Aktuelles

Seltene Fotos von aus der Karolinenschule

Von der in München lebenden Enkelin einer Schülerin der Karolinenschule hat das Stadtarchiv zahlreiche interessante Fotos vom Schulalltag im Ersten Weltkrieg erhalten. Sie zeigen die Schülerinnen bei der Gartenarbeit, beim Füttern der in der Schule gehaltenen Tiere oder bei Theateraufführungen. Die Schülerin selbst stammte aus Ostpreußen, was zeigt, welche großes Einzugsgebiet die Karolinenschule hatte und welch guten Ruf die genoss.

 

 

Sensationeller Fund

Vor einigen Tagen erhielt der Förderverein für jüdisches Gedenken in Frankenthal eine Email aus England. Sie enthielt die Nachricht, dass in England ein Originalduplikat der Urkunde gefunden wurde, die 1884 in den Grundstein beim Bau der Frankenthaler Synagoge verlegt wurde. Förderverein und Stadtarchiv hoffen nun, sehr bald eine gute Reproduktion der Urkunde zu erhalten.

 

Neues Buch über die NS-Zeit in der Pfalz geplant

Vor 20 Jahren erschien der Sammelband "Die Pfalz unterm Hakenkreuz", mit dem zum ersten Mal eine Zwischenbilanz über die Forschung zur NS-Zeit in der Pfalz gezogen wurde. Im nächsten Jahr soll ein zweiter Band mit neuen Beiträgen zur Geschichte der Pfalz während der nationalsozialistischen Diktatur vorgelegt werden. Er wird auch einen Aufsatz über die Frankenthaler Taubstummenschule, das heutige PIH, enthalten. Außerdem arbeiten mehrere Frankenthaler an dem Buch mit. Herausgegeben wird es von Stadtarchivar Gerhard Nestler, Stephan Pieroth, der stellvertretende Leiter der Frankenthaler Lokalredaktion der "Rhein-pfalz", schreibt über die Entwicklung der pfälzischen Presse und Oberbürgermeister Theo Wieder über die Gedenkarbeit in der Pfalz nach 1945.

 

Neue Bilddokumente für das Stadtarchiv

In den vergangenen Wochen und Monaten hat das Stadtarchiv zahlreiche Postkarten und Fotografien mit historischen Ansichten von Frankenthal erworben oder geschenkt bekommen. Sie erweitern unser Wissen über das Aussehen der Stadt vor der Zerstörung vom 23. September 1943 beträchtlich.

Die hier abgebildete Postkarte zeigt die Wormser Straße nördlich des Wormser Tores. Rechts ist die Pestalozzischule zu erkennen. Auf dem Luftbild sieht man die Autobahnbrücke über den Rhein, die heutige Theodor-Heuss-Brücke, deren Stahlkonstruktion während des Baus am 12. Dezember 1940 zusammengebrochen war. Die Aufnahme stammt von der Royal Air Force und wurde bei Ebay angeboten. Ein Frankenthaler Bürger hat sie erstanden und dem Stadtarchiv überlassen. Danke Rüdiger!

 Die nördliche Wormser Straße in Frankenthal. Rechts die Pestalozzischule.

 Die zerstörte Rheinbrücke bei Frankenthal 1941

 

 

Good news from the U.S.A.

Der Student Georg Adam Hillgärtner, am 24. März 1822 geboren, gehörte zu den wichtigsten Anhängern der revolutionären Bewegung von 1848/49 in Frankenthal. Er war Mitglied im Frankenthaler Volksverein und im radikaleren Demokratischen Verein und arbeitete als Redakteur beim "Volksvereinsblatt", dem offiziellen Organ des Vereins, mit. Nach Ausbruch der Reichsverfassungskampagne wurde Hillgärtner in den Kantonalausschuss des Kantons Frankenthal gewählt und zum Zivilkommissar ernannt. Er war außerdem Offizier der revolutionären Volkswehr. Nach dem Zusammenbruch der Revolution ging er wie zahlreiche andere Anhänger der Reichsverfassungskampagne aus Furcht vor den Repressionen der bayerischen Regierung ins Exil. Wenige Stunden vor dem Einmarsch der preußischen Truppen in Frankenthal am 13. Juni 1849 floh er nach Baden und emigrierte von dort gemeinsam mit seinem Vater in die Schweiz. Im Winter 1851 übersiedelte er nach London, wo er Mitglied des "Deutschen Emigrationsvereins" wurde, der für eine neue Revolution in Deutschland agitierte. 1852 wanderte Hillgärtner in die Vereinigten Staaten aus, wo er sich  in St. Louis niederließ und als Redakteur der "Illinois-Staatszeitung" und später als Herausgeber der "Westlichen Post" und der "Neuen Zeit" seinen Lebensunterhalt verdiente. Hillgärtner starb am 23. Oktober 1865 als angesehener Mann.

