Else Schuff unterstützt Grundschulkinder bei den Hausaufgaben, organisiert Spielenachmittage im Heilig-Geist-Altenzentrum und übernimmt den Besuchsdienst in ihrer Kirchengemeinde

 

Else Schuff beim Spielenachmittag im Heilig-Geist-Altenzentrum.„Seit meinem Ausscheiden aus dem Schuldienst 2009 übe ich mehrere Ehrenämter aus. Ich unterstütze Grundschulkinder bei ihren Hausaufgaben, gehe ins Altersheim und bin im Besuchsdienstkreis unserer Kirchengemeinde tätig.

Die Hausaufgabenhilfe entwickelte sich durch einen deutsch- türkischen Frauenkreis, der in unserer Kirchengemeinde ins Leben gerufen wurde, und bei dem ich auch teilnehme. Die Frauen treffen sich in unregelmäßigen Abständen, essen zusammen, erzählen und referieren über verschiedene Themen. Beim ersten Treffen kam zur Sprache, dass ausländische Mütter sich oft überfordert sehen, ihre Kinder bei den Hausaufgaben zu unterstützen.

Eine ehemalige Kollegin und ich erklärten sich daraufhin bereit, einmal pro Woche nachmittags für zwei Schulstunden eine unentgeltliche Hausaufgabenhilfe anzubieten. Es waren bis zu 12 Kindern. Meine Kollegin betreute die Schulanfänger, ich die 3./4. Klässler. Zunächst trafen wir uns in der Friedenskirche, mittlerweile sind wir in die Erkenbertschule umgezogen.

Die Hausaufgabenhilfe läuft seit 2009, und wenn Viertklässler gehen, kommen wieder neue Kinder dazu. Sie werden mittlerweile von den Lehrern der Erkenbertschule zu uns geschickt.

Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß, weil ich als ehemalige Lehrerin natürlich gerne mit Kindern zu tun habe, besonders wenn sie lernen wollen und ich sehe, dass ich ihnen weiterhelfen kann. 

Ich habe auch gerne mit älteren Menschen zu tun und wusste durch Erfahrungen mit meiner Mutter, dass alte Menschen sich oft recht einsam fühlen, gerade wenn sie Beeinträchtigungen haben oder nicht mehr so selbstbestimmt leben können. Die Tage können dann sehr lang werden.

Ich fragte im Altenheim Heilig Geist nach, ob Bedarf bestünde mit Bewohnern z.B. Spiele zu spielen, vorzulesen oder zu singen. Die Vorschläge fanden sofort Anklang, und ich wurde an einen schon seit über 25 Jahre bestehenden ehrenamtlichen Besuchskreis verwiesen. Frau Kaufhold, die dort schon viele Jahre tätig ist, fand die Idee auch gut, so dass ein Spielenachmittag in der Cafeteria zustande kam. Wir sitzen an einem großen Tisch, zusammen mit 8 bis 12 Heimbewohnern, singen, spielen, lesen Geschichten vor und lachen viel. Mittlerweile sind weitere ehrenamtliche Damen dazu gekommen, so dass nun fast an allen Tischen in der Cafeteria donnerstagnachmittags gespielt wird.

Auch der Besuchsdienst kommt nicht zu kurz: anschließend besuchen wir Bewohner, die nicht mehr an den Veranstaltungen teilnehmen können, auf ihren Zimmern. Nach wie vor sind natürlich auch die anderen Damen des Besuchsdienstes an anderen Wochentagen tätig. Zusätzlich gestalten wir mehrmals im Jahr gemeinsam für die Bewohner Kaffeenachmittage mit selbstgebackenem Kuchen, Textbeiträgen und Liedern. Diese Veranstaltungen in der großen Gemeinschaft kommen immer sehr gut an.

Die Ausübung der Ehrenämter nehmen zwar viel Zeit in Anspruch, aber es fasziniert mich im Altenheim immer wieder, wie Menschen, die sich sonst kaum mehr äußern, plötzlich Liedtexte mitsingen oder Sprichwörter spontan ergänzen.

Ich freue mich auf diese Nachmittage, weil ich spüre, dass ich den Menschen Zuwendung gebe und Abwechslung im Alltag verschaffen kann. Einmal sagte eine Bewohnerin zu mir: “Es ist mir zwar schwer gefallen, mein Haus zu verlassen und hierher zu ziehen, aber an so Tagen wie heute denke ich ‘Das hätte ich zu Hause’ nicht gehabt.” Auch erlebe ich oft, dass Bewohner müde oder traurig ankommen und zum Schluss lächeln und sagen: ”Es war wieder schön heute! Die Zeit ist zu schnell vergangen.” Viele Teilnehmer bedanken sich bei uns.

Mein drittes Ehrenamt übe ich in unserer Gemeinde aus. Wir haben die Straßen unseres Kirchenbezirks auf die Teilnehmer des Besuchsdienstkreises aufgeteilt, um die Pfarrerin zu unterstützen, ältere Gemeindemitglieder zu ihrem Geburtstag zu besuchen. Als eine Dame des Kreises wegzog, fragte man mich, ob ich eine solche Aufgabe übernehmen wolle. Nun besuche ich ältere Gemeindemitglieder, um ihnen zum Geburtstag zu gratulieren und die Glückwünsche der Pfarrerin zu überbringen. Das können zwei Besuche in der Woche sein, aber auch nur einer im Monat, je nachdem.

Auch das macht mir Spaß, da sich die meisten Menschen über den Besuch freuen und mich oft auch herein bitten. So kommt man ins Gespräch und ich lerne viele Menschen aus meinem Wohnviertel persönlich kennen.“

 

 

 
 

bei Fragen zu dieser Seite: Frau Christine Senz
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