Geschichte

Frankenthal ‑ Ein kurzer Blick auf die Geschichte 

Frankenthal, die moderne und zukunftsorientierte Stadt in der Vorderpfalz, hat eine lange Geschichte. Seit 1577 Jahren ist die Gemeinde Stadt, und seit jener Zeit prägen urbanes Leben und Geschäftigkeit ihre Entwicklung. 

Es war der 29. Oktober 1577, an dem Pfalzgraf Johann Casimir der noch jungen Gemeinde die Stadtrechte verlieh und sie damit in den Kreis der anderen Städte seiner Pfalzgrafenschaft, die die Ämter Lautern, Neustadt, Alzey und Böckelheim umfaßte, aufnahm. 

Das Bild zeigt die Ruine der Kirche St. Maria Magdalena des Augustinerchorherrenstifts Groß-FrankenthalErstmals erwähnt wird Frankenthal in einer Urkunde des Klosters Lorsch aus dem Jahre 772. Das Dorf war fränkischen Ursprungs und lag damals noch direkt am Rhein, der seinen Lauf erst im 9. Jahrhundert nach Osten verlagerte. Im Jahre 1119 gründete der Wormser Adelige Erkenbert  in Frankenthal ein Augustinerchorherrenstift, das sich bald zu einem bedeutenden religiösen, kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum für die gesamte Region entwickelte. Reste der Stiftskirche sind noch heute erhalten. Da die Gebäude des Stifts nach der Reformation leer standen, stellte sie Kurfürst Friedrich III. 1562 niederländischen Flüchtlingen, die ihre Heimat wegen ihres reformierten Glaubens hatten verlassen müssen, zur Verfügung. Die junge Gemeinde, unter deren Mitgliedern sich zahlreiche Maler, Gold- und Silberschmiede, Gobelinwirker, Textilfabrikanten und Kaufleute befanden, prosperierte rasch und erhielt schließlich an jenem 29. Oktober 1577 die Stadtrechte. 

Die wertvolle Urkunde, auf der die Stadtrechte niedergeschrieben sind, besteht aus zwölf Blatt Pergament. Sie ist in Besitz des Stadtarchivs Frankenthal und wird im städtischen Erkenbert-Museum ausgestellt. Sie besteht aus drei Teilen, in denen zum einen die Ordnung der kirchlichen Verhältnisse, zum anderen die Zusammensetzung und die Bestellung des weltlichen Regiments vom Schultheißen über die Gerichtsschöffen und Ratsherren bis zum Amtsbüttel und zu den Rottmeistern und schließlich die Verleihung von Privilegien geregelt sind. Unter anderem schenkte Johann Casimir der jungen Stadt 1000 Gulden zum Bau eines Kanals zum Rhein, befreite die Einwohner von jeder Abgabe für die Ausfuhr von "Korn, Wein und Tuch" und erließ alle Zölle auf Güter des eigenen Lebensbedarfs. Die "Geburtsurkunde" der Stadt schließt mit den Worten: "Dies zu Urkund mit unserem anhängenden Siegel bekräftigt und gegeben zu Lautern, den 29. Oktober, nach Christi, unseres lieben Herrn und Seligmachers Geburt im 1577sten Jahr, Johann Casimir, Pfalzgraf". 

Das Bild zeigt eine Ansicht der Festung Frankenthal aus dem Jahre 1645Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts wurde Frankenthal zu einer der stärksten linksrheinischen Festungen der Kurpfalz ausgebaut. Die Stadt geriet daher ganz zwangsläufig in die Wirren und Kämpfe des Dreißigjährigen Krieges und des Pfälzischen Erbfolgekrieges und wurde im September 1689 von französischen Truppen in Brand gesteckt und fast völlig zerstört. Dem Niedergang aber folgte neuer Aufschwung. Frankenthal, schon seit geraumer Zeit dritte Hauptstadt der Kurpfalz, wurde im 18. Jahrhundert zur Fabriquenstadt von Kurfürst Carl Theodor. Mehr als 20 Manufakturen entstanden, von denen insbesondere die 1755 gegründete Frankenthaler Porzellanmanufaktur besondere Bedeutung erlangte. Ihre Produkte werden heute als wertvolle Antiqitäten gehandelt unf finden sich in zahlreichen Museen auf der ganzen Welt.

Von 1798 bis 1815 befand sich Frankenthal unter französischer Verwaltung und war Kantonshauptstadt. Nach dem Wiener Kongreß wurde die Pfalz bayerisch, Frankenthal blieb aber lange Zeit ein "kleines Landstädtchen", wie ein zeitgenössischer Beobachter einmal schrieb. Erst mit der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts stellte sich neuer Aufschwung ein. Den Anfang machte die  Zuckerfabrik, die 1843 enstand. Durch die Gründung der Firmen Albert, KSB, KKK und Bettinger & Balcke in den Jahren 1859 bis 1899 entwickelte sich die Stadt dann rasch zu einem bedeutenden Zentrum der metallverarbeitenden Industrie. 

Das Bild zeigt die  Frankenthaler Zuckerfabrik im Jahre 1890Während des Zweiten Weltkrieges wurde Frankenthal zwar stark zerstört und verlor einen Großteil seiner älteren barocken Bebauung, die Stadt konnte aber in den 50er und 60er Jahren rasch wieder an ihre wirtschaftlichen und urbanen Traditionen anknüpfen. Heute ist Frankenthal ein florierendes, weltoffenes Mittelzentrum, das sich eine eigene, historische und kulturelle Traditionen bewahrende Identität bewahrt hat.

 

 

 
 

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Mehr zur Stadtgeschichte finden Sie im Erkenbert-Museum am Rathausplatz

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