Fabrikmarken

Wechselnde Signets kennzeichnen die Geschichte des Frankenthaler Porzellans in seiner 45jährigen Geschichte während des 18. Jahrhunderts.

 

Porzellanmarken

 

Übergangsphase von Straßburg nach Frankenthal


Manche Porzellane dieser Zeit besitzen keine Markierungen, die meisten Stücke erhielten jedoch das einfache PH für Paul Hannong sowie ein F für Frankenthal (1-5).


Das kurfürstliche Wappen

Ab 1755 wählte man anfangs die Rauten aus dem Wittelsbacher Hauswappen und malte sie nach dem ersten Verglühbrand von 800° C in Kobaltblau als Fabrikzeichen auf die Stücke
(6-8). Um eine Verwechslung mit der bayerischen Manufaktur in Nymphenburg zu vermeiden, ging man jedoch nach etwa drei Monaten zum unterglasur-blauen, heraldisch nach rechts gewandten, steigenden kurpfälzischen Löwen über (9, 10).


Joseph Adam Hannong

Neben der Löwenmarke verwendete Joseph sein persönliches unterglasurblaues ligiertes Monogramm JAH.


Wechsel zur Staatsmanufaktur

Von 1762 bis 1794 sowie von 1795 bis 1797 wurde das CT-Monogramm unter dem Kurhut in Unterglasurblau aufgemalt (16-20). Bis zum Jahre 1775 findet man als zusätzliche Marke oft das ligierte AB oder B des Direktors Adam Bergdold und die arabischen Zahlen 1 bis 7 bzw. römisch I bis VIII  in Unterglasurblau als weitere Beizeichen (17, 18).

Um 1765 kommt bereits eine große CT-Marke mit einem Punkten darunter vor, was wohl in den 1780er Jahren wieder aufgenommen wurde und durch zwei bzw. drei Punkte zuweilen ergänzt wurde (20).

Seit 1766 scheint die Endziffer der Jahreszahl aufgetragen worden zu sein (18) und ab 1771 bis 1789 wurden in der Regel zur Fabrikmarke die Zahlen 71 bis 89 als Hinweis auf das Jahr der Porzellanmasse-Mischung angebracht (19).

Der letzte Manufaktur-Betreiber Johann Nepomuk van Recum ließ 1795 ein V, ein ligiertes
PVR und von 1797 bis 1799 wohl ein ligiertes VR mit einem F für Frankenthal aufmalen
(21-25).


Weitere Zeichen

Neben den reinen Fabrikmarken kommt auf den Porzellanen auch eine Vielzahl weiterer Zeichen vor, die eingeprägt, eingeritzt, unterglasurblau, farbig in Aufglasur (Malermarken) oder in Gold sein können.

Bekannt sind beispielsweise die folgenden Bossierer- und  Dreher-Pressmarken:
MO für Michael Offenstein, DL für David Lincker, AC Adam Clair.

Auch vollständig eingepresste Namen wie Legrand, Marx, Niebergall oder Rohr sind bekannt.

Hinzu kommen Ritzzeichen wie HIIO, die den Porzellanern Auskunft über die Massenmisch-ung gaben, jedoch noch nicht ganz entschlüsselt sind (Claus Reimann).