Bislang waren keine Abbildungen des Revolutionärs und Demokraten bekannt. Vor einigen Wochen meldete sich aber eine Nachfahrin Hillgärtners aus den USA beim Stadtarchiv und bat um Informationen über ihren Urururgroßvater. Eine Nachfrage ergab, dass sie im Besitz von zwei Bildern Hillgärtners war, die sie dem Stadtarchiv auch gerne zur Verfügung stellte.

Das Bild zeigt Georg Adam Hillgärtner im Jahre 1853

 

Neue Satzung für das Stadtarchiv

In seiner Sitzung vom 2. Februar 2011 hat der Stadtrat Frankenthal eine neue Satzung für das Stadtarchiv erlassen. In ihr werden die Aufgaben, die Stellung und die Benutzung des Stadtarchivs neu geregelt. Sie war notwendig geworden, weil der Landtag Rheinland-Pfalz am 28. September 2010 das Erste Gesetz zur Änderung des Landesarchivgesetzes (GVBl. S. 301) verabschiedet hat. Es enthält Bestimmungen, die eine Änderung der bisher gültigen Archivsatzung der Stadt Frankenthal (Pfalz) notwendig machten. Dies gilt insbesondere für die Regelung der Schutzfristen, die verkürzt wurden. Neu aufgenommen wurde auch der Hinweis, dass alle in der Verwaltung angefallenen rechtlich und historisch bedeutsamen Dokumente unabhängig von ihrer Speicherungsform auf Dauer zu verwahren, nach archivwissenschaftlichen Gesichtspunkten aufzubereiten, durch organisatorische, technische und personelle Maßnahmen vor unbefugter Benutzung, Beschädigung und Verlust zu schützen, zu erschließen und allgemein nutzbar zu machen sind. 

Historischer Prospekt der Firma Balcke

Das Stadtarchiv Frankenthal hat kürzlich einen historischen Prospekt der ehemaligen Frankenthaler Pumpenfabrik Balcke erworben. Er ist leider undatiert, stammt aber wohl aus den 1920er Jahren und ist eine interessante Ergänzung der Archivsammlung zur Frankenthaler Wirtschaftsgeschichte.

 

Das Bild zeigt einen Prospekt der Frankenthaler Pumpenfabrik Balcke aus den 1920er Jahren

 

Neue Fotos aus den 50er Jahren

Von einem Frankenthaler Bürger wurden dem Stadtarchiv zahlreiche Privatfotos aus den Jahren 1953 und 1954 zur Verfügung gestellt. Sie zeigen eine Stadt im Wiederaufbau nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges, machen aber auch deutlich aber auch, wie sehr sich Frankenthal im Verlauf der letzten 50 Jahre verändert hat. Da die bauliche Entwicklung der Stadt im ersten Jahrzehnt nach Kriegsende kaum fotografisch festgehalten wurde, sind die Fotos wichtige Dokumente zur neueren Stadtgeschichte und willkommene Ergänzungen der großen Fotosammlung des Stadtarchivs. Wer Interesse hat, kann sie sich im Stadtarchiv gerne ansehen.

Das Bild zeigt den  Frankenthaler Rathausplatz vom Rathaus aus gesehen in den Jahren 1953/54

 

Zusammenarbeit zwischen den pfälzischen Stadtarchiven klappt immer besser

Bei Ordnungsarbeiten im Stadtarchiv Ludwigshafen am Rhein wurden zahlreiche Druckschriften gefunden, die Frankenthal betreffen, u.a. das Ortstatut des Frankenthaler Gewerbegerichts von 1894, der Jahresbericht des Gewerbevereins Frankenthal von 1898, der Erläuterungsbericht zu den Vorarbeiten über die Wasserversorgung der Stadt Frankenthal ebenfalls von 1898, die Ortspolizeilichen Vorschriften der Gemeinde Eppstein von 1915 und viele andere mehr. Sie wurden dem Stadtarchiv Frankenthal überlassen und in die Druckschriftensammlung des Archivs aufgenommen.

Das Bild zeigt die Ortspolizeilichen Vorschriften des Frankenthaler Vorortes  Eppstein aus dem Jahr 1915

 

Fotos zur Geschichte der Frankenthaler Arbeiterjugend-bewegung

Im Archiv der Arbeiterjugendbewegung (AAJB) in Oer-Erkenschwick wurde kürzlich ein Fotoalbum mit zahlreichen Fotografien der Sozialistischen Arbeiterjugend, der Arbeiterwohlfahrt und der Naturfreunde Frankenthal aus den 1920er und frühen 1930er Jahren entdeckt. Von wem es stammt und wie es in das Archiv in Oer-Erkenschwick gekommen ist, lässt sich leider nicht mehr nachvollziehen. Für die Geschichte der Frankenthal Arbeiterjugendbewegung und damit auch für die Sozialgeschichte der Stadt im Allgemeinen sind die Fotos aber von unschätzbarem Wert. Sie befinden sich in digitalisierter Form im Stadtarchiv und können mit Genehmigung des Archivs der Arbeiterjugendbewegung benutzt werden.

Das Bild ein Foto eines Aufmarsches der Frankenthaler Arbeitersportvereine in den späten 1920er Jahren