Tipps und Informationen zum Thema Klimaschutz

Praktische Tipps und Wissenswertes zum Klimaschutz

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Hallo und herzlich willkommen!

Frankenthal wird Klimafit und Sie sind herzlich eingeladen, mit dabei zu sein.

Klimaschutz geht uns alle etwas an!

Wieso? Das können Sie in den kommenden Beiträgen mit Tipps, Tricks, Mitmach-Ideen und Denkanstößen erfahren!

Bei Ideen, Fragen oder Anregungen können Sie gerne jederzeit der Klimaschutzmanagerin Anna-Catharina Eggers schreiben!




Wassersparen – sinnvoll oder überflüssig?

Es wird wieder wärmer, auch die Freibäder dürfen in Rheinland-Pfalz unter strengen Hygieneauflagen wieder öffnen. Wer kann, wird aber in diesem Sommer vielleicht lieber im eigenen Garten ins erfrischende Nass springen. Eine gute Gelegenheit also, um sich das Thema Wassersparen einmal genauer anzuschauen.

Foto: Wassertropfen von PublicDomainPictures auf PixabayDer Wasserverbrauch pro Person und Tag liegt in Deutschland bei ca. 121 Liter. Eine verbreitete Fehlinformation ist, dass Wasser-sparen unseren Wasserleitungen schadet und man daher darauf verzichten solle. In der Tat kann eine geringe Wassernutzung, die durch wassersparendere Geräte künftig sogar weiter abnehmen wird, vor allem in ländlichen Regionen zu Problemen mit den Rohrleitungen führen. Denn wenn zu wenig Wasser durch die Rohre fließt, steht es und kann dadurch Faulgase bilden. Ein Freibrief für Wasserverschwendung ist dies jedoch keineswegs! Die Wasserversorger können viel kompetenter entscheiden, wann eine gezielte Spülung der Leitungen nötig ist, sodass Wassersparen immer die bessere Wahl ist.

Außerdem wird sich die Lage künftig ändern. Aktuell verfügen wir noch über genügend Grundwasser, was sich jedoch durch den Klimawandel regional ändern wird. Es wird erwartet, dass die Niederschläge im Winter häufiger und im Sommer geringer werden. Dies kann vor allem im Sommer zu Dürreperioden führen.

Aus Klimaschutzsicht ist es in unserer Gegend daher das Beste,

  • im Sommer den Wasserverbrauch draußen zu reduzieren. Regenwassertonnen speichern Wasser für die Gartenbewässerung, eine Bewässerung morgens/abends verringert die Verdunstung, eine bodennahe Bewässerung verringert im vergleich zum Rasensprenger ebenfalls die Verdunstung.
  • Warmwasser zu sparen. Heißwasser verbraucht zehnmal so viel Energie wie die reine Wasserbereitstellung aus dem Wasserhahn. Hier zu sparen, hat also den größten Effekt, sowohl fürs Klima als auch für den Geldbeutel.
  • keine Schadstoffe in den Wasserkreislauf zu bringen. Denn dort sind sie nur schwer wieder zu entfernen. Der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln sollte auf biologische Mittel umgestellt werden und Arzneimittel, Mikroplastik (z.B. in Kosmetik) sowie Zigarettenkippen sollten nie ins Abwasser gelangen.

Passen Sie auf sich und Ihre Mitmenschen auf und bleiben Sie gesund!



Vielfalt als Schutz vor Krankheiten

Noch immer fordert die Corona-Krise uns alle, doch verbessern sich glücklicherweise die Infektionszahlen seit einigen Wochen. Das Abstandsgebot von mindestens 1,50 Meter und das Tragen von Mund-Nase-Masken werden aber auch weiterhin unseren Alltag prägen. Jetzt geht es darum, die Krise gut zu verkraften und für künftige Krisen besser gewappnet zu sein, z.B. durch mehr Artenvielfalt.

Foto: Wald von adege auf Pixabay.Was hat Artenvielfalt mit dem Schutz vor Krankheiten zu tun?

