Frankenthaler Porzellan

Zwischen 1755 und 1800 wurde in Frankenthal kostbares Porzellan hergestellt, das es bis heute zu einem begehrten Sammelobjekt macht.

 

 

Bild der ehemaligen Porzellanfabrik


Die Firmengründung durch Paul Anton Hannong in Frankenthal war seit Nacherfindung der Porzellanherstellung außerhalb Chinas und Japans durch Johann Friedrich Böttger die siebte in Deutschland und zählt durch die Qualität ihrer Erzeugnisse zu den  Spitzenmanufakturen 
von Weltruf. Mit Franz Conrad Linck, Adam Bauer und Johann Peter Melchior gehörten drei Hofbildhauer zu ihren Modellmeistern, doch auch Johann Wilhelm Lanz und die Gebrüder Lück waren Bildhauer von Rang, wie ihre zahlreichen Schöpfungen beweisen.

Kurfürst Carl TheodorDer pfälzische Kurfürst Carl Theodor hatte es durch Ansiedlung von Unternehmen geschafft,
aus Frankenthal eine Fabriquenstadt zu machen. Die Porzellanfabrik zählte damals zum Interessan-testen, was die Stadt zu bieten hatte. Jedoch litt die Manufaktur „mit dicken rothen Backen an der Schwindsucht“, wie es damals ein technischer Beamter der Manufaktur ausdrückte. Hohe Außenstände, schlechte Vermarktung und die
seit 1762 staatliche Verwaltung brachten das Unternehmen in die wirtschaftliche Krise.

Hauptaufgabe der Manufaktur war die Lieferung von Gerätschaft für Tischkultur. Ob es sich nun um die mannigfaltigen Geschirre handelte von schlichter Blaumalerei bis hin zu reich vergoldeten und bemalten Prachtausgaben, oder um die vielen Figuren und Figurengruppen, die bei festlichen Tafeleien auf den Tischen platziert wurden – alle diese Porzellane dienten der gesteigerten Esskultur jener Tage.

 

Museumsbesucher das Frankenthaler Porzellan nicht nur im Erkenbert-Museum oder im hiesigen Rathaus besichtigen, sondern auch in den Museen im Gebiet der einstigen Kurpfalz.
Hierzu zählen das Historische Museum der Pfalz in Speyer, das Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim sowie das Kurpfälzische Museum in Heidelberg.