Geschichte und Idee des Kunsthauses

Handelt es sich bei diesem Gebäude doch um eine Einrichtung der früheren Frankenthaler Zuckerfabrik, die Philipp Karcher aus Anlass seines 25-jährigen Dienstjubiläums den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Zuckerfabrik als Kindergarten bauen lies.
 

Das Bild zeigt den Kindergarten Mina-Karcher-PlatzMit Beschluss des Stadtrates vom 16. Juli 2003 wurde das Gebäude des Kindergartens der ehemaligen Frankenthaler Zuckerfabrik an der Hans-Kopp-Straße 22 erhalten und gleichzeitig die Überlegungen der Verwaltung begrüßt, dieses Gebäude und das dazugehörige Grundstück in eine neu zu gründende "Frankenthaler Kulturstiftung" einzubringen und im Anschluss an eine zweckentsprechende Sanierung zukünftig als "Frankenthaler Kunsthaus" zu nutzen.

Das Gebäude bleibt in seinem historischen äußeren Erscheinungsbild weitgehend unverändert. Am Terrassenbereich sollte bauseits sichergestellt werden, dass die jetzigen Zugänge in das Obergeschoss z. B. mittels eines Glasvorbaus "eingefangen", der Haupteingang nach vorne verlagert und gleichzeitig die innere Zugänglichkeit des Obergeschosses gewährleistet wird.

Zufahrt und Zuwegung bleiben unverändert. Entlang der Ostseite des Hauses werden einige Behindertenstellplätze sowie Stellplätze für Versorgungsfahrzeuge angelegt. Die übrigen notwendigen Stellplätze werden über den (gebührenpflichtigen) Parkplatz bzw. die Tiefgarage des CFF dargestellt. 
                Das Bild zeigt das Kunsthaus während des Umbaus                                                              
Die Statik des Gebäudes wird, aufbauend auf den Ergebnissen der vorliegenden Untersuchungen, ausgestaltet. Im Inneren werden entsprechend den Anforderungen an die Ausstellungskonzeption die in den vergangenen Jahrzehnten eingebrachten Trennwände entfernt. Die Durchgängigkeit der Räume wird dadurch gewährleistet. Auch im Obergeschoss wird diese mittels eines Durchbruchs hergestellt. Dort entstehen Atelierräume für interessierte Künstlerinnen und Künstler. Im Erdgeschoss werden Toiletten sowie eine kleine Teeküche eingebaut.

Der westliche Kellerraum wird multifunktional als Werkraum oder Veranstaltungsraum nutzbar gemacht. Die südliche Gebäudeseite wird nicht durch Einrichtungen verbaut, weil sie ggfs. eine potentielle Erweiterungsfläche für Ausstellungsräume im Erdgeschoss darstellt.

Lichteinfall von Tageslicht bis ins Erdgeschoss wird durch Errichtung einer Galerie sowie durch den Einbau großer Dachflächenfenster im Obergeschoss realisiert.

Das Bild zeigt den Ausstellungsraum 1 zur Zeit der Ausstellung von Erwin WortelkampDie Beleuchtungsarchitektur wird multifunktional ausgelegt. Klimatechnik und Sicherheitstechnik werden den Anforderungen an ein solches Haus und die darin untergebrachten Werte angepasst. 

Auf der vollständig erhaltenen Stiftungstafel im Vorraum des Gebäudes heißt es:

"Zu Ehren der Tätigkeit von Herrn Philipp Karcher an seinem Jubiläumsfeste 2. November 1883 den Angestellten und Arbeitern zum Wohle ihrer Kinder errichtet von der Zuckerfabrik Frankenthal."

 

Der Kindergarten wurde in der Regel von etwa 100 Kindern besucht. Die 1885 ursprünglich verlegten und noch vollständig vorhandeDas Bild zeigt die Stiftungstafelnen, wenn auch stellenweise beschädigten, Bodenfliesen - sowohl der Veranda als auch des Foyers - wurden im Hause Villeroy & Boch gefertigt.

1926 beschloss die Direktion der Zuckerfabrik, den Kindergarten wegen der allgemeinen schlechten wirtschaftlichen Lage des Unternehmens zu schließen. Daraufhin mietete die Stadt Frankenthal die Räume an und richtete in ihnen einen städtischen Kindergarten insbesondere für Kinder aus dem in den Jahren zuvor neu entstandenen Stadtteil Lauterecken ein.

1943 wurde der Kindergarten von der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) übernommen. Wie lange er in Betrieb war, ist unklar. Nach Kriegsende wurde er im Juli 1945 als städtischer Kindergarten wiedereröffnet, musste aber im Herbst 1950 wieder geschlossen werden, da die Räumlichkeiten zur Unterbringung von Flüchtlingen benötigt wurden. 

 

Das Bild zeigt das Wohnheim nach dem BrandVon 1956 bis 1960 war im Gebäude die Berufsschule untergebracht. Seit 1961 diente es dann als Obdachlosenasyl. Eine Zeitlang beherbergte dieses Gebäude das Atelier des Künstlers Emil Szymansky, so dass dieses Haus sogar eine künstlerische Vergangenheit hat. Das Gebäude wurde Anfang 2003 durch einen Brand im Obergeschoß des Westflügels beschädigt.


Die übrigen Teile des Gebäudes sind durch dieses Brandschadensereignis allerdings nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Das Gebäude war insgesamt sanierungsbedürftig, aber in letztlich gutem allgemeinen Grundzustand.

Das Kunsthaus Frankenthal wurde am 7. September 2007 eröffnet.

 
 

bei Fragen zu dieser Seite:
Frau Manuela Engel-Heil
manuela.engel-heil@frankenthal.de
kultur@frankenthal.de

06233 - 89 456

Öffnungszeiten des Kunsthauses:

Di, - So: 14 bis 18 Uhr

Montags und an den Weihnachtsfeiertagen ist das Kunsthaus geschlossen

Kunsthaus Frankenthal
Mina-Karcher-Platz 42a               67227 Frankenthal

06233 - 3 27 07 71

info@kunsthaus-frankenthal.de