Durch die Zerstörung von Wäldern oder anderen Lebensräumen werden die Strukturen der einzelnen Ökosysteme sehr verändert. Das Gleichgewicht, das sich zwischen den zahlreichen Tier- und Pflanzenarten, aber auch Parasiten, Viren, Pilzen und Bakterien über Jahrhunderte gebildet hat, geht auf diese Weise verloren. 

Wenn ein Wildtier einen Krankheits-erreger in sich trägt, der für uns Menschen gefährlich ist, und wenn wir dann den Lebensraum dieses Tiers zerstören, dann verliert der für uns gefährliche Krankheitserreger seinen „Lebensraum“ und ist gezwungen, sich einen neuen zu suchen. „Spillover“ wird es genannt, wenn solch ein Krankheitserreger von Wildtieren auf einen einzelnen Menschen übertragen wird und sich so verbreitet – so wie es beim Coronavirus, aber auch schon bei früheren Epidemien wie Ebola, HIV, SARS und MERS geschah. Der positive Effekt von viel Artenvielfalt bzw. der negative Effekt von wenig Artenvielfalt auf den Schutz vor Krankheiten wurde bereits in mehreren wissenschaftlichen Studien untersucht und bestätigt.

Abgesehen davon finden wir in großen Ökosystemen wie Regenwäldern immer wieder Pflanzen, die wir als wirksame medizinische Heilmittel nutzen können. Zerstören wir die Ökosysteme, verlieren wir damit leider auch eine potenzielle Quelle für diese Heilmittel.

Was kann ich tun?

Der Wildtierhandel und die Zerstörung des Regenwalds scheinen auf den ersten Blick nichts zu sein, auf das wir einen großen Einfluss haben könnten. Wer geht schon auf einem Wildtiermarkt einkaufen? Doch schaut man genauer hin, ergeben sich durchaus einige Ansatzpunkte.

Echter Pelz, der sich an Kleidung oder Accessoires befindet, kommt sehr wahrscheinlich von einem dieser Wildtiermärkte. Durch konsequenten Pelz-Verzicht kann jeder Einzelne dazu beitragen, keine weitere Nachfrage nach Wildtieren zu generieren. Wer spenden möchte, kann auch eine Organisation auswählen, die sich gegen illegalen Artenhandel und illegale Wildtiermärkte einsetzt.

Zudem findet die Zerstörung von Ökosystemen überall dort statt, wo Monokulturen vorherrschen, also große Felder mit nur einer Pflanzensorte. Zum Beispiel werden täglich große Flächen Regenwald für den Sojaanbau abgeholzt, um für die weltweite Massentierhaltung genügend Futtermittel anzubauen. Wer also ab und zu auf Fleisch verzichtet und dafür mehr regionale und biologisch angebaute Produkte kauft, unterstützt mit jeder Mahlzeit die Vielfalt vor Ort.

Passen Sie auf sich und Ihre Mitmenschen auf und bleiben Sie gesund!


Weiterführende Informationen:

 WWF: Wie uns Artenschutz vor Krankheiten schützen kann



Energiesparen leicht gemacht 

Foto: Stromsparen. © BirgitH / pixelio.de


Die Corona-Krise fordert uns alle. Trotz leichter Lockerungen gilt nach wie vor: Uffbasse! 

Am besten gelingt das durch das Einhalten des Abstandsgebotes von mindestens 1,50 Meter und das Tragen von Mund-Nase-Masken. Die Maßnahmen führen zwangsläufig zu längeren Aufenthalten in der eigenen Wohnung oder im Haus. 

Möchten Sie dadurch steigende Energieverbräuche reduzieren? Hier erfahren Sie, wie das geht, und ganz nebenbei tun Sie damit auch noch etwas für den Klimaschutz.

Energiesparen in der Küche
Mit diesen Tipps können Sie durch reine Verhaltensänderungen im Jahr bis zu 70,- € Stromkosten sparen.

