeit, die man für sich hat. Ich führe trotzdem dieses Ehrenamt aus. Egal wie stressig der Alltag ist, egal was man erlebt, die sinnvolle Beschäftigung in einem Ehrenamt gibt auch einen positiven Ausgleich zum Alltag. Man lernt viele Menschen kennen, hat Momente zum Lachen und Erinnerungen, die für immer bleiben.“

 

 
 

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