Willich, Friedrich Justus

Bild von Friedrich Justus Willich*18.05.1789 in Hanau
+08.05.1853 in Frankenthal, Advokat

Vater: Johann Karl W. (1758 ? 1845), Konrektor. Mutter: Sophie Magdalena Dorothea, geb. Kritter (1763 ? 1834). Verheiratet 21.03.1820 Elisabeth Josephine, geb. Schlemmer, Tochter des Mainzer Jakobiners und späteren Speyerer Regierungsrates Joseph Schl. Kinder: 6, darunter der Maler Karl Caesar W. (1825 ? 1886). Ihr Schwager: Dr. Philipp, Mitglied der prov. Regierung.

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Willich, Cäsar, Maler, wurde im J. 1825 in Frankenthal in der Rheinpfalz als Sohn des Advocaten Friedrich Justus Willich geboren, der eine Zeit lang als liberales Mitglied der bairischen Kammer der Abgeordneten eine politische Rolle spielte. W. zeigte schon als Kind Neigung und Begabung für die Kunst und war in der glücklichen Lage, bereits in seiner Gymnasialzeit in seiner Vaterstadt und später in Hanau etwas für seine künstlerische Ausbildung thun zu können. Im J. 1843 siedelte er nach Berlin über und wurde unter Jakob Schlesinger’s Anleitung Schüler der dortigen Akademie. In München, wohin er sich im J. 1846 wandte, wurde er zunächst Schüler Karl Schorn’s und später Schwind’s, sah sich aber infolge der politischen Wirren des Jahres 1848 genöthigt, seine Zuflucht in der Schweiz zu suchen. Er lebte hier mit einer Anzahl Gesinnungsgenossen bis zum Jahre 1849 und begab sich im folgenden Jahre nach Antwerpen, wo er Schüler Gallait’s wurde und sein erstes selbständiges Bild: „Ein geistliches Gericht zur Zeit der Hexenprocesse“ malte. Mitte der fünfziger Jahre siedelte er nach Paris über, wohin ihn der Ruhm Couture’s und seiner Schule zog. Er lebte damals in sehr angenehmer Gesellschaft, da Künstler wie Feuerbach, Henneberg und Spangenberg zu seinen Freunden zählten. Nach dreijährigem Aufenthalt in Paris trieb es ihn im J. 1858 nach Italien, das er zuerst eine Zeit lang bereiste, bis er sich für längere Dauer in Rom niederließ, wo er sich namentlich mit Porträtstudien befaßte. Durch seinen Freund Wesendonk erhielt er den Auftrag, das Bildniß Richard Wagner’s zu malen. Er begab sich deshalb nach Biebrich, wo sich Wagner damals aufhielt, und entschloß sich um dieselbe Zeit, im J. 1861 seinen bleibenden Wohnsitz nach München zu verlegen. Hier beschäftigte er sich vorzugsweise mit dem Studium des Nackten [278] und dem Porträtiren. Seit dem Jahre 1869 verheirathet, lebte er in behaglichen Verhältnissen und betheiligte sich lebhaft an dem gesellschaftlichen und künstlerischen Treiben der bairischen Hauptstadt. Er starb infolge eines Herzleidens zu München am 15. Juli 1886.

 
 

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