Masterplan für das Albert-Frankenthal-Quartier beschlossen

Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 05.04.2017 die Endfassung des  Masterplanes für das Albert-Frankenthal-Quartier beschlossen.

 

Nach dem Entwurfsbeschluss im Dezember 2016 wurde die frühzeitige Bürgerbeteiligung durchgeführt: Dabei wurde der Entwurf des Masterplanes im Zeitraum vom 02.01.2017 bis einschließlich 15.02.2017 öffentlich bei der Stadtverwaltung ausgelegt.

Zusätzlich fand am 11.02.2017 ein Tag des Bürgerdialogs auf dem Werksgelände der KBA statt. Zum einen wurde hierbei der Entwurf des Masterplanes vorgestellt und mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutiert. An dieser Diskussion nahmen neben Oberbürgermeister Martin Hebich und dem Vorstandsvorsitzenden der KBA Claus Bolza-Schünemann die beteiligten Planer und Gutachter teil. Anschließend konnten die Teilnehmer bei einem Rundgang und einem Markplatz der Ideen ihre Anregungen und Stellungnahmen zum Entwurf des Masterplanes, insbesondere zu den Themen Nutzungen, städtebauliches Gelenk sowie Verkehr und Lärm abgeben.

Insgesamt war ein hohes Interesse der Öffentlichkeit an der Entwicklung des Albert-Frankenthal-Quartiers zu erkennen und es wurde deutlich, dass die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Frankenthal dem Projekt sehr positiv gegenüberstehen. Die insgesamt 61 eingegangenen Stellungnahmen, die sich vor allem auf Nutzungsvorschläge  und Nutzungswünsche bezogen, wurden im Anschluss im Rahmen der Abwägung ausgewertet und wurden den Gremien zur Beschlussfassung vorgelegt. Das Ergebnis der Abwägung kann hier eingesehen werden.

Der Entwurf des Masterplanes musste daher nur an wenigen Stellen ergänzt werden, im Ergebnis steht nun die Endfassung des Masterplanes, die hier eingesehen werden kann.

Nachdem der Masterplan endgültig beschlossen wurde, kann der Masterplan nun im Rahmen der Bauleitplanung umgesetzt werden. Dazu wurden in einem ersten Verfahrensschritt in der Sitzung des Stadtrates am 05.04.2017 Aufstellungsbeschlüsse für die Bebauungspläne „Lauterecken-Nord“ für den Bereich des ehemaligen Mitarbeiterparkplatzes sowie „Albert-Frankenthal-Quartier“ für das eigentliche Werksgelände gefasst.

Für den Geltungsbereich des Bebauungsplans „Lauterecken-Nord“ soll ein Allgemeines Wohngebiet (WA) festgesetzt werden, da dieser Bereich künftig einer Wohnbebauung zugeführt werden soll. Dabei soll gemäß dem Masterplan entlang der Lambsheimer Straße eine mehrgeschossige Bauweise mit drei Vollgeschossen und einem Staffegeschoss realisiert werden, so wird die vorhandene Blockrandbebauung der Nachbarschaft strukturell aufgegriffen und dient gleichzeitig als Immissionsschutz gegenüber den Gebäudestrukturen auf dem ehemaligen Werksgelände der KBA im Norden.

Entlang einer neu auszubildenden Anliegerstraße, die die Lambsheimer Straße mit der Straße Petersgartenweg verbindet, kann auf beiden Seiten Wohnungsbau mit einer Anzahl von drei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss entstehen. Der Anspruch einer hohen Wohn- und Lebensqualität wird durch adäquate Freiraum- und Grünstrukturen gestaltet. Darüber hinaus dienen die Freiräume auch als Teil der Verkehrsflächeninfrastruktur in Form von straßenbegleitenden Grünelementen als Verbindungsglied des Schulquartiers mit dem Albert-Frankenthal-Quartier.

