Dauerausstellung

Auf drei Etagen wird die Geschichte der Stadt Frankenthal mit den Besonderheiten der Kunst der Glaubensflüchtlinge um 1600 und des Frankenthaler Porzellans aus dem 18. Jahrhundert sowie die Industriegeschichte der Moderne dargestellt.
 

Spaziergang durch 1.500 Jahre Stadtgeschichte

Gräberfeld von Eppstein

Im Untergeschoss des Museums sind Funde des fränkischen Gräberfeldes ausgestellt,
das vom späten 5. bis frühen 8. Jahrhundert im Stadtteil Eppstein bestand. Ton- und Bronze-gefäße, Waffen, Schmuck und weitere Grabbeigaben dokumentieren die Frühzeit dauerhafter Besiedlung im Stadtgebiet, als Frankenthal eine Siedlung unmittelbar am Rhein war, der sich im 9. Jahrhundert nach Osten verlagerte.

                                                                                     

Glaubensflüchtlinge um1600

Unter Kurfürst Friedrich III. (1515-76) wurde ein 1119 gegründetes Kloster aufgehoben
und diente 58 calvinistischen Flüchtlingsfamilien aus den Niederlanden als Wohnsitz. Der Originalvertrag dieser Neupfälzer mit dem Kurfürsten hat sich ebenso erhalten wie das Landtbouck, eine Art Katasterbuch, welches ab 1596 in niederländischer Sprache geschrieben wurde.

Neben den niederländisch-flämischen Exulanten kamen auch Wallonen nach Frankenthal,
so dass mit den deutschen Einwohnern des Dörfchens insgesamt drei Sprachen in der Stadt gesprochen wurden. Ab 1577 genoß die Siedlung Stadtrechte und der Ausbau zur Festung setzte ein.



Eine Vielzahl von Malern, Teppichwirkern und Gold- und Silberschmieden lebte bis zum Ausbruch des 30-jährigen Krieges in der Stadt, die von der Tuchindustrie nach flämischer Manier geprägt war. Die heutige Bekanntheit der Stadt liegt aber bei den Malern (z. B. Gillis van Coninxloo, Pieter Schoubroeck, Antonie Mirou), die unter anderem einen Beitrag zur Entwicklung des Motivs der Waldlandschaft leisteten. Das Museum präsentiert hierzu be-deutsame Exponate aus den Gattungen Malerei und Graphik. Weltweit äußerst selten ge-worden sind hingegen die Tapisserien sowie die Gold- und Silberarbeiten aus Frankenthal.

Sowohl der 30-jährige Krieg als auch die sogenannte Pfalzverwüstung  1688/89 setzten dem Städtchen arg zu. Die Festung wurde geschleift. Nur im Modell und auf graphischen Darstellungen kann sie noch betrachtet werden.

 

Fabriquenstadt

Erst in den 1760er Jahren erholte sich die Stadt von diesem Beinahe-Untergang. Kurfürst
Carl Theodor (1724-99) machte aus Frankenthal eine der Fabriquen-Städte der Kurpfalz, in der sich über 20 Manufakturen ansiedelten. Es waren vor allem Galanteriewaren und somit hochwertige, teuere Produkte für wohlhabende Käufer. Ein Kanal zum Rhein wurde 1781 vollendet und ist als Modell im Museum zu sehen; das Original wurde in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg streckenweise völlig zerstört.



Die Verlegung der Residenz von Mannheim nach München 1778 zog viele betuchte Käufer ab und die wirtschaftliche Entwicklung wurde rückläufig. Auch die 1755 gegründete Porzellan-manufaktur war davon betroffen, deren kostbare Produkte im Obergeschoß des Museums zu sehen sind. Als Folge der Französischen Revolution (1789-99) kam auch für die Manufaktur das Ende. Die linksrheinischen Gebiete der Kurpfalz und anderer Fürstentümer fielen an Frankreich.

 

Industrialisierung

Ab 1815 waren die Pfalz und Bayern wieder vereint. Frankenthal knüpfte an seine frühere Bedeutung als Industriestadt an. Die Glockengießerei als einzige der früheren Manufakturen  bestimmte dabei  die Richtung. Durch zahlreiche Abspaltungen und Gesellschaftsbildungen entwickelten sich die großen Frankenthaler Industriefirmen, die sich als Hersteller von Pum-pen, Turbinen oder Druckmaschinen und Kesselanlagen weltweit einen Namen machten.
Von 1843 bis 1943 stand Deutschlands größte Zuckerfabrik in Frankenthal.



Der wirtschaftliche Aufschwung Frankenthals in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kann anhand von Stadtplänen und Photos nachvollzogen werden. Der Direktvergleich zwischen Vorher und Nachher verdeutlicht den Wandel der Stadt, nicht zuletzt durch die Bombenzer-störung von 1943. Aus einem barocken Landstädtchen wurde eine moderne Industriestadt.

 
 
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