1. Füllmenge im Wasserkocher:

Je mehr Wasser aufgekocht wird, desto höher ist der Energiebedarf. Jeder nicht verwendete Liter Wasser pro Tag bedeutet pro Jahr 25 kg mehr CO2 und rund 10 Euro höhere Stromkosten. Einige Wasserkocher schalten sich erst mehrere Sekunden ab, nachdem das Wasser bereits kocht. Manuelles Ausschalten spart also nochmals Energie.

2. Ohne Vorheizen backen:

Meist ist ein Vorheizen nicht nötig. Auch ist es häufig möglich, den Backofen oder die Elektroherdplatte einige Minuten vor Ende der Garzeit abzustellen, um die Restwärme zu nutzen.

3. Mit Deckel kochen:

Durch Kochen mit passendem Deckel und auf der passenden Herdplatte kann der Energieverbrauch um die Hälfte gesenkt werden. Dies spart bis zu 40 kg CO2 und 20 Euro im Jahr.

4. Energieeffizienten Kühlschrank anschaffen:

Ein moderner Kühlschrank der Energieeffizienzklasse A+++ verbraucht im Vergleich zu einem älteren Modell bis zu 50 % weniger Strom. In diesem Fall lohnt es sich bereits Geräte auszutauschen, die älter als 15 Jahre sind, da sie im Vergleich rund 70 Euro pro Jahr sparen, und auch die Umweltbilanz ist nach ca. 5 Jahren durch die Neuanschaffung wieder ausgeglichen.

5. Kühlschrank und Gefriertruhe abtauen:

Eine Eisschicht im Kühlfach erhöht den Energieverbrauch deutlich. Regelmäßiges Abtauen und Enteisen spart über 25 kg CO2 und fast 15 Euro im Jahr.

6. Kühlschranktür nicht länger als nötig geöffnet halten.

 

Energiesparen im Bad

1. Ohne Vorwäsche waschen:

Eine Vorwäsche ist nur in den wenigstens Fällen bei einer hohen Verschmutzung nötig. In den meisten Fällen wird die Wäsche auch ohne Vorwäsche einwandfrei sauber.

2. Wäsche mit 30 °C waschen

Mehr als 75 % der Energie eines Waschgangs werden für die Erhitzung des Wassers benötigt. Mit niedrig temperierten Waschgängen können Sie bis zu 35 Euro im Jahr sparen.

3. Wäsche lufttrocknen

Bei einem Verzicht auf einen Wäschetrockner können Sie rund 60 Euro und bis zu 120 kg CO2 pro Jahr einsparen.

4. Ökoprogramme nutzen

Auch wenn die Ökoprogramme meist länger laufen, verbrauchen sie weniger Energie und Wasser.

5. Sparduschköpfe

Insbesondere Haushalte, die ihr Wasser mit Strom erhitzen, profitieren von Sparduschköpfen und Perlatoren. Bis zu 265 Euro pro Jahr kann ein Zwei-Personen-Haushalt pro Jahr auf diese Weise sparen.

Auf die Größe kommt es an

Die Größe der Haushaltsgeräte sollte dem Bedarf angepasst sein. Für Ein- bis Zwei-Personen-Haushalte reichen bei einem Kühlschrank in der Regel 100 bis 160 Liter, für jede weitere Person etwa 50 Liter zusätzlich aus. Das Fassungsvolumen bei Waschmaschinen ist mit 5-6 Kilogramm Wäsche für die meisten Haushalte ausreichend.

Energiesparen im Homeoffice und im Wohnzimmer

1. LED-Lampen einsetzen

2. Standby-Verbrauch von Geräten (z.B. Fernseher, Drucker, PCs) durch Ausschalten der Steckerleisten vermeiden

Neugierig?

Die Stadtwerke Frankenthal verleihen kostenlos Energiemessgeräte, mit denen Sie zu Hause direkt nachmessen können, wie viel Strom Ihre Haushaltsgeräte verbrauchen.