Eine direkte Wegeverbindung vom Petersgartenweg zur Lambsheimer Straße schafft gleichzeitig attraktive fußläufige Verbindungen zum künftigen Einzelhandels-, Verwaltungs- und Dienstleistungsstandort. Zur Sicherung einer hochwertigen architektonischen sowie freiraumplanerischen Gestaltung des Wohngebietes sollen entsprechende Vorgaben in einem Investorenauswahlverfahren erfolgen.

Das Bebauungsplanverfahren wird im beschleunigten Verfahren gemäß § 13a BauGB als Bebauungsplan der Innenentwicklung durchgeführt. Der Flächennutzungsplan wird im Wege der Berichtigung angepasst.

Dagegen wird für den Geltungsbereich des Bebauungsplans „Albert-Frankenthal-Quartier“ ein Gewerbegebiet (GE) und ein sonstiges Sondergebiet (SO) mit der Zweckbestimmung „Lebensmittelnahversorgung und Nebenzentrum“ festgesetzt werden. Wobei die Verwaltung sich vorbehält den Bebauungsplan „Albert-Frankenthal-Quartier“ in Teilbebauungsplänen, analog zu der im Masterplan „Albert-Frankenthal-Quartier“ aufgezeigten Gliederung des Areals in drei Teilbereiche (Entrée-Erbe-Forum), zu realisieren.

Der Teilbereich Entrée soll das neue Stadtquartier  zur Innenstadt hin öffnen und sich durch eine offene und architektonisch hochwertige Gestaltung auszeichnen. Hierbei soll eine gefasste Platzsituation entstehen, die mit grüngestalterischen Elementen als „Grüner Boulevard“ zum Aufenthalt einlädt und die westlichen Teilbereiche miteinander verbindet. Das anzustrebende Nutzungsspektrum reicht von Gewerbe über Dienstleistung bis hin zu Gastronomie und Freizeitnutzungen.

Im Teilbereich Erbe sollen die bestehenden Gebäudestrukturen aufgrund ihres guten baulichen Zustandes erhalten sowie umgenutzt werden. Das unter Denkmalschutz stehende Büro- und Verwaltungsgebäude soll daher auch künftig für Verwaltung, Büro und Dienstleistung genutzt werden. Weitere denkbare Nutzungen in diesem Teilbereich sind bspw. Räumlichkeiten für Handwerk sowie Büros bzw. Schulungsräume, ebenso Boarding, Kultureinrichtungen, Bürolofts, Dienstleistungen sowie Gastronomie.

Schließlich soll der Teilbereich Forum als Einzelhandelsstandort genutzt werden: Entlang der Lambsheimer Straße kann neben einem potentiell gewerblich genutzten Gebäudekomplex im Bestand oder als Neubau eine zentrale Nahversorgung für das Lautereckenviertel entstehen. Dabei sollen die historischen und architektonisch wertvollen Fassadenelemente entlang der Lambsheimer Straße erhalten bleiben. Auf maximal 2.500 m² Verkaufsfläche soll dabei schwerpunktmäßig ein Lebensmitteinzelhandel angesiedelt werden sowie ein geringerer Anteil für innenstadtverträgliche Non-food-Sortimente reserviert bleiben.

Der Bebauungsplan „Albert-Frankenthal-Quartier“ wird im Normalverfahren gemäß §§ 2 BauGB aufgestellt. Zudem ist der Flächennutzungsplan zu ändern, da der Geltungsbereich als uneingeschränkte gewerbliche Baufläche dargestellt wird, künftig jedoch der Bereich Forum als Sonstiges Sondergebiet (SO) mit der Zweckbestimmung „Lebensmittelnahversorgung und Nebenzentrum“ festgesetzt werden soll. Dementsprechend ist es erforderlich im Flächennutzungsplan diese Teilfläche in eine Sonderbaufläche (S) zu ändern.

Weitere Informationen über das Albert-Frankenthal-Quartier finden Sie auch auf der Internetseite zum Projekt.