Passen Sie auf sich und Ihre Mitmenschen auf und bleiben Sie gesund!


Weiterführende Informationen:

 Stromeffizienz: Tipps zum Stromsparen



Fasten für den Klimaschutz

Es ist wieder soweit – am 26. Februar hat die Fastenzeit begonnen. Viele Menschen nutzen die Gelegenheit, um in der Zeit bis zu Ostern z. B. auf Alkohol oder Süßes zu verzichten.

Foto: Kalenderansicht Fastenzeit. © Esther Stosch / pixelio.de

Doch warum nicht zur Abwechslung auch mal CO2 fastenDas tut dem Klimaschutz und häufig auch der Gesundheit und dem Geldbeutel gut. 

Hierfür gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Autofasten, Plastik-fasten, Fleischfasten und alles, was einem noch so einfallen kann, um Energie und Ressourcen und damit auch CO2 zu sparen. 

Dabei geht es nicht um ein generelles Verbot dieser Dinge – wer klassisch fastet, nimmt ja auch nicht gar nichts zu sich – sondern vielmehr um einen bewussten Umgang damit.

Plastikfasten

Auch in Sachen Plastik kann gefastet werden. Bevorzugen Sie Glas- und Mehrweg- statt Einwegverpackungen, kaufen Sie Obst und Gemüse lose und nicht in Plastik abgepackt und nehmen Sie Ihre Einkaufstüten von zu Hause mit, damit Sie keine Plastiktüten kaufen müssen. Egal, was für eine Tüte (ob Jute, Papier oder Plastik) Sie benutzen: Benutzen Sie sie solange, wie möglich. 

Im Durchschnitt wird eine Plastiktüte für nur 25 Minuten benutzt. Im Jahr fallen so allein in Deutschland Plastiktüten mit einem Gesamtgewicht von 100.000 Tonnen an. Da sie aus fossilen Rohstoffen hergestellt werden, bedeutet das CO2-Emissionen, die nicht in die Luft gehören, da sie sonst unser Klima erwärmen. Doch damit nicht genug, jedes Stück Plastik, das in der Umwelt landet, gelangt über kurz oder lang durch Wind, Regen und Wasser irgendwann ins Meer. Da es sich erst nach ca. 100-500 Jahren abbaut, wird es durch Witterung und Sonne zunächst kleiner und kleiner, bis man es teilweise nicht mehr erkennen kann – willkommen Mikroplastik. Weil es inzwischen so klein ist, wird es von Plankton als Nahrung verwechselt. Kleine Fische wiederum fressen das mit Plastik angereicherte Plankton. Größere Fische fressen die kleineren und die größeren Fische landen am Ende auf unserem Teller. Auf diese Weise kommt das von uns achtlos weggeschmissene Plastik wieder zurück – auch eine Art von Kreislaufführung. Großer Haken dabei: Das Plastik wirkt wie ein Schwamm und bindet giftige Stoffe an sich – diese sind nun auch im Fisch. Da sich das Plastik und die Giftstoffe bei den Fischen im Fettgewebe sammeln, bedeutet das auch für uns, dass die Giftstoffe nicht ausgeschwemmt, sondern ebenfalls im Körper angesammelt werden. Und wieso vermeintlich gute, biologisch abbaubare Plastiktüten sogar schlechter sind als herkömmliche Plastiktüten, erfahren Sie hier.

Lebensmittelretten

Wem die sechs Wochen des Verzichts nicht zusagen, kann stattdessen über lokales Foodsharing Lebensmittel retten und auf diese Weise dazu beitragen, dass Energie und Ressourcen geschont und dabei sogar Geld gespart werden. 

Weiterführende Informationen:

 WWF: Tipps für den Alltag

 Autofasten



 
 

    bei Fragen zu dieser Seite:

    Frau Anna-Catharina Eggers
    Klimaschutzmanagement

    anna-catharina.eggers@frankenthal.de

    06233 - 89